«Die Schulraumplanung ist eines der wichtigsten Geschäfte für die Gemeinde und deren Zukunft», erklärte Gemeindepräsident Hans-Peter Berger zu Beginn der ausserordentlichen Gemeindeversammlung. Dieser Meinung war offensichtlich auch der Souverän: 305 Stimmberechtigte fanden sich am Montagabend im Konzertsaal ein.

Hans-Peter Berger bat die Stimmberechtigten, auf das Traktandum einzutreten, damit eine sachliche Diskussion möglich sei. Doch das wollte eine Mehrheit von 168 Anwesenden nicht. 119 waren für Eintreten, 17 enthielten sich der Stimme. Wie geht's jetzt weiter?

Einen Tag nach der Gemeindeversammlung zeigte sich Gemeindepräsident Hans-Peter Berger selbstkritisch. «Die Vorlage war wohl zu wenig ausgereift.» Man stand unter Zeitdruck und war vielleicht auch etwas blauäugig, so Berger.

«Wir hätten die effektiven Kosten deutlicher machen sollen. Wenn man mit den 21 Mio. argumentiert, dann kommt man natürlich auf die Zahlen, die gestern ausgerechnet und aufgezeigt wurden.»

Der Schulraum fehle aber weiterhin. «Da nicht eingetreten wurde, konnte auch keine Diskussion stattfinden», so Berger. «Nun wissen wir nicht genau, was die Stimmberechtigten möchten und wie wir weiterfahren sollen.»

Das sagt der Schulleiter dazu:

Schulleiter Silvan Jäggi ist froh, dass auch die Kritiker der Vorlage nicht bestritten haben, dass es in Langendorf zusätzlichen Schulraum braucht.  

Silvan Jäggi, wie geht es Ihnen nach dieser denkwürdigen Gemeindeversammlung?

Silvan Jäggi: Ich war beeindruckt über die hohe Beteiligung, jedoch nicht überrascht, da die Aufrufe im Vorfeld der GV dies erahnen liessen. Nach dem Ausgang der GV mache ich mir schon Sorgen darüber, wie das Geschäft jetzt weitergeht. Ist die Schulleitung ja schliesslich für die Stundenplanung einer Schule und letztlich für die Umsetzung des Bildungsauftrags vor Ort verantwortlich. Ich bin jedoch froh darüber, dass auch die Kritiker der Vorlage nicht bestritten haben, dass es in Langendorf zusätzlichen Schulraum braucht.

Die Schulraumplanung geht zurück an den Gemeinderat. Was ist das dringendste Anliegen für den Schulbetrieb?

Der Gemeinderat und insbesondere die Arbeitsgruppe Schulraumerweiterung haben meiner Meinung nach sehr gute Arbeit geleistet. Man hat sich kritisch und sehr detailliert mit der Schulraumsituation auseinandergesetzt und den Notstand erkannt. Für die Schule ist es wichtig, dass die nötigen Umsetzungsschritte jetzt nicht gestoppt oder gebremst werden. Leidtragende wären primär die Schulkinder, aber auch das Lehrpersonal der Primarschule, das unter der guten Leitung von Schulleiter Thomas Suter bereits hohe Flexibilität im Arbeitsalltag aufgebracht hat.

Sie brauchen mehr Schulräume. Wie organisieren Sie den Schulbetrieb im nächsten Schuljahr?

Definitiv planen kann man das kommende Schuljahr jeweils erst nach der Bewilligung der Pensen durch das Volksschulamt im Dezember - Januar. Die Schule jedoch benötigt im Sommer 2016 entweder ein zusätzliches Schulzimmer oder einen Raum für den 4. Kindergarten, der momentan in einem Schulzimmer untergebracht ist. Der Grund dafür ist eine zusätzliche 4. Klasse. Ebenso wird durch die Auslastung der Räumlichkeiten die Stundenplanung eine grosse Herausforderung sein: Bereits jetzt werden die Stundenpläne für die Schülerinnen und Schüler aufgrund der knappen Raumsituation nicht mehr optimal sein. Der Schulleitung stellen sich verschiedene Fragen: Wo bringen wir die spezielle Förderung unter? Wann findet der Frühfremdsprachenunterricht statt? Welche Klasse besetzt wann den Werkraum?

Der Turnunterricht wird schon bald nicht mehr für alle Klassen möglich sein. Wie lange können Sie die Vorgaben des Kantons noch einhalten?

Die Stundenplanung ist in der Tat sehr anspruchsvoll. Die Anzahl Lektionen wird für jede Stufe kantonal vorgegeben. Für den Turnunterricht sind 3 Lektionen obligatorisch. Damit der Unterricht für jede Klasse gemäss den kantonalen Vorgaben stattfinden kann, braucht es ein Minimum an Schulraum. Mit den zunehmenden Kinderzahlen wird der Turnunterricht voraussichtlich bereits im Schuljahr 2016/17 in den bestehenden Turnhallen nicht mehr während der ordentlichen Unterrichtszeiten möglich sein.

Den Kommentar zum Thema finden Sie hier