Budget
Langendorfs Gemeinderat will den Schwimmunterricht

Der Gemeinderat Langendorf spricht Gelder für Transport und Begleitpersonen für den Schwimmunterricht und für die Kinderbetreuung und die Jugendarbeit im Dorf.

Gundi Klemm
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Die Kinder sollen Schwimmunterricht erhalten. (Symbolbild)

Die Kinder sollen Schwimmunterricht erhalten. (Symbolbild)

Keystone

«Alle Kinder sollten schwimmen lernen. Ich empfinde Schwimmunterricht grundsätzlich als eine Supersache.» Die Begeisterung von Gemeindepräsident Hans-Peter Berger für die im Lehrplan 21 empfohlene Sportunterrichtserweiterung teilte am Ende der Gemeinderat einhellig.

Zuvor allerdings wurden einige Kritikpunkte geäussert. Gemeindevizepräsident Daniel Hürlimann, der seine Unzufriedenheit mit dem Lehrplan 21 ausdrückte, erinnerte sich an seine Schulzeit in Langendorf, in der das Schwimmen auch dazugehörte, aber nicht wie heute vorgeschrieben mit einem Bus-Transport. «Wir fuhren mit dem Velo nach Oberdorf oder an die Aare.»

Christoph Loser, Ressortchef Bildung, widersprach: «Für Unterstufen-Kinder ist das völlig unmöglich.» Auch die vorgeschriebenen, dafür mit Pool-Basic-Brevet ausgebildeten Begleitpersonen, deren Aufgaben für den Aufenthalt im Schwimmbad noch nicht genau definiert sind, lagen den Gemeinderatsmitgliedern auf dem Magen. Ins Budget 2020 nimmt die Gemeinde 13'076 Franken für Transport und Begleitpersonen auf.

Kinderbetreuung und Kinder- und Jugendarbeit

In Langendorf gibt es bereits einen Mittagstisch für Schulkinder am Steinackerweg und einen Schülerhort. Um nun die Tagesstrukturen zusammenzuführen, hat die zuständige Arbeitsgruppe in der bisherigen Kinderkrippe Sunneschyn entsprechende Räumlichkeiten gefunden, wie Barbara Obrecht Steiner ausführte. «Es ist ein Glücksfall, dass wir dort beide Angebote unter einem Dach vereinen können», bekräftigte auch Ratsmitglied Tom Anderegg die künftige Lösung, die rund 25'000 Franken jährlich mehr kostet als gegenwärtige Beiträge in Höhe von 103'000 Franken (laut Budget 2019).

Der Gemeinderat befürwortete zudem die Leistungsvereinbarung für die offene Kinder- und Jugendarbeit mit dem Verein Begegnungszentrum Altes Spital Solothurn einstimmig. Zuvor hatte Urs Flück, Ressort Jugend und Kultur, die ausgehandelte Leistungsvereinbarung vorgestellt. Langendorf «kauft» auf Antrag der Jugendkommission künftig externe Leistungen beim Vertragspartner ein. Das Alte Spital erhält dafür jährlich einen Grundbetrag von 73 500 Franken. Die Leistungsvereinbarung kann, mit einer Frist von 12 Monaten, zum Jahresende von beiden Seiten gekündigt werden. Zu diesem Vertrag, der vier Jahre gilt, kann die Gemeindeversammlung noch Stellung nehmen.

Budget 2020: Finanzkommission «extrem isoliert»

Gemeindeverwalter Kurt Kohl wies in der zweiten Beratung des Budgets auf diverse Abstriche hin, die das Ergebnis gegenüber dem ersten Entwurf verbessert haben. Aufgelistet in der Erfolgsrechnung sind Ausgaben und Einnahmen von rund 21 Mio. Franken, die zu einem Ertragsüberschuss von rund 100'000 Franken führen. Die Netto-Verschuldung liegt bei 9,2 Mio. Franken. Die Investitionsrechnung sieht Ausgaben von 509'000 Franken vor. Die Netto-Investition beläuft sich auf rund 300'000 Franken.

Ein «Stein des Anstosses» ist für die Finanzkommission der Kostenschub für die Bildung. (Rechnung 2018: 9,2 Mio./Budget 2020: 10,7 Mio. Franken) «Unsere Gemeinde wird durch diese Kosten und die neuen Schulbauten bis an die finanzielle Erschöpfung gebracht», warnte Rolf Truninger. Zudem beklagte er sich, dass die Finanzkommission bei Sparvorschlägen «extrem isoliert» dastehe. Er mahnte zur Strenge bei der Einhaltung aller Budgetpositionen. Besonders störten ihn das hohe Material-Budget in der Schule und die Kosten der Software-Lizenzen. Einstimmig entschied sich der Gemeinderat, hierzu eine genaue Zusammenstellung der Lizenzen anzufordern. (gku)

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