Langendorf
Gemeinde bleibt im Moment auf ihren Schulden sitzen

Im Gemeinderat Langendorf wurde der Finanzplan von 2022 bis 2026 besprochen. Dabei wurde deutlich, dass für die nächsten Jahre eine noch höhere Verschuldung droht – und das in einem Ausmass, dass die Gemeinde ihre Eigenständigkeit verlieren könnte.

Nadine Schmid
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Langendorf aus der Luft.

Langendorf aus der Luft.

Oliver Menge

Wie Gemeindeverwalter Kurt Kohl zu Beginn der Diskussion des Finanzplans am Montagabend sagte, seien die Zahlen alles andere als zufriedenstellend: Dies liege vor allem an steigenden Kosten, unter anderem bei der Pflegefinanzierung und der Sonderschule. Auch wird angenommen, dass wegen der Coronapandemie die Steuersubstrate abnehmen. Deshalb könne man die Schulden in den nächsten Jahren nicht abbauen. In den nächsten Jahren würde die Gemeinde rote Zahlen schreiben. Erst für 2026 sei ein ausgeglichenes Ergebnis realistisch.

Auch die Nettoverschuldung bereite Sorge. In diesem Jahr liegt der Verschuldungsquotient bei 128 Prozent. In den nächsten Jahren wird er laut Prognose bei über 150 Prozent liegen. Die Nettoschuld pro Einwohner steige von 3482 Franken auf über 4200 Franken. Kohl: «Im Moment können wir noch frei planen als Gemeinde.» Doch steige der Quotient, könnte sich das ändern.

Diese Berechnungen sorgten für Betroffenheit im Gemeinderat. So bei Gisela Schultis (SP/Grüne): «Das zu sehen, ist schon erschreckend. Es zeigt, dass in gewissen Bereichen zu viel Geld ausgegeben wurde und dass wir sparen müssen.» Das Abwägen sei aber bei gewissen Einsparungen schwierig. Auch Thomas Anderegg (SVP) findet, es hätte sich abgezeichnet:

«Wir hätten über die Jahre reagieren können. Nun sind wir dabei, hineinzuschlittern.»

Man könne durch Einsparungen jetzt noch etwas tun, dann müssten jedoch alle am gleichen Strick ziehen. Dabei wurden auch einige Anstösse genannt. So überlegt sich die Gemeinde, mit der Schule zusammenzusitzen, um über Sparmöglichkeiten zu diskutieren, und auch die Kommissionen sollen auf den Spardruck sensibilisiert werden.

Nur noch halb so viele Parkmöglichkeiten

Bei der Stöcklimattstrasse hat der Gemeinderat ein beidseitiges Parkverbot zwischen der Rüttenen- und Grünernstrasse beschlossen. So soll die Strasse sicherer werden. Da lückenlos parkiert wird, ist das Kreuzen nicht mehr möglich. Das Parkieren soll nun nur noch in den markierten Parkfeldern möglich sein. Damit bleiben 24 Parkfelder bestehen. Auch die Vereinbarung zum Umbau des Bahnhofs mit einer Unterführung für Fussgänger und Velofahrer hat der Gemeinderat abgesegnet. Finanziell beteiligen sich die BLS, der Kanton, die Zuriba AG als Eigentümerin des Delta-Areals und die Gemeinde. Der Anteil für die Gemeinde beträgt 500'000 Franken.

Für Langendorf entstehen jedoch keine Kosten: Bei der Mehrwertabschöpfung im Rahmen eines Vorvertrags mit der Zuriba AG, bei dem es um die Umzonung des Delta-Areals ging, erhielt die Gemeinde einen Betrag von 550'000 Franken. Diesen muss Langendorf für Leistungen verwenden, die dem Areal von Nutzen sind. Entsprechend wird dieses Geld in den Umbau fliessen. Der neue Bahnhof soll bis 2025/26 realisiert werden.

Drogerie soll in Migros einziehen

Weiter erhält die Migros grünes Licht, mehr Drittmieter aufzunehmen. Nach geltendem Gestaltungsplan dürfte die Migros nur 6300m2 an Drittmieter vermieten. Der Gemeinderat möchte die Migros aber nicht blockieren, bis der Gestaltungsplan angepasst ist. Die Migros müsse das Zentrum zeitgemäss führen und sich an den Gegebenheiten anpassen können, so der Gemeinderat. Die Migros plant anstelle ihres eigenen Fachmarkts Micasa eine Drogerie einzumieten.

Weiter wird es in der Gemeinde bei der Papiersammlung neu vier Touren geben und beim Grüngut zusätzliche Häckseltouren. Abgelehnt hat der Gemeinderat jedoch die vorgesehene Änderung bei der Kartonentsorgung. Zwar wäre die Anzahl Touren pro Jahr auf zwölf verdoppelt worden, jedoch hätte man dafür den Karton nicht mehr beim Werkhof entsorgen dürfen. Dies hätte der Gemeinde Einsparungen von 5200 Franken im Jahr gebracht und gemäss der Befürworter des Antrags aus den Reihen der SP/Grünen eine gewisse Entspannung bei der Lage beim Werkhof. Die Mehrheit des Rats empfand die Änderung jedoch als ein Leistungsabbau.

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