Altreu/Leuzigen
Leichter und schneller: Auf der Aare tuckert eine neue Fähre

Die neue Aarefähre wurde am 1. Mai offiziell in Betrieb genommen. Sie kann - wie schon die alte - 12 Passagiere aufnehmen, verfügt aber über einen viel stärkeren Motor.

Rahel Meier
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Zwischen Altreu und Leuzigen verkehrt eine neue Aarefähre
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Fährfrau Regina Anderegg und Markus Flury (Präsident Förderverein Aare-Fähre) auf dem neuen Schiff.
Noch nimmt die hohe Bugklappe einen Teil der Sicht. Mit den neuen Stegen wird die Klappe dann aber kürzer.
Der Steg in Leuzigen.
Anfahrt auf den Heimathafen Altreu.
Anfahrt auf den Heimathafen Altreu.
Normalerweise startete die Fähre an Karfreitag in die neue Saison.
Herbst 2017: Die Fährleute haben von der Fähre Abschied genommen. Von links: Rico Calderara, Elisabeth Blunier, Markus Flury (Präsident Förderverein Aarefähre), Säm Künti und Regina Anderegg (Fährfrau und Vizepräsidentin Förderverein).

Zwischen Altreu und Leuzigen verkehrt eine neue Aarefähre

Rahel Meier

Alles neu macht der Mai: Seit dem 1. dieses Monats fährt die neue Aarefähre zwischen Altreu und Leuzigen. Normalerweise startet die Fähre am Karfreitag in die neue Saison. «Das war heuer von der Zeit her einfach nicht möglich», so Markus Flury (Präsident Förderverein Aare-Fähre) und Regina Anderegg (Vizepräsidentin). Noch bis letzte Woche hatten die Fährleute Einführung und Fahrstunden mit dem neuen Schiff. «Die Fähre ist anders zu fahren», so Flury und Anderegg.

Stärkere Motorenleistung

Von der Grösse her ist die neue Fähre praktisch gleich gross wie die alte. Sie kann ebenfalls 12 Passagiere aufnehmen. Das neue Schiff verfügt aber über einen viel stärkeren Motor. Die Fähre ist leichter und reagiert bei Wind komplett anders als das bisherige Boot. Das Dach der alten Fähre war zudem abgerundet, die neue Fähre ist viereckig. Ungewohnt ist zurzeit die sehr hohe Bugklappe, die den Passagieren auch einen Teil der Sicht nimmt.

«Die wird kürzer, wenn wir die neuen Schwimmstege in Betrieb nehmen können», erklärt Markus Flury. Auch das Einparkieren läuft noch nicht gleich gut wie früher. «Mit jeder Fahrt haben wir die Fähre besser im Griff», so Flury und Anderegg. Die Fähre wurde in Rostock geschweisst und in Estavayer-le-Lac von der Nasta Marine SA fertiggestellt. Die Werft gehört Ronny Mathys, dessen Vater Hugo ist Fährgötti.

Verzögerung um ein Jahr

Mit der neuen Fähre sollten auch zwei Schwimmstege in Betrieb genommen werden. Der Bau verzögert sich aber um rund ein Jahr. Das hat einerseits damit zu tun, dass die Hafenanlage in Altreu ebenfalls erneuert werden soll und man Synergien nützen möchte. «Die Maschine, die die Pfosten für die neuen Stege in den Boden rammt, muss vom Neuenburgersee in die Aare überführt werden. Das kostet alleine schon rund 12'000 Franken.» Diesen Betrag könne man sich nun halbieren. Zudem sei man noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren.

«Die neue Fähre ist finanziert. Die Schwimmstege kosten nochmals beinahe gleich viel. Aber wir haben bereits Zusagen», so Markus Flury. Die Hauptsponsoren sollen mit einer gravierten Tafel in der Fähre verewigt werden. Speziell dankbar ist der Förderverein Aarefähre für die Unterstützung der Standortgemeinde Selzach. Der Gemeinderat hat einen A-Fonds-perdu-Beitrag von 30'000 Franken und ein zinsloses Darlehen von 20'000 Franken gesprochen. Da Fähre und Schwimmsteg zusammengehören, wird mit der Einweihung noch gewartet. «Wir hoffen, dass wir Fähre und Steg im Mai 2019 taufen können.»

2017 war Durchschnitt

Die Fährsaison 2017 war durchschnittlich. «Am besten war der letzte Tag, der 15. Oktober. Da haben wir 150 Billette verkauft», erinnert sich Regina Anderegg. Fondue- und Spezialfahrten wurden letztes Jahr keine durchgeführt. «Mit der alten Fähre war das nicht mehr möglich. Mit viel Einfallsreichtum und Reparaturen konnten wir die letzte Saison noch fahren.» Trotz des Alters und der vielen Reparaturen, die ausgeführt werden mussten, konnte die Fähre noch verkauft werden. In sieben Stunden hat Markus Flury sie nach Estavayer-le-Lac überführt, wo sie dann einen neuen Besitzer fand. «Am meisten Probleme hatten wir immer mit der Bugklappe. Der neue Besitzer brauche dieses Teil aber nur noch selten.»

Seit letztem Sommer hat das Fährteam einen neuen Fährmann bekommen. Mit dem neuen Schiff will man wieder Spezialfahrten durchführen. Auch das Sommerbeizli am Leuziger Ufer wird dieses Jahr wieder aufgebaut. «Es hat doch immer wieder Passagiere gegeben, die abends noch ans andere Ufer wollten.» So blicken alle zuversichtlich in die neue Fährsaison.

Die Betriebszeiten finden Sie unter http://www.aare-faehre.ch/