Biodiversität

Langendorf geht in die Offensive für mehr Grün – aber die Natur braucht Geduld

In Langendorf wurde eine Biodiversitäts-Offensive gestartet. Die ersten Resultate sind aber erst nächstes Jahr zu sehen.

Im letzten April wurde in Langendorf eine Offensive für mehr Biodiversität gestartet. Was hat «Langendorf natürlich» gebracht? Ein Rück- und Ausblick mit Martin Sollberger und Hansruedi Eichelberger (Mitglieder der Umweltschutzkommission Langendorf) soll diese Frage beantworten.
Der Startanlass im Konzertsaal am 24. April war laut Sollberger und Eichelberger sehr gut besucht.

Dabei wurden auch Tüten mit Wildblumensamen verteilt. Diese sollten die Langendörferinnen und Langendörfer dazu animieren, in ihren Gärten Wildblumenwiesen anzulegen. Das Resultat dieser Aktion soll fotografiert werden. Es wurde ein Foto-Wettbewerb mit dem Titel «Die schönsten Natur-Flecken in Langendorf» lanciert. Wer mitmachen möchte, musste seinen Garten vor der Aussaat fotografieren. Nächstes Jahr soll dann der Blütezustand fotografiert werden. Die Fotos können bis zum 31. Juli 2020 eingereicht werden. Unter den Teilnehmern werden fünf «Terrassen-Garten-Balkon-Party-Körbe» verlost. Weiter wird eine Fotoausstellung diese erste Phase abschliessen.

Demonstrationsgarten bei der Migros-Bushaltestelle

Ende April wurde eine Broschüre mit dem Titel «Ein Leitfaden für mehr Natur im Dorf» in alle Haushaltungen verschickt. Eine zweite Veranstaltung im Herbst fand ebenfalls ein erfreuliches Echo. Dort ging es um das Thema «Wintervorbereitung für den Garten». Einerseits wurde der richtige Schnitt für Sträucher und Bäume erläutert, andererseits erklärt, was man machen kann, damit Kleinlebewesen einen Ort zum Überwintern finden.

Bereits jetzt für alle sichtbar ist die Renaturierung des Grundstückes zwischen der Bushaltestelle in Langendorf und dem Migros-Parkplatz. «Seit letztem Frühling wurde dort einiges gemacht», erklärt Sollberger. Rund 200 Wildblumenzwiebeln wurden eingepflanzt, dazu kommen diverse Wildsträucher. Eine Trockenmauer dient als Lebensraum für Kleinlebewesen, wie etwa Eidechsen. Sie wird aber auch als Sitzgelegenheit benutzt. Rege genutzt wird auch der Kiesweg, der durch das Grundstück führt.

Die Werkhofarbeiter helfen mit

Im kommenden März werden gemeinsam mit dem Familienverein «Konfetti» zwei Insektenhotels gebaut. Diese sollen ihren Platz ebenfalls nahe der Bushaltestelle bekommen. «Wir möchten einen kleinen Schaugarten anlegen und die Pflanzen auch beschriften» Dass das Grundstück renaturiert werden kann, ist auch dem Einkaufszentrum «Ladedorf» zu verdanken, dass der Einwohnergemeinde dafür eine grosszügige Spende hat zukommen lassen.

Viel Lob haben Martin Sollberger und Hansruedi Eichelberger für den Werkhof Langendorf. «Ohne die Hilfe der Werkhofmitarbeiter wäre die Biodiversitäts-Offenisve nicht möglich gewesen.» Die Arbeiter seien genaustens instruiert und wüssten, wo sie konventionell arbeiten sollen und wo Naturwiesen stehen, die anders betreut werden müssen.

Noch nicht fertig ist der Internetauftritt von «Langendorf natürlich». Geplant ist, ein interaktives Tool aufzuschalten, wo Fragen gestellt werden können, die Experten dann beantworten.

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