Langendorf
Deponierte Gartenabfälle und wilde Feuerstellen: Auf welche Probleme die Bürgergemeinde beim Waldunterhalt trifft

Im Heimlisberger Wald in Langendorf ist die Bürgergemeinde dafür verantwortlich, dass die offiziellen Feuerstellen in Ordnung sind und die Umgebung sabuer bleibt. Dabei wird an die Eigenverantwortung appelliert.

Christian Sutter
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Brandgefährliche Feuerstelle auf Holzschnitzelteppich, zehn Meter neben einer eingerichteter Grillstelle

Brandgefährliche Feuerstelle auf Holzschnitzelteppich, zehn Meter neben einer eingerichteter Grillstelle

Christian Sutter

Einmal kurz nach Feierabend mit dem Hund in den Wald joggen gehen oder sich einen ausgedehnten Grillplausch genehmigen; dies und noch vieles mehr ist alles möglich im Wald. Aber im Wald regelt sich nicht alles von selbst.

Im Langendörfer Heimlisberger Wald sorgt seit einem halben Jahr René Galey dafür, dass die offiziellen Feuerstellen in Ordnung sind, die Umgebung sauber bleibt und die Sicherheit gewährleistet ist. Die Bürgergemeinde Langendorf steht als Waldbesitzerin in der Verantwortung für den Unterhalt und die Sicherheit des Waldes. Neben dem professionellen Forstdienst helfen dabei Freiwillige wie Galey mit.

Ebenso sind seit 17 Jahren Max Kaufmann und Willy Kissling am sogenannten «Buslete Bächli», auch «Mühlibächli» genannt, aktiv. Sie unterhalten die Ufer und den Wasserlauf dieses einst bis in die Stadt fliessenden «Mühlibächleins» und sorgen dafür, dass er nicht verlandet. Galey unterstützt die beiden über 80-Jährigen neu auch bei Unterhaltsarbeiten am Bächlein.

Eigenverantwortung ist angesagt

Neben den Waldbesitzern tragen immer auch diejenigen eine Eigenverantwortung, die den Wald nutzen. Dabei stellen René Galey, Max Kaufmann und Willy Kissling auch unerfreuliche Ereignisse fest. Deponierte Gartenschnittabfälle seien da nur eines von vielen Problemen, so Galey. Beispielsweise sei schon das gesamte Schnittgut von einem Obstbaumschnitt bei einer Grillstelle deponiert worden.

Grosse Sorgen bereiten ihm wie auch der Bürgergemeinde wilde Feuerstellen. Einfach irgendwo ein Feuer zu entfachen, sei im wahrsten Sinn des Wortes brandgefährlich. Wenn er gerade jemanden sehe, spreche er die Leute immer an. «Meistens sind sie ja aber wieder weg, wenn ich komme.» Bei einer Grillstelle sei auch schon mal ein ganzes Bett mit Inhalt deponiert worden. Dieses sei dann durch den Werkhof Langendorf entsorgt worden. Mitarbeitende vom Werkhof leeren auch die Abfallkübel und haben sich an der Erstellung der Infrastruktur beteiligt.

Appellieren an die Eigenverantwortung der Waldbenutzerinnen und -benutzer: Willy Kissling, René Galey, Max Kaufmann und Franz Aebi (von links).

Appellieren an die Eigenverantwortung der Waldbenutzerinnen und -benutzer: Willy Kissling, René Galey, Max Kaufmann und Franz Aebi (von links).

Christian Sutter

Darauf angesprochen, was im Gegenzug zu den Ärgernissen Freude bereitet, meint Kissling, «wenn man sieht, dass die Leute ihre Arbeit im Wald schätzen und sich freuen an der Natur». Galey fügt an, dass neben der Rücksicht auf den Wald auch die Rücksicht unter den Menschen gefordert sei, etwa zwischen Wanderern und Radfahrern. Es habe für alle Platz. Und Freude mache allen drei ehrenamtlich tätigen «guten Geistern vom Heimlisberger Wald» ihre Arbeit immer.

Freier Waldzugang für alle

Auch dem Präsidenten der Bürgergemeinde Langendorf, Franz Aebi, ist ein verantwortungsvolles Verhalten im Wald ein Herzensanliegen. «Der freie Zugang zum Wald ist allen garantiert», so Aebi. Im Gegenzug werde von den Nutzerinnen und Nutzern des Waldes erwartet, dass sie keine Abfälle deponieren, die Infrastruktur der Grillstellen nicht beschädigen und allen Abfall richtig entsorgen.

Viele seien sich auch nicht bewusst, dass der Wald Besitzer habe und diese in einer Verantwortung stünden. Deshalb sei man froh, mit René Galey eine Person gefunden zu haben, die den Wald im Auge behält.