Subingen
Leben wie früher in der Wildnis: Gemeinderat will alternative Pferdehaltung ermöglichen

Der Subinger Gemeinderat möchte die Möglichkeit zu einer alternativen Pferdehaltung schaffen. An der Inkwilerstrasse soll ein Aktiv- und Bewegungsstall für Pferde entstehen.

Marlene Sedlacek
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Hanspeter Bärtschi

Der Gemeinderat begrüsst die Idee von Jürg Leuenberger, ein Gelände für eine neue Art von Pferdehaltung zu realisieren. Auf der Parzelle GB Subingen Nr. 2284 an der Inkwilerstrasse sollen die Voraussetzungen für einen Aktiv- und Bewegungsstall für Pferde geschaffen werden.

Absicht ist, Pensionspferde so naturnah wie möglich zu halten, ähnlich wie sie früher in der Wildnis lebten. Sie müssen ihr Futter in Heuraufen am Rand des Geländes holen und bei Durst die Tränken aufsuchen. «Damit haben sie natürliche Bewegung», meinte Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold. Den Pferden wird ein Sandplatz zum Wälzen zur Verfügung stehen, in Weideunterständen finden sie Schutz.

Die Parzelle liegt in der Landwirtschaftszone, überlagert mit der Juraschutzzone, einem «Gebiet von besonderer Schönheit und Eigenart», und in einer kommunalen Landschaftsschutzzone. Die Juraschutzzone erfordert eine sorgfältige Integration der Bauten in die Landschaft. Die projektierten Gebäude sind alle eingeschossig und entsprechen diesen Vorschriften.

Die Obstbäume in der Hostet bleiben erhalten und werden durch Einzäunung geschützt. Das Gebäude an der Inkwilerstrasse 34 bleibt bestehen. Um dieses Projekt zu verwirklichen, muss jedoch die kommunale Landschaftsschutzzone aufgehoben werden, wofür der Kanton zuständig ist.

Ingold beurteilt den Standort für das Gehege als attraktiven Blickfang an der Dorfeinfahrt. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat den Antrag für diese Zonenänderung zuhanden des Kantons.

Mittagstisch zu wenig genutzt

Der Mittagstisch vom Verein Wurzeli läuft nicht, wie er sollte. 27 Kinder bräuchte es, um den Betrieb kostendeckend zu betreiben. Mehr als zehn Kinder nutzten das Angebot jedoch nie. Nur dank der Defizitgarantie der Gemeinde konnte die Einrichtung überleben.

Eine Arbeitsgruppe setzte sich mit den Rahmenbedingungen für familienergänzende Betreuungsangebote auseinander. Sie analysierte die Angebote der umliegenden Gemeinden, vor allem auch deren Finanzierung. Sie nahm sich der Probleme des Mittagstischs Wurzeli an. Wichtigste «Gelingensbedingung», um den Begriff der Arbeitsgruppe zu verwenden, sei die Integration einer solchen Einrichtung in den Schulbetrieb, stellte sich heraus.

Momentan sind aber keine geeigneten Räume in der Nähe des Schulhauses oder im Schulhaus selbst vorhanden. Der Umzug der heute genutzten Container bei der Mehrzweckhalle kommt aus Kostengründen nicht in Frage. Ebenso ist der Ausbau von bestehenden Räumlichkeiten mit hohen Investitionen verbunden.

Rats-Stenogramm

Im Weiteren hat der Rat:

- mit sechs zu drei Stimmen beschlossen, bei Crossiety (digitaler Dorfplatz) einzusteigen. Mit dem lokalen sozialen Netzwerk sollen sich Dorfbewohner besser informieren können, effizienter miteinander kommunizieren und sich einfacher engagieren;

- den Grundsatzentscheid gefällt, Kosten für ausserkantonale Spitexleistungsbezüger zu übernehmen. Anlass dazu gab der Fall eines Subingers, der vorübergehend zu Familienangehörigen in den Kanton Bern gezogen ist. (msg)

Stephanie Béguelin (Präsidentin Arbeitsgruppe) findet, dass nicht nur eine räumliche, sondern auch eine strukturelle Integration nötig sei. «Der Verein muss enger mit den Schulbehörden zusammenarbeiten.». Eine Teilnahme an Teamsitzungen der Lehrpersonen und ein regelmässiger Austausch mit der Schulsozialarbeit würden das Angebot bekannter machen.

Dass familienergänzende Betreuungsangebote ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinden kaum möglich sind, hat die Analyse der Finanzierungen ergeben. Sollte sich die Gemeinde weiterhin an den Kosten beteiligen, müsste der Verein jedoch mehr in die Pflicht genommen werden. Die Arbeitsgruppe schlägt vor, eine Leistungsvereinbarung zwischen der Einwohnergemeinde und dem Verein auszuarbeiten.

Ingold stellt sich vor, dass man das Wurzeli als eine Art Pilotprojekt anschaue, um das Bedürfnis nach familienergänzenden Betreuungsangeboten auszuloten. Der Gemeinderat hiess die Anträge der Arbeitsgruppe einstimmig gut, das Wurzeli in die Schule zu integrieren, eine Leistungsvereinbarung abzuschliessen und schulhausnahe Räumlichkeiten zu finden.

In diesem Zusammenhang stoppte die Planungsgruppe Schulhaus die Arbeiten für die Umnutzung der Turnhalle. Sie wird die Schaffung solcher Räume in ihre Betrachtungen mit einbeziehen.