Weil es in seinem Gemeinderatszimmer im Dachgeschoss des Schulhauses für eine Sitzung einfach zu heiss war, zog der Rat in die «Katakomben» sprich: in den ausgebauten ehemaligen Gemüsekeller der Schule.

Doch auch da wurde es allen heisser, weil die Diskussion um die Erneuerung der Pachtverträge mit sieben örtlichen Landwirten die Gemüter in Wallung brachte. Gegen eine Anhebung der Pachtgebühren pro Are um 31 Prozent hatten sich vier Landwirte gewehrt.

Finanzressortchef Urs Affolter machte geltend, dass diese Erhöhung weder vom Gemeinderat diskutiert noch rechtskonform entschieden worden war. Vielmehr hatten Gemeindepräsident und Verwaltung durch Auskünfte beim Kantonalamt für Landwirtschaft und beim Bauernsekretariat in Erfahrung gebracht, dass eine Anhebung der seit über 25 Jahren nicht angepassten Pachterlöse für die 730 Are Landwirtschaftsland im Besitz der Einwohnergemeinde um diesen Prozentsatz der Teuerung durchaus gerechtfertigt sei.

Dies war den betroffenen Bauern mit dem neuen Vertrag eröffnet worden. Affolter rügte nun, das ein offizieller Ratsbeschluss dazu nicht bestehe, während Gemeindepräsident Roger Siegenthaler auf eine Information der Ratsmitglieder verwies, die laut Protokoll mit 4:1 gutgeheissen worden sei.

Zudem erinnerte er daran, dass ja eigentlich die Absicht bestand, zur Verbesserung der kommunalen Kassenlage Land zu verkaufen. Deshalb war allen Pachtnehmern auch gekündigt worden. Doch nach einer Zusammenkunft mit den Landwirten vor rund 15 Monaten war vom Verkauf wieder Abstand genommen worden. «Eine Pacht-Erhöhung ist aber durchaus berechtigt», betonte der Gemeindepräsident und verwies auf Kosten wie Drainagesanierung und das Spülen von Schächten auf den Flurwegen, die alle von der Einwohnergemeinde für die örtliche Landwirtschaft übernommen würden.

Nach temperamentvoller Aussprache einigten sich die Ratsmitglieder in Behandlung der Einsprachen, den gültigen Landesindex zur Berechnung der Teuerung nochmals von den zuständigen Stellen bestätigen zu lassen und dies dann nach «Rats-Okay» den Pächtern mitzuteilen.

Nochmals eine Gesprächsrunde

Auf der Parzelle 1496 an der Kesslergasse soll eine Liegenschaft gebaut werden, die in Höhe und Breite nicht dem Baugesetz entspricht. Deshalb war ein Gestaltungsplan aufgelegt worden, den der Gemeinderat verabschiedet hatte – im Glauben, die Nachbarschaft sei von Bauherrschaft und Architekt in das Planungsvorhaben einbezogen worden.

Es gab Einsprachen von betroffenen Anwohnern, denen durch die vorgesehenen sechs Wohnungen jegliche Sicht in die Landschaft genommen worden wäre. Bei einer Begehung, an der bedauerlicherweise keine Vertretung der Bauherrschaft teilnahm, war offensichtlich, dass dieser Entwurf im Rahmen des Einfamilienhausquartiers kaum zonenangepasst sei. Im Beisein von 4 Einsprechern, die zuvor in der Einspracheverhandlung auf Planungsbeständigkeit gepocht hatten, folgte der Rat einem kantonalen Vorschlag.

«Wir wollen bis Mitte August der Bauherrschaft die Chance einräumen, mit den Anwohnern in einer Gesprächsrunde Einigkeit zu erzielen», betonten Ratsmitglieder. «Sofern aber in der Mitwirkung keine einvernehmliche Lösung gefunden wird, gilt der Gestaltungsplan als erledigt und «versenkt», wie der Gemeindepräsident unterstrich. Zur Anwendung gelangt danach das in der Zone W2 gültige Baugesetz. Die jetzt schon stehenden Bauprofile müssen abgebaut werden.