Messen
Liegen Einwohner nachts schlaflos wegen der Kirchenglocken?

Zwei Einwohner stören sich am viertelstündlichen Geläut der Kirchenglocken in Messen. Sie möchten, dass die Glocken nachts abgestellt werden.

Rahel Meier
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Viertelstündlich läuten die Kirchenglocken in Messen.

Viertelstündlich läuten die Kirchenglocken in Messen.

Hanspeter Bärtschi

Im historischen Zentrum der Gemeinde Messen steht, etwas erhöht, die Kirche mit ihrem Glockenturm. Die Glocken läuten nicht nur bei kirchlichen Anlässen wie vor der Predigt bei einer Hochzeit oder einem Begräbnis. Sie schlagen auch den Viertel-, den Halb- und den Stundenschlag. Das stört offenbar Anwohner im Schlaf. Sie sind deshalb an die Kirchgemeinde gelangt. Weil sie nur für das sakrale Glockengeläut zuständig ist, wurde die Anfrage an die Einwohnergemeinde weitergegeben.

«Tatsächlich sind wir für den weltlichen Stundenschlag zuständig», erklärte Gemeindepräsident Bernhard Jöhr in der ­Gemeinderatssitzung. Es sei möglich den Glockenschlag zwischen 22 und 6 Uhr mit einer mechanischen Vorrichtung abzustellen, so Jöhr. Um diese zu installieren, müsste man mit rund 7000 Franken rechnen. Eine andere Variante wäre es, im Kirchenturm Jalousien zu montieren, die den Glockenschlag dämpfen würden. Die Wirksamkeit dieser Massnahme sei schwierig vorauszusagen und auch hier müsste mit Kosten von 5000 bis 6000 Franken gerechnet werden.

Stören die Glocken ­überhaupt?

Gegen das sakrale Geläut der Kirchenglocken könne man sich in der Schweiz kaum wehren, so Jöhr. Es gebe aber Urteile, in denen Einwohnergemeinden dazu gezwungen wurden, den Glockenschlag nachts abzustellen. «Dabei wird jede Situation einzeln beurteilt», so Jöhr. Das Thema sei heikel. Wenn sich zwei Anwohner gestört fühlen, könnten es noch mehr sein. Eine kurze Umfrage zeigte aber, dass die Gemeinderäte aus dem Ortsteil Messen sich durch die Kirchenglocken nicht gestört fühlen und sich tendenziell dafür aussprachen, das Geläut zu belassen. «Ich bin mit den Kirchenglocken aufgewachsen», sagte Adrian Schluep. «Für mich ist das eine Tradition, die zu Messen gehört.» Auch Sandra Nussbaumer sprach sich dagegen aus, den Glockenschlag abzustellen. «Vor allem wäre 22 Uhr zu früh. Der Schlag um Mitternacht muss unbedingt bleiben.» Adrian Grossenbacher schloss sich den beiden Vorrednern an.

Um einen breiter abgestützten Entscheid treffen zu können, beschloss der Gemeinderat, im Dorfinfo eine Umfrage zu lancieren, in der sich die Bevölkerung äussern kann. «So spüren wir die Haltung zu diesem Thema», war die Meinung. Sollte sich in der Umfrage zeigen, dass der Glockenschlag in der Nacht tatsächlich ein Problem ist, dann müsse der Gemeinderat die Diskussion erneut führen.

Trinkwasserproblematik

Seit Oktober 2019 ist klar, dass die Gemeinde Messen das Wasser der Quelle in Etzelkofen wegen der schlechten Qualität nicht mehr nützen kann. Kurzfristig konnte mit Wasser aus dem Verbund Saurenhorn überbrückt werden. Spätestens 2022 stehe dieses aber nicht mehr zur Verfügung. «Wir haben uns seither intensiv mit der Wasserproblematik beschäftigt und Fachleute beigezogen, die Abklärungen und Berechnungen für uns getroffen haben», so Bernhard Jöhr. Ebenso war man in Kontakt mit den Fachleuten des Kantons. Für den Gemeinderat steht die Lösung, bestehende Quellen in Oberramsern in die Trinkwasserversorgung der Gemeinde zu integrieren, im Vordergrund. Dagegen regt sich allerdings Widerstand, da Private ihre Quellrechte nicht abgeben möchten. Der Gemeinderat ist sich allerdings einig, dass diese Variante weiter verfolgt werden soll, da es keine sinnvollen anderen Lösungen gebe. Man sucht das Gespräch mit den Privatleuten. Dabei sollen auch Unstimmigkeiten geklärt werden, die sich ergeben haben.

Tagesstrukturen und Schülertransport

Der Gemeinderat hat zur Kenntnis genommen, dass Niklaus Fischer (Gemeinderat Buchegg) einen Auftrag zur Einführung von freiwilligen schulergänzenden Tagesstrukturen an den Schulen des Schulverbandes Bucheggberg eingereicht hat. «Der Auftrag stösst eigentlich ins Leere», meinte Bernhard Jöhr dazu. Sowohl in Lüterkofen als auch in Messen laufen Pilotversuche, die im Sommer 2022 abgeschlossen sind. Nach der Auswertung der Versuche werde entschieden, wie es weiter gehen soll. Sandra Nussbaumer unterstützte diese Aussagen im Grundsatz. «Ich finde aber, dass wir eine Antwort formulieren müssten. Tatsächlich sind wir ja auch für die Einführung von Tagesstrukturen. Aber das Vorgehen, dass sich der Initiant wünscht, ist in der heutigen Situation kaum umsetzbar.» Der Gemeinderat hat zudem ein Schreiben zur Kenntnis genommen, indem es um den Schülertransport im Bucheggberg geht. Die IG Schülertransporte Schulverband Bucheggberg stellt im Schreiben einen runden Tisch in Aussicht, an dem sich alle Beteiligten aussprechen könnten. Der Gemeinderat will diese Gespräche abwarten, bevor er sich dazu äussert.