Gemeindeversammlung
Langendorf will keine Steingärten

Judith Frei
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Langendorf setzt sich gegen Steingärten ein. (Archiv)

Langendorf setzt sich gegen Steingärten ein. (Archiv)

Walter Schwager

Die Türen zum Konzertsaal in Langendorf standen am Montagabend offen. Nicht für ein Konzert, sondern für die Rechnungsgemeindeversammlung. Vor dem Eingang musste man sich für das «Contact Tracing» eintragen und diejenigen, die wollten, konnten eine Maske fassen. Insgesamt 31 Stimmberechtigte trugen sich an diesem sommerlichen Abend in die Liste ein.

«Wir sind froh, dass wir diese Versammlung heute durchführen können», sagte Gemeindepräsident, Hans-Peter Berger zu Beginn. Hätte die Jahresrechnung 2019 gleichzeitig mit dem Budget 2021 besprochen werden müssen, dann wäre die nächste Gemeindeversammlung bis um Mitternacht gegangen, vermutete er.

Er scheint die Langendörferinnen und Langendörfer gut zu kennen, denn diese sind offensichtlich für effiziente Gemeindeversammlungen. Obwohl insgesamt fünf Geschäfte traktandiert waren, dauerte die Sitzung nur 90 Minuten. Auch Geschäfte mit Konfliktpotenzial verzögerten die Sitzung nicht: Das totalrevidierte Baureglement wurde diskussionslos und einstimmig angenommen. Obwohl das neue Baureglement neu den folgenden Passus hat: «Steingärten (Schottergärten), die keinen ökologischen Nutzen haben, sind nicht erlaubt.» Was das genau bedeutet, interessierte die Anwesenden nicht. Für den Gemeindepräsident war dies überraschend, aber erfreulich: «Dieser Paragraf passt gut in das Projekt ‹Natürlich Langendorf›», sagte er. Denn so könne man einfach etwas für die Biodiversität tun.

Auch die restlichen Traktanden wurden ohne Diskussionen und einstimmig angenommen, mit Ausnahme des Betriebsreglements für die Tagesstruktur Chutzenäscht. Bei diesem Geschäft enthielten sich zwei Stimmberechtigte. Wieso, bleibt unklar, denn auch sie äusserten sich während der Versammlung nicht zu ihrem Vorbehalt. So wurde die spezielle Gemeindeversammlung schon um 21 Uhr geschlossen.