Luterbach

Lebenstraum erfüllt: Mehrfamilienhaus wird fast energieautark sein

Evelyn und Othmar Keel haben einen Tag der offenen Tür durchgeführt und ihr Mehrfamilienhaus ­Interessierten gezeigt.

Evelyn und Othmar Keel haben einen Tag der offenen Tür durchgeführt und ihr Mehrfamilienhaus ­Interessierten gezeigt.

Evelyn und Othmar Keel haben sich in Luterbach einen Lebenstraum erfüllt und ein Mehrfamilienhaus gebaut, das als eigenes Solarkraftwerk funktioniert und fast energieautark sein wird.

Dort, hinter der katholischen Kirche, wo jetzt das neue Mehrfamilienhaus ist, stand früher ein Bauernhaus aus dem Jahr 1691, das so oft umgebaut wurde, dass die Denkmalpflege kein Interesse mehr an einer Erhaltung hatte. «Ein Umbau wäre so irrwitzig teuer geworden, dass nur noch ein Abriss infrage kam», erklärt Othmar Keel den Grundsatzentscheid, neu zu bauen.

Das Resultat kann sich sehen lassen: Die stark gegliederte Fassade mit den sichtbaren Holzelementen, hellen Eternitplatten und den dazu kontrastierenden, schwarzen Geländern gibt der Aussenansicht des soeben fertiggestellten Mehrfamilienhauses trotz des imposanten Volumens eine erstaunliche Leichtigkeit. «Wir wollten keinen viereckigen Betonblock», beschreibt Othmar Keel das Konzept und so findet man in den insgesamt acht grosszügig ausgestatteten Wohnungen keine rechteckigen Zimmer.

«Wir wollten keinen reinen Renditebau»

«Für uns war immer klar, dass wir keinen reinen Renditebau wollten», sagt Othmar Keel. «Das Ziel war es, ein energieautarkes, ökologisch nachhaltiges Haus zu bauen.» Evelyn Keel ergänzt: «Wir wählten deshalb eine Holzkonstruktion und verwendeten biologische Materialien aus der Schweiz. Und wir haben Handwerker aus der Region berücksichtigt.» So sei der Neubau zwar rund zwanzig Prozent teurer geworden als ein konventioneller Neubau. «Aber wir wollten etwas für die Umwelt tun», sagt Othmar Keel. Dafür sei man bereit, etwas weniger Rendite zu akzeptieren.

Geheizt wird das Haus über eine Wärmepumpe mit drei 240 Meter tiefen Erdsonden. «Mit einem sechsfachen Wirkungsgrad», nennt Othmar Keel die grosse Effizienz der Anlage, die in einem heissen Sommer die Bodenheizung auch auf 18 Grad kühlen könne. Umweltbewusst sei auch der Stromspeicher ausgewählt worden: «Die Batterie besteht aus Kochsalz, da kann gar nichts passieren. Selbst wenn sie auslaufen sollte, würde kein Gift freigesetzt», erklärt Othmar Keel.

Die Grösse sei der einzige Nachteil gegenüber den kompakten Lithiumbatterien. Die neun Einstellplätze der Tiefgarage sind so vorbereitet, dass der eigene Strom zum Tanken von Elektroautos genutzt werden kann.

Braucht das Mehrfamilienhaus Fremdenergie?

Im ersten Winter wird sich zeigen, ob das Haus tatsächlich komplett energieautark bewohnt werden kann und wie oft Strom aus dem Netz bezogen werden muss. In einer der Attikawohnungen werden die Bauherren selber leben; die Nachfrage bei den anderen Wohnungen sei sehr gross gewesen, sagt Evelyn Keel. «Die 4½-Zimmerwohnung hätten wir sicher zehn Mal vermieten können. Bis auf eine der Wohnungen sind bereits alle vergeben.»

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