Lohn-Ammannsegg
Welche Auswirkung hat eine dritte Liste auf die Gemeinderatswahlen?

In Lohn-Ammannsegg kandidieren Markus Sieber und Jsabelle Scheidegger-Blunschy gemeinsam auf der «Unabhängigen Liste». Stärkt oder schwächt die neue Gruppierung die Position von FDP und SP?

Rahel Meier
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Die Gemeinderatswahl in Lohn-Ammannsegg verspricht spannend zu werden.

Die Gemeinderatswahl in Lohn-Ammannsegg verspricht spannend zu werden.

Urs Byland

«Jsabelle Scheidegger ist eine extrem engagierte Gemeinderätin, die in den letzten vier Jahren viel geleistet hat.» Das sagt nicht irgendwer, sondern Gemeindepräsident Markus Sieber. 2013 und 2017 kandidierter er als Parteiloser auf der Liste der SP. Nachdem Jsabelle Scheidegger-Blunschy aus der FDP ausgetreten ist und sich ebenfalls als parteilos bezeichnet, haben sich die beiden dazu entschieden, gemeinsam eine «unabhängige Liste» einzureichen.

Mit Michèle Wildhaber haben sie zudem eine weitere Kandidatin gefunden, die mit ihnen in den Wahlkampf zieht. «Wir wissen natürlich nicht, ob wir wiedergewählt werden, wenn wir mit einer eigenen Liste antreten», meint Markus Sieber auf Anfrage. Es habe Diskussionen mit der SP gegeben, auf deren Liste als Parteilose zu kandidieren. «Wir haben uns schliesslich für eine eigene Liste entschieden, haben aber eine Listenverbindung mit der SP.»

Keine Differenzen, aber eine Listenverbindung

Kein hausinterner Krach also zwischen Markus Sieber und der SP? «Absolut nicht. Zwei Listen zu machen, ist der richtige und auch der ehrliche Weg», ist Thomas Jäggi (Teamleiter SP Lohn-Ammannsegg) überzeugt. «Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere beiden reinen SP-Sitze halten können. Wir haben eine gute Liste mit guten Leuten.»

Allerdings stellt die SP dieses Jahr nur drei Kandidaten. Wahltaktisch gesehen sei es vielleicht als Nachteil zu werten, dass er selbst nicht mehr kandidiere. Immerhin sei mit Birsel Yeniol eine bisherige Gemeinderätin und mit Rolf Howald ein Ersatzgemeinderat auf der Liste. Dazu konnte mit Lilith Bütler eine Frau gewonnen werden. Jäggi ist zudem überzeugt, dass beide Gruppierungen von der Listenverbindung profitieren werden.

«Wir wollen vier Sitze für den Freisinn»

Die FDP will ihre bisherigen vier Sitze verteidigen. Das macht Parteipräsident Beat Wyler deutlich. Das heisst, dass die Partei mit ihren sechs Kandidaten den Sitz, der jetzt noch von Jsabelle Scheidegger gehalten wird, zurückerobern möchte. «Ich persönlich bedauere ihren Austritt aus der FDP», so Wyler weiter.

Die FDP sei grundsätzlich eine Partei, in der es Platz für unterschiedliche Meinungen gebe. Klar ist für Wyler auch, dass es für die Gemeinde wichtig ist, dass engagierte Leute im Gemeinderat sitzen. «Jsabelle Scheidegger hat sich immer für das Dorf eingesetzt. Nichtsdestotrotz möchten wir unsere bisherigen Sitze in freisinniger Hand behalten.»

Mit Vizegemeindepräsident Walter Widmer und Beat Wyler kandidieren zwei Bisherige, dazu stehen mit Ersatzgemeinderat Martin Müller, Feuerwehrkommandant Stefan Kocher und Baukommissionspräsident Walter Gatschet gut vernetzte Persönlichkeiten auf der Liste.

Infrastruktur steht klar im Fokus

In Lohn-Ammannsegg wird sich der Gemeinderat in der nächsten Legislatur vor allem mit der Infrastrukturplanung befassen müssen. Zuerst stehen mehr Schulraum und eine neue Turnhalle im Fokus. Später geht es aber auch um den Werkhof und die Feuerwehr. «Für uns ist es wichtig, dass sich alle im Dorf wohlfühlen», erklärt SP-Mann Jäggi.

Die Partei möchte darum auch dazu beitragen, dass der etwas harsche Ton der letzten Monate wieder etwas gemässigter werde. Die SP möchte sich zudem für den Ausbau der Tagesstrukturen und Angebote für Jugendliche und Senioren einsetzen. Dazu gehöre auch der Erhalt von Landschaft und Natur. Markus Sieber macht zudem auf den Umbau des Bahnhofes Lohn-Lüterkofen aufmerksam, der im Dorf einiges durcheinanderbringen werde. Auch die Unabhängige Liste unterstütze zudem den weiteren Ausbau der Tagesstrukturen.

Für die FDP sei zusätzlich auch massgebend, was finanzierbar sei, erklärt Beat Wyler. «Bedürfnisse sind immer da. Aber es ist nicht immer alles auch machbar», gibt er zu bedenken. Wo investiert werde, müsse auch die Qualität verbessert werden.

Die Kandidatinnen und Kandidaten

FDP – Die Liberalen

Walter Gatschet, Stefan Kocher, Martin Müller (bisher Ersatz); Walter Widmer (bisher), Beat ­Wyler (bisher).

Unabhängige Liste

Jsabelle Scheidegger-Blunschy (bisher), Markus Sieber (bisher), Michèle Wildhaber.

SP

Rolf Howald, Lilith Bütler, Birsel Yeniyol (bisher).

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