Kurzfilm

Langendörfer entwickelt ein Film-Drehbuch zum Thema Gewalt

Der Drehbuchautor Hugo Ochoa in seiner Werkstatt in Langendorf, wo das Drehbuch zu seinem Film «Ursprung» entsteht.

Der Drehbuchautor Hugo Ochoa in seiner Werkstatt in Langendorf, wo das Drehbuch zu seinem Film «Ursprung» entsteht.

Mit dem Entwurf eines Film-Drehbuchs untersucht Hugo Ochoa aus Langendorf die Frage nach den Ursachen von Gewalt.

Wie die Gewalt unter die Menschheit kam oder die Menschheit zur Gewalt? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Langendörfer Hugo Ochoa mit seiner Drehbuchentwicklung für den Kurzfilm «Ursprung». Angedacht ist ein animierter Kurzfilm, welcher den Zusammenhang zwischen Gewalt und sozialer Ungleichheit untersucht.

Ochoa will einen informativ-didaktischen Kurzfilm entstehen lassen und mit Bildmetaphern arbeiten. Ausgangspunkt für den Inhalt von «Ursprung» sind wissenschaftliche Texte und Forschungen, die den Zusammenhang von Gewalt und sozialer Ungerechtigkeit aufzeigen.

Ausgrenzung führt zu Gewalt

Auf die Idee für einen Kurzfilm ausgerechnet zu diesem Thema kommt Ochoa nicht zufällig. Aufgewachsen in Honduras, erlebte er die sozialen Unterschiede in extrem starken Kontrasten. «In Gesellschaften wie zum Beispiel lateinamerikanischen Ländern sind die Unterschiede viel krasser beobachtbar als hier», so Ochoa.

Und diese Polarität bringe viele Probleme mit sich. Als einen massgebenden Auslöser von Gewalt sieht Ochoa die Ausgrenzung. Und soziale Ungleichheit grenzt ganze Bevölkerungsgruppen aus. Ausgrenzung habe viele Gesichter und Erscheinungsformen, führt Ochoa weiter an. Dabei denke er nicht nur an materielle Ungleichheiten, sondern auch unterschiedlichen Zugang zu Bildung.

Gewalt neu wahrnehmen

Die Gesellschaft müsse lernen, Gewalt in all ihren Facetten neu wahrzunehmen und neu zu definieren. «Wenn Reiche für Partys Geld zum Fenster hinauswerfen, ist das auch eine Form von Gewalt», erklärt er weiter. Diese Tatsachen seien für Menschen, die nicht dieselben Chancen haben, stossend. Ein Grundproblem liegt für den jungen Drehbuchautor im politisch-ökonomischen System, welches er als gewaltsam bezeichnet.

Das Drehbuch für den Kurzfilm nur als Kritik an unserem Wirtschaftssystem zu sehen, ist allerdings zu kurz gegriffen. Ochoa geht es vielmehr darum, die Ursprünge von Gewalt zu benennen. Das Drehbuch setzt dabei an vor rund 11'000 Jahren mit dem Beginn der menschlichen Zivilisation. Dies sei der Anfangspunkt der Ungleichheiten in der menschlichen Geschichte.

Vor diesem Zeitalter seien Solidarität und Gemeinschaft für das Überleben Einzelner unverzichtbar gewesen. Mit der neolithischen Revolution kamen Ungleichheit und Neid in das menschliche Dasein, wobei Ochoa den Neid neben der Ausgrenzung als weitere massgebliche Ursache von Gewalt sieht. «Die Gewalt, wie wir sie heute kennen, hat in den Anfängen unserer Zivilisation ihren Ursprung», fügt Ochoa an.

Denkanstösse vermitteln

Ochoa ist aktuell noch mit Recherchen beschäftigt. Seine Ergebnisse wird er im Film mit Bildern illustrieren. Mit den Bildern sollen Inhalte offener und in einer anderen Tiefe zum Publikum transportiert werden als nur mit Worten. «Die Betrachter sollen sich selber ihre Meinung bilden können».

Dabei ist es genau eine seiner Absichten, das Publikum zu eigenen Gedanken zu animieren. Er will mit «Ursprung» Denkanstösse vermitteln, nicht Lehrsätze oder Lösungen.

Kanton unterstützt Ochoa

Für die Realisation des Films hat Ochoa bereits ein Netzwerk aufgebaut. Bis im Mai soll das Drehbuch stehen. Für die weiteren Schritte steht Ochoa mit zwei Produzenten in Kontakt. Vorerst muss er aber noch die fehlenden finanziellen Mittel beschaffen und startet im Februar ein Crowdfunding.

An die Herstellungskosten von 9120 Franken des Drehbuches erhielt Ochoa einen Beitrag aus dem Lotteriefonds von 4000 Franken zugesprochen.

Hugo Ochoa lebt seit zehn Jahren in der Schweiz und hat nach einem Studium der bildenden Künste in Costa Rica an der Fachhochschule Nordwestschweiz Medienkunst studiert.

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