Lohn-Ammannsegg
Zwei Flurwege in «peniblem Zustand» werden ausgebaut

Der Gemeinderat von Lohn-Ammannsegg entscheidet das Verfahren zur Sanierung von zwei Flurwegen und verzichtet auf eine Beitragspflicht der Anlieger.

Gundi Klemm
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Die Rainackerstrasse wird instand gestellt.

Die Rainackerstrasse wird instand gestellt.

Hanspeter Bärtschi

Das interessanteste Sitzungsthema «Solothurnstrasse Kreisel Nord, Risikoabwägung zur neuen Erschliessungstrasse Bahnhof Lohn» diskutierte der Gemeinderat nicht öffentlich. Doch auch die anderen Geschäftspunkte hatten Bedeutung. So warten Anwohner schon länger darauf, dass die beiden Flurwege Rainackerstrasse und Bahnhofstrasse bis zum Junkholz als Naturstrassen ausgebaut werden.

Geplant ist kein Neubau sondern ein Ausbaggern und «Neukoffern». Die beiden viel benutzten Strassen seien in einem «peniblen Zustand», hiess es im Rat. An der Gemeindeversammlung Ende 2019 bewilligte der Souverän bereits einen Kredit in Höhe von 170'000 Franken. Strassenbaufachleute entwickelten danach zur Sanierung zwei Verfahrens- und Abrechnungsvarianten, um eine Subventionierung durch Bund und Kanton geltend zu machen.

Der Gemeinderat entschied sich für eine Variante, die beide Strassenerneuerungen nicht als Ausbau sondern als periodische Instandstellung taxiert. Statt netto 115'082 Franken kostet diese Variante dank Subventionen nur noch 88'426 Franken. Gemeinderätin Isabelle Scheidegger machte darauf aufmerksam, dass das Flurwegreglement der Gemeinde Lohn nie auf die Gesamtgemeinde Lohn-Ammannsegg übertragen worden sei.

Deshalb beantragte ­Gemeinderat Isaak Meyer, doch zuerst ein gültiges Flurwegreglement zu schaffen.

«Dadurch würden wir aber ein Jahr verlieren. Das ist nicht vertretbar angesichts des Zustands der Wege»

, war sich die Ratsmehrheit einig und lehnte diesen Antrag mit 6:1 ab. Einstimmig wurden die folgenden Anträge genehmigt. Sie beinhalten, dass auf eine Beitragspflicht der betroffenen Grundeigentümer verzichtet wird. Es sei nicht feststellbar, ob Anlieger dieser Strassen jemals Perimetergebühren bezahlt hätten. Gemeindepräsident Markus Sieber unterstrich zudem den Nutzen eines aktuellen Flurreglements, das auf Anregung von Meyer ein Kataster der Flurwege und deren Ausbau-Priorisierung beinhaltet. Die Bearbeitung des Reglements findet im Gemeinderat statt.

Subventionen vom Bund für die Entwicklung des Bahnhofgebiets

Das von der Repla Espace Solothurn getragene Agglomerationsprogramm 4 mit Entwicklungsmassnahmen der Gemeinden wird am 15. Juni dem Bund unterbreitet. In Lohn-Ammannsegg betrifft dies gemäss räumlichem Leitbild das Gebiet beim Bahnhof.

Eine bereits bestehende Konzeptstudie hat alle Vorhaben in diesem Areal aufgelistet wie Verdichtung im überbauten Raum oder Optimierung im öffentlichen Raum und in der Verkehrserschliessung. «In diesem Projekt arbeiten wir mit den Partnern Bund, Kanton und dem Regionalverkehr Bern–Solothurn RBS zusammen. Unser Ziel ist eine weitere Attraktivierung der Gemeinde und des Bezirks Bucheggberg», wie Gemeindepräsident Markus Sieber erklärt.

Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für die erwartete Bestätigung der «kommunalen Federführung» in den Planungen im Bahnhofsgebiet aus. Deren Realisierung ist ab dem Jahr 2024 vorgesehen. Auf Wunsch der Eigentümer will die Gemeinde die Parzelle GB Nr. 3526 im Rahmen der Ortsplanungsrevision in die Bauzone W3 aufnehmen. Dafür verpflichten sich die Eigentümer, innert 10 Jahren die Parzelle zu überbauen oder zu verkaufen.

Petra Carulli demissionierte aus der Rechnungsprüfungskommission RPK. Der Gemeindepräsident kann sich vorstellen, für die Rechnungsprüfung künftig eine externe Firma beizuziehen.

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