Lüsslingen-Nennigkofen
Eigenkapital ist vorhanden, aber nicht flüssig: Eine Steuererhöhung ist unumgänglich

Die Investitionen der letzten Jahre belasten die Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen enorm.

Marlene Sedlacek
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Die Gemeinde steht vor finanziellen Herausforderungen.

Die Gemeinde steht vor finanziellen Herausforderungen.

Hanspeter Bärtschi

Die Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen wird nicht darum herumkommen, den Steuerfuss zu erhöhen. Mit dem bisherigen Satz von 115 Prozent würde das Budget einen Aufwandüberschuss von 331'370 Franken prognostizieren. Eine Erhöhung um fünf Prozent reduziert den Verlust auf 234'710 Franken. Das Budget weise keine unnötigen Ausgaben auf, und es bestehe kein Potenzial für nennenswerten Kürzungen, führte Gemeindepräsidentin Susanne Rufer an.

Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 421'600 Franken. Vorgesehen ist der Brückenersatz über den Eimattbach und dessen Renaturierung. Obwohl ein Eigenkapital von 1,6 Mio. Franken vorhanden ist, und die Nettoverschuldung Null ist, muss sich die Gemeinde mit Fremdkapital finanzieren, weil es an flüssigen Mitteln fehlt. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 32,63 Prozent und liegt weit unter den vom Kanton vorgegebenen 80 Prozent.

Rufer relativiert jedoch, dass sich je nach Höhe der geplanten Investitionen der Selbstfinanzierungsgrad rasch verändern könne. Die grossen Investitionen in den letzten Jahren, wie Sanierung der Mehrzweckhalle, ZASE-Anschluss, Wasser- und Abwasserprojekte, würden die Gemeinde jedoch mit ihren Abschreibungen während den nächsten 33 Jahren belasten, so Rufer weiter.

Wassergrundgebühr zur Finanzierung von Löschschutz

Dieses Jahr wird einigen Einwohnern und Einwohnerinnen, die noch nie für Wasser bezahlen mussten, eine Rechnung ins Haus flattern. Gemäss Vorschrift des Kantons müssen die Gemeinden neu eine Grundgebühr für Wasser und Abwasser erheben. Bisher verrechnete die Gemeinde nur den Verbrauch. Da es aber Höfe mit eigener Quelle gibt, die über keinen Wasseranschluss verfügen, oder solche, die das Wasser in die Jauchegrube entsorgen, fielen diesen keine Kosten an.

Gemeindeschreiberin Madeleine Stuber machte darauf aufmerksam, dass eine Gemeinde neben der Lieferung von Brauchwasser und der Entsorgung von Abwasser eine weitere wichtige Aufgabe wahrnehmen müsse, nämlich Löschschutz bei einem Brand zu bieten. Dies rechtfertige eine solche Grundgebühr, befand Stuber. Denn die Bereitstellung von Löschwasser koste die Gemeinde einen nicht unerheblichen Betrag.

Bei der ICT-Verkabelung im Schulhaus Nennigkofen liegt einiges im Argen. Das Netz sei mit etlichen Routern zusammengebastelt, bemängelte Gemeinderat Roland Liechti. Immer wieder seien während der Schulstunden Ausfälle zu beklagen. Dabei würden Lehrer und Schüler wertvolle Zeit verplempern. Liechti schlug vor, einen Hauptrouter zu installieren und von diesem die Kabel in die Schulzimmer zu führen. Diese Installation bedeutet einen Nachtragskredit von knapp 10000 Franken.

Die Gemeinde ist in grosser Festlaune

Die Gemeinde hat in nächster Zeit einiges an Festivitäten vor. Nächstes Jahr das Jubiläumsfest des Turnvereins, im 2023 das Dorffest. Im Jahr darauf wagt sich der Bucheggberg an das kantonale Turnfest, wobei unter anderen auch Lüsslingen-Nennigkofen Standortgemeinde ist. Vorausschauend soll der Pachtvertrag auf GB L 82 gekündigt, und stattdessen mit dem Pächter ein Gebrauchsleihvertrag abgeschlossen werden. Das bedeutet für den Landwirt, dass er keine Pacht mehr bezahlen, aber mit der Bewirtschaftung auf die Anlässe Rücksicht nehmen muss.

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