Die Stadt Alicante an der Ostküste Spaniens ist die neue Heimat des Grenchners Vullnet Tashi. Die aktuelle Nummer 19 der Schweiz feilt dort seit fast zwei Jahren mit einem Privattrainer an seiner Tenniskarriere. Bis zu sechs Stunden am Tag schuftet er auf dem Tennisplatz und im Kraftraum. Noch wartet der Offensivspieler, der die Ballwechsel gerne mit seiner Vorhand und seinem Aufschlag diktiert, auf den Durchbruch als Profi.

Gegenwärtig wird der 23-Jährige als Nummer 1050 der ATP-Weltrangliste geführt. Eine Position, die jedoch nicht seiner Spielstärke entspricht, wie er findet. «Ich habe dieses Jahr fast ausschliesslich Profiturniere in Spanien gespielt. Diese sind aber meistens sehr gut besetzt, und entsprechend ist es hart, Punkte zu holen.

Zudem habe ich einige enge Matches in wichtigen Momenten verloren. Ich spiele derzeit stärker, als mein Ranking vermuten lässt», so Tashi, der in diesem Jahr mit einem Sieg gegen die Nummer 250 der Weltrangliste für Aufsehen gesorgt hat und zudem fünf Preisgeldturniere in Spanien gewinnen konnte.

Nicht die bevorzugte Unterlage

Zweimal im Jahr kommt Vullnet Tashi in die Schweiz, um seine Familie in Grenchen zu besuchen. Seinen derzeitigen Besuch in der Heimat hat er letzte Woche dazu genutzt, um mit dem Absolvieren der beiden Zweiphasenkurse für den Erhalt des definitiven Führerscheins gleich auch noch ein notwendiges Übel zu erledigen.

«Jetzt hab ich das auch hinter mir», meint er lachend. Während seinen Besuchen in der Schweiz greift Tashi aber auch regelmässig zum Tennisracket. «Im August bestreite ich jeweils die Nationalliga-A-Interclub-Saison und im Dezember spiele ich die Schweizer Meisterschaften und den Silvester-Cup», so Tashi.

Das Traditionsturnier in Derendingen hat es Vullnet Tashi, der als Junior einst die Nummer 112 der Weltrangliste war, besonders angetan. «Ich habe schon mehrmals an diesem Turnier teilgenommen. Es ist super organisiert, nahe von meinem Zuhause, und daher sind auch meine Eltern meistens mit dabei.

Ich fühle mich sehr wohl dort», so Tashi. Einen «Haken» hat das Turnier in Derendingen für Vullnet Tashi aber dennoch: der Belag. «Teppich ist nicht gerade meine bevorzugte Unterlage», gibt Tashi zu. Der junge Grenchner spielt lieber auf Hart- oder Sandplätzen. Doch davon will er sich nicht aufhalten lassen. «Ich will den Titel holen», gibt sich Tashi kämpferisch. Chancen hat er durchaus, denn der Lokalmatador ist bei der 40. Auflage des Silvester-Cups als Nummer zwei gesetzt.

Ziel: Top 500

Nach seinem Einsatz in Derendingen geht es für Vullnet Tashi zurück nach Spanien, wo er wieder auf die Jagd nach Weltranglistenpunkten geht. Für das nächste Jahr hat sich der Grenchner viel vorgenommen: Er will die Top 500 der Weltrangliste knacken. Doch auch dieses Ziel ist bloss eine Zwischenstation, denn Vullnet Tashi träumt davon, dereinst bei einem Grand-Slam-Turnier auflaufen zu dürfen. «Ich bin noch nie in Australien gewesen. Daher würde mich eine Teilnahme bei den Australian Open am meisten reizen», sagt Tashi.