Schnottwil

Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind länger und breiter geworden

Der Rüttenenweg ist einer der Flurwege, die in erster Priorität saniert werden.

Der Rüttenenweg ist einer der Flurwege, die in erster Priorität saniert werden.

In Schnottwil ist das Netz der Flurwege das Rückgrat für die Erschliessung der landwirtschaftlichen Betriebe. Darum müssen die Wege saniert werden.

In Schnottwil gibt es 31 asphaltierte Flurwege mit einer Länge von rund 12 Kilometer. Die Flurwege erschliessen die landwirtschaftlichen Flächen und teilweise auch die Betriebe innnerhalb  der Gemeinde und dienen zudem der Forstwirtschaft. Für die Bevölkerung sind sie Zubringer zum Naherholungsgebiet. Die Flurwege wurde in den 70-er-Jahren asphaltiert. Die Lebensdauer des Belages ist in der Zwischenzeit erreicht oder gar überschritten und ein grosser Teil der Wege weist strukturelle Schäden auf.

In Schnottwil ist unbestritten, dass die Flurwege saniert werden müssen. Schon im Dezember 2018 wurde an der Gemeindeversammlung ein Rahmenkredit von 2 Mio. Franken genehmigt. Damit sollen, verteilt auf zehn Jahre, 15 Wege saniert werden. «Wir haben die Hauptachsen als prioritär eingestuft. Darum werden diese Wege nun zuerst saniert», erklärt Gemeindepräsident Stefan Schluep das Vorgehen.

Wie vorgegangen werden soll, wurde in einem Bericht zusammengefasst. Zudem ist zurzeit ein Teil-Erschliessungsplan Flurwege öffentlich aufgelegt. Erschliessungsplan und Bericht sind zudem nötig, damit die Gemeinde Subventionen von Bund und Kanton beantragen kann.

Die Wege werden allerdings nicht nur saniert, sondern teilweise auch verbreitert. Im technischen Bericht ist nachzulesen, dass die Wege auf maximal 3.60 Meter oder auf die volle Breite, die durch die Vermarkung vorgegeben wird, ausgebaut werden. Das sei nötig, weil die landwirtschaftlichen Fahrzeuge heute länger und breiter seien. Gleichzeitig wird die Fundation der Wege verstärkt und wo nötig werden die Einlenkbedingungen für die Fahrzeuge verbessert.

Trotz des moderaten Ausbaus und der Anpassungen werde das Orts- und Landschaftsbild nicht verändert. «Wir bauen ja nichts Neues», so Schluep. Mit der Sanierung werde zudem künftig der Unterhalt einfacher.

Grenzwerte werden überschritten

Die Flurwege können nicht einfach nur saniert werden. Die Beläge wurden auf PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Grenzwerte überschritten werden. Die Wege werden deshalb komplett ersetzt. Das Material muss in verschiedene Deponien entsorgt werden. Erfreulicherweise sei das an die Flurwege angrenzende Land aber nicht belastet und es gebe darum keine Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzung.

Mit der Sanierung und dem Ausbau der Wege wird auch die Entwässerung angepasst. Wo immer möglich soll «über die Schulter» entwässert werden. Das heisst, dass das Wasser ins angrenzende Wiesland geleitet wird und dort versickert. Wegen der topografischen Gegebenheiten ist das in Schnottwil nicht überall möglich. Zudem ist die Versickerungsleistung auf dem Gemeindegebiet generell gering. Aus diesem Grund müssen teilweise Versickerungsleitungen entlang der Flurwege erstellt werden. Das so gefasste Wasser wird in angrenzende Bäche geleitet.  Bestehende Einlaufschächte können tiefer gesetzt oder eingeschalt werden. Teilweise werden neue Einlaufschächte mit einem Schlammsammler angeordnet.

Die öffentliche Auflage des Erschliessungsplanes Sanierung Flurwege geht noch bis zum 21. April.

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