Hubersdorf
Leitungsbrüche und der massive Abschreibungsbedarf belasten die finanzschwache Gemeinde

Das Budget für Hubersdorf zeigt für das nächste Jahr noch einen kleinen Ertragsüberschuss. Doch wegen der kantonalen Umstellung auf die Buchhaltungsmethode HRM2 musste das Verwaltungsvermögen neu bewerten werden. Jetzt steht: Es ist über eine Million Franken weniger wert als derzeit in den Büchern festgeschrieben.

Hans Peter Schläfli
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Das ausgeglichene Budget wurde einstimmig genehmigt.

Das ausgeglichene Budget wurde einstimmig genehmigt.

Yves Wälchli

Hubersdorfs Gemeindepräsident Gregor Schneiter durfte am Donnerstag 22 Stimmberechtigte im grossen Saal des Mehrzweckgebäudes zur Gemeindeversammlung begrüssen. Diesen wurde ein ausgeglichenes Budget für das Jahr 2021 präsentiert, doch die weiteren Aussichten sind weniger rosig: Der massive Abschreibungsbedarf und grosse Schäden durch geborstene Wasserleitungen werden die finanzschwache Gemeinde in Zukunft belasten.

Eine Baustelle folgt auf die nächste

Kaum ist der neugebaute Verkehrsknoten Hinterriedholz endlich fertig, wurde Hubersdorf gleich wieder verkehrsmässig von der Nachbarschaft abgeschnitten. Ein Wasserleitungsbruch bei der Einmündung der Schulhausstrasse in die Günsbergstrasse hat grosse Schäden verursacht. Die Zufahrt ins Dorfzentrum ist derzeit gesperrt und die Durchfahrt nach Günsberg nur noch einspurig möglich, geregelt durch eine Lichtsignalanlage. «Wir hatten grosses Glück. Mit der Neuorganisation der Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg ist diese Hauptleitung am vergangenen 1. Januar in den Besitz der GWUL übergegangen, die nun für die Kosten der Sanierung aufkommen muss», kommentierte Gregor Schneiter – zufälligerweise auch Vorstandsmitglied der GWUL – die momentane Baustelle.

Bei den Investitionen auf das Wichtigste beschränkt

Anders sieht die Situation beim Leitungsbruch in der Kammersrohrstrasse aus, der sich im August ereignet hat. Dort kam es zu gefährlichen Absenkungen. «Es ist zwar eine Kantonsstrasse, aber weil diese Leitung der Gemeinde gehört, sind wir für den Schaden verantwortlich», sagte der Gemeindepräsident. «Der Kanton ist bereit, die ursprünglich auf 2027 vorgesehene Sanierung vorzuziehen. Trotzdem wird hier einiges an Kosten auf uns zukommen.»

Kredit für Atemschutzfahrzeug einstimmig genehmigt

Bei den Investitionen beschränkt man sich in Hubersdorf derzeit auf das Wichtigste. Der Feuerwehrrat Flumenthal-Hubersdorf hat beantragt, ein neues Atemschutzfahrzeug zu kaufen. «Es wird immer schwieriger, für das mittlerweile 28-jährige Fahrzeug Ersatzteile zu beschaffen», erklärte Mario Gobeli die Situation. Der Gesamtpreis für das neue Feuerwehrauto beträgt 145'000 Franken, von denen die Gebäudeversicherung 43'000 Franken übernimmt. Flumenthal zahlt 65'000 Franken und Hubersdorf rund 37'000 Franken. Der Kredit wurde einstimmig genehmigt.

Steuersatz bleibt auf 127 Prozent

Das Budget für das Jahr 2021 sieht bei einem Gesamtvolumen von knapp 3,3 Millionen Franken einen kleinen Gewinn von 11'545 Franken vor. Doch Vizegemeindepräsident Dominik Feier sieht schwarze Wolken Himmel aufziehen. Wegen der kantonalen Umstellung auf die Buchhaltungsmethode HRM2 musste Hubersdorf das Verwaltungsvermögen neu bewerten. Das Vermögen ist deutlich über eine Million Franken weniger wert als derzeit in den Büchern festgeschrieben. Hubersdorf muss bis 2025 jährlich über 220'000 Franken zusätzlich abschreiben, um dies zu korrigieren. «Ich werde den Kanton anfragen, ob er uns bei diesen Abschreibungen unterstützten kann», sagte Dominik Feier.

Kehrichtgebühr wird teurer

Das ausgeglichene Budget wurde einstimmig genehmigt. «In den nächsten Jahren stehen Investitionen an, weshalb wir den Steuersatz bei 127 Prozent für natürliche und juristischen Personen belassen sollten», sagte Gregor Schneiter vor dem letzten Entscheid. Auch hier folgte der Souverän dem Antrag des Gemeinderates einstimmig.

Teurer wird nächstes Jahr die Kehrichtgebühr. Die an sich erfreuliche Entwicklung, dass in Hubersdorf immer mehr Grüngut gesammelt wird, führte zu höheren Kosten. Die Versammlung nahm ebenfalls einstimmig eine Erhöhung der Gebühr um 20 Franken auf neu 140 Franken pro erwachsene Person ab 21 Jahren an.

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