Lohn-Ammannsegg
Neue Gruppe in grösserem Mehrfamilienhaus: Wohnheim Alte Schmitte erweitert Wohnangebot

Die Genossenschaft Alte Schmitte in Lohn-Ammannsegg erweitert die internen Wohnformen.

Gundi Klemm
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Alte Schmitte

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Zvg

Das Wohnheim Alte Schmitte braucht mehr Platz und erweitert ihr Wohnangebot. Um den Bedürfnissen von Bewohnenden sowie Betreuenden gerecht zu werden, braucht es neben mehr Platz auch ein attraktives und individuelles Wohnangebot. In einem grösseren Mehrfamilienhaus unweit der Alten Schmitte, konnten zwei ideale, ihren Bedürfnissen entsprechende Wohnungen gefunden werden.

Drei Bewohnerinnen der Institution sind nun Mitte Juni ins benachbarte Mehrfamilienhaus umgezogen. Mit Hilfe einer Betreuerin bewältigen sie dort ihren Tagesablauf mit Essenszubereitung, Haushaltung und Freizeitgestaltung. Aber täglich sind sie bei der Tagesstruktur vermittelnden Beschäftigung im Atelier der Alten Schmitte und zu gemeinsamen Spaziergängen anzutreffen.

Viel Selbstständigkeit für die Bewohnerschaft

Das charakteristische historische Haus im Dorfzentrum, vor 33 Jahren im Rahmen einer Genossenschaft von Marita Schuler als Betreuungseinrichtung für kognitiv behinderte Menschen gegründet, bietet zwölf Personen von 26 bis 80 Jahren einen «Lebensplatz» als dauerhaftes Zuhause mit fachkundiger Begleitung rund um die Uhr und während des ganzen Jahres.

Die Tagesstätte im Haus wird von zwei weiteren extern lebenden Personen besucht. In zwei Ateliergruppen, im Gebäude ebenerdig und im Dachraum angesiedelt, wird gewebt, entstehen Dekorationsartikel, Grusskarten und vieles mehr. In der Küche werden für den Verkauf Gewürze gemischt und Konfitüre gekocht. «Wir erleben in unserer Hausgemeinschaft tatsächlich kaum Wechsel in der Belegung», erklärt die seit Februar 2020 tätige Geschäftsleiterin, die Sozialpädagogin Gerda Schneider.

In der neuen Wohngruppe wäre sogar noch ein weiterer Platz frei, der sicher einer Frau gefallen würde, meint sie. «Uns ist wichtig, unserer Bewohnerschaft viel Selbstständigkeit zu geben.»

Individuelle Ferientage statt einem gemeinsamen Lager

Als Beispiel dafür können die letzten Ferien dienen, die coronabedingt nicht als gemeinsames Lager durchgeführt werden konnten. Stattdessen entschieden sich die Bewohnenden für individuell ausgewählte Ziele. Zu zweit oder allein und begleitet jeweils von einer Betreuungsperson reisten sie etwa in den Jura, in den Tessin oder unternahmen Tagesausflüge ganz nach Wunsch, aber abhängig vom vorgegebenen Budget.

«Diese Kurzreisen wurden aus unserem Spendenkonto und nicht über die Betriebskosten finanziert», erwähnt die Leiterin mit Nachdruck. Sobald es die Verhältnisse zulassen, werden die Ferientage der Betreuten, die grosses positives Echo auslösten, wieder auf diese Weise organisiert.

Kontakte auf «absolutem Minimum»

Wie in allen Institutionen wurden in der Alten Schmitte Kontakte, wie Leo Loosli als Verwaltungspräsident der Genossenschaft Alte Schmitte schreibt, «auf ein absolutes Minimum» beschränkt. Ein den Auflagen entsprechender, spezieller Besuchsraum ermöglichte kurze Treffen. Etliche Bewohnerinnen und Bewohner jedoch, die mehrheitlich noch starke Bindungen an ihre Herkunftsfamilien haben, verbrachten in der Pandemiezeit auch dort eine längere Zeit.

«Sobald wir wieder öffnen können, freuen wir uns auf Besuch in unserem Atelier-Lädeli, in dem wir neben den selbstgefertigten Waren auch Kaffee anbieten können», blickt die Geschäftsführerin auf sich bietende Möglichkeiten, wenn die zukünftige Sicherheitslage das wieder zulässt. Unbeeinträchtigt fanden in den letzten Monaten jedoch die beliebten Spaziergänge in die Umgebung und vor allem zum alle Bewohnende glücklich stimmenden Lama-Trecking statt.

Das gesamte Angebot der Alten Schmitte in der Tagesstätte und im Wohnbereich ruht auf den Schultern von 18 teilzeitlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eingeschlossen in diese Anzahl sind zwei Studierende der Sozialen Arbeit, eine Fachfrau Betreuung in Ausbildung und ein Praktikant. «Wir verfügen für alle Aufgaben über qualifiziertes Personal und stellen in unserer Institution gerne Ausbildungsplätze zur Verfügung», erklärt Geschäftsleiterin Schneider.

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