Wenn die Stimmbürgerschaft zustimmt, dann verkauft die Gemeinde Gewerbeland im Umfang von 5875 Quadratmetern zum Preis von 1,1 Mio. Franken. Gleichzeitig beantragt sie an der Gemeindeversammlung (GV) die Legitimation zur Abparzellierung und zu weiteren Verkäufen für das restliche Land. Erzielt werden soll hier möglichst ein Preis von 190 Franken pro Quadratmeter, weil es sich um Bauland handelt. Das betreffende Grundstück GB Lüsslingen Nr. 57 umfasst nämlich ausserdem 4500 Quadratmeter sowie eine Waldparzelle von rund 2000 Quadratmetern, für deren Verkaufsverhandlungen der Gemeinderat an der GV «freie Hand» beantragt. Für den ersten Geländeteil sind Interessenten vorhanden.

Unterkunft für Asylbewerber

Das damit eingenommene Geld teilweise wieder ausgeben, kann die Gemeinde beim Kauf der Liegenschaft der früheren Besitzer namens Tacchi (GB Nennigkofen Nr. 173) am Schulweg 88. Das Zweifamilienhaus mit den beiden 3.5-Zimmer-Wohnungen soll zum Preis von 650 000 Franken erworben werden. Geplant ist hier in der Parterre-Wohnung die Einrichtung einer Asylunterkunft. Der Mieter im oberen Stockwerk will gerne wohnen bleiben. Unter Vorbehalt der Zustimmung durch die GV genehmigte der Gemeinderat den Kaufvertrag und die Finanzierung durch einen Nachkredit in Höhe von 700 000 Franken. Das Plus von 50 000 Franken gegenüber dem Kaufpreis ist nötig für etliche Sanierungsvorhaben im Haus. Eine weitere Ausgabe ist im 106 Quadratmeter grossen Strassenraum an der Leimerenstrasse –West vorgesehen, damit die Strasse der Gemeinde gehört. Da es sich hier um die Zone W2 handelt, kostet der Quadratmeter 260 Franken.

Gut gewirtschaftet

Finanzverwalterin Beatrice Marti hatte den Rat mit allen Zahlen des Haushalts 2016 vertraut gemacht, der bei einem Aufwand von rund 5,7 Mio. mit einem Ertragsüberschuss von rund 46 400 Franken abschloss. Dies ist umso bemerkenswerter, weil ein Defizit in Höhe von 76 400 Franken budgetiert war. Die Gemeindesteuern beliefen sich auf 3,4 Mio. Franken. Der Rat verabschiedete die Rechnung samt Abschreibungen, einem Eigen- und einem Fremdkapital von je 1,2 Mio. und Investitionen ebenfalls in Höhe von 1,2 Mio. Franken einstimmig zuhanden der Rechnungsprüfungskommission.

Dorfbrunnen sollen bleiben

Wie bereits an der letzten Ratssitzung besprochen, stimmt die Gemeinde der Studie zur Optimierung der örtlichen ARA zu. Das Amt für Umwelt finanziert diese Studie mit 34 000 Franken. Gestützt auf die Ergebnisse dieser Untersuchung kann der Gemeinderat, wie Gemeindepräsident Herbert Schluep betonte, dann entscheiden, wie es weitergehen soll: ob mit weiterhin eigener Führung oder mittels Anschluss in die beiden Optionen ZASE oder ARA-Bellach.

Die Brunnen im Lüsslinger Kirchenviertel sind zu häufig trocken. Um sie weiter sprudeln zu lassen, sollte eine technische Überprüfung stattfinden. Gespeist werden diese Brunnen an der Pfarrschür und im Pfarrgarten von einer Quelle, deren Wasserfluss offenbar gestört ist. Da auch ein Anschluss an die neue Wasserleitung erwogen werden könnte, möchte die Kirchgemeinde die Brunnen samt Quellrecht der Einwohnergemeinde schenken. Der Rat sprach sich einstimmig dafür aus, die Sache weiter zu verfolgen, zumal Wasser führende Brunnen zum historischen Bild des Kirchenviertels gehören. Die Baukommission wird sich der Sache annehmen. Ein weiterer Brunnen gehört nun auch in Verantwortung und Besitz der Gemeinde. Vor zwei Wochen wurde der Dienstbarkeitsvertrag für den Brunnen «Schmitte» unterschrieben.