Langendorf
Ja zur Testphase trotz Vorbehalte: Die Offene Jugendarbeit darf den «Jugend Träff» vermieten

Der Gemeinderat von Langendorf sprach sich mit 6 Ja- zu 3 Gegenstimmen dafür aus, den Jugendlichen eine Chance zu geben. «Vielleicht klappt es ja ganz gut», sagte SP-Gemeinderat Ivan Flury.

Hans Peter Schläfli
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Der Jugend Träff kann jetzt in einer Testphase, die mindestens bis im Sommer dauert, vermietet werden.

Der Jugend Träff kann jetzt in einer Testphase, die mindestens bis im Sommer dauert, vermietet werden.

Hans Peter Schläfli

Als Ressortleiter Kultur und im Namen der Jugendkommission stellte Urs W. Flück (SP) dem Gemeinderat Langendorf den Antrag, dass es in Zukunft der Offenen Jugendarbeit Langendorf erlaubt werde, die Räume des «Jugend Träff» in Eigenregie zu vermieten und für weitere Nutzungen freizugeben.

Für diesen Zweck wurde durch die Jugendkommission eigens ein detailliertes Raumnutzungskonzept ausgearbeitet. Darin steht, dass der Jugendtreff für Vereine und Organisationen, welche im Jugendbereich tätig sind sowie Schulklassen zur Verfügung steht. Auch einzelne Jugendliche sollen die Räumlichkeiten für ihre Freizeitaktivitäten und Projekte nutzen können.

«Die Jugendlichen und diverse Vereine sind mit diesem Anliegen auf uns zugekommen», sagte Bettina Boerner, Präsidentin der Jugendkommission. «Mit dem Konzept hätten wir eine gute Grundlage, um eine Fremdnutzung zu ermöglichen.» Urs W. Flück ergänzte:

«Wir sollten den Jugendlichen ein Zeichen geben. Wir möchten ihnen eine Plattform zur Verfügung stellen und ihnen Verantwortung übergeben.»

Als Gemeindepräsident Hans-Peter Berger (SP) bereits zur Besprechung einzelner Punkte des Reglements übergehen wollte, kamen aus dem Rat grundsätzliche Bedenken. Barbara Obrecht (FDP) fand das Konzept als Ganzes ungenügend. Benjamin Siegrist (FDP) ergänzte: «Es ist nicht die Aufgabe der Gemeinde, den Jugendlichen die Räume zur Verfügung zu stellen, dadurch wird die Verwaltung unnötig belastet.» Da die Jugendarbeit im Mandat durch den Verein Altes Spital Solothurn geführt werde, sei es zudem kaum möglich, zwischen Einheimischen und Auswärtigen zu unterscheiden. Er befürchtet einen Ansturm aus der ganzen Region.

Angst vor Partylärm, Einwände wegen Brandgefahr

Thomas Anderegg (SVP) empfahl, den Antrag abzulehnen: «Wir bieten mit dem Jugendtreff genug, für alles andere sollen sich die Jugendlichen selber einen Raum suchen.» Es gebe genügend Optionen. Gisela Schultis (SP) gab zu bedenken, dass die Nachbarn am Wochenende gar keine Freude am Partylärm haben werden. Bettina Boerner erläuterte, dass nur zwei Vermietungen pro Monat möglich sein werden. Weitere Einwände waren die Brandgefahr, da das Gebäude aus Holz ist, sowie das Fehlen einer WC-Anlage.

Ivan Flury (SP) bedauerte das Misstrauen, dass den Jugendlichen entgegengebracht werde. Er sprach sich für eine Testphase aus. «Vielleicht klappt es ja ganz gut, geben wird er Idee eine Chance.» Auf diesen Kompromissvorschlag ging der Gemeinderat schliesslich mit 6 gegen drei Stimmen ein. Man einigte sich darauf, das Angebot strikte auf Jugendliche aus dem Schulraum Geslor (Langendorf, Oberdorf, Rüttenen) zu beschränken.

Aus der Testphase, die mindestens bis in die Sommerferien dauern soll, können Erfahrungen gewonnen werden. Erst dann soll definitiv entschieden werden, ob das Projekt definitiv verworfen oder mit einem überarbeiteten Raumnutzungskonzept genehmigt wird.

Die weiteren Geschäfte

Nebst der Jugendkommission behandelte der Gemeinderat von Langendorf an ihrer letzten Sitzung weitere Geschäfte. Das Wichtigste in Kürze: Die Bürgergemeinde Langendorf erhielt vom Gemeinderat die Erlaubnis, im Rahmen der Erschliessung des Gebiets Heissacker Nord eine Transportleitung vom Pumpwerk Steinsäge zum Reservoir Heissacker zu bauen. Der Gemeinderat stimmte der Vereinbarung mit dem Bund zu, die im Rahmen des Agglomerationsprogramms (4. Generation) eine Langsamverkehrsverbindung vom Delta-Areal über den Bahnhof bis hin zur Migros vorsieht Der Gemeinderat von Langendorf nahm von der Auflösung des Vereins Mittagstisch Kenntnis und bedankte sich bei allen Verantwortlichen für die jahrelange Unterstützungsarbeit im Bereich familienergänzende Kinderbetreuung. Der Verein Mittagstisch Langendorf wurde aufgelöst, da alle Aufgaben von der Betriebskommission Tagesstrukturen und der Gemeindeverwaltung übernommen wurden. (hps/fvo)