In der frühlingshaft dekorierten Mehrzweckhalle Messen trafen sich die Bucheggberger Landfrauen zu ihrer diesjährigen Hauptversammlung. Nach einer kurzen Begrüssung übergab Präsidentin Marlise Stuber-Bandi das Wort an Gemeindepräsidentin Marianne Meister, welche die Landfrauen im Namen der Gemeinde willkommen hiess. Meister referierte über das heutige Frauenbild und betonte, wie hoch die Erwartungen der modernen Gesellschaft an die Frauen seien. Sie forderte die 105 anwesenden Landfrauen auf, Politik und Wirtschaft nicht den Männern zu überlassen und mitzureden.

Marlise Stuber-Bandi blickte im Jahresbericht auf die verschiedensten Anlässe des Vereins zurück und präsentierte das neue Tätigkeitsprogramm. So werden die Bucheggberger Landfrauen dieses Jahr unter anderem den Kurs «vielseitig Käse kochen» im Wallierhof sowie das Schmuck-Atelier Geissbühler in Konolfingen besuchen. Auch werden sie wie in den letzten Jahren den Tag der Pausenmilch organisieren.

Nicole Arni präsentierte die Jahresrechnung: die Einnahmen belaufen sich auf 17 314 Franken, die Ausgaben auf 21 676 Franken. Daraus resultiert ein Verlust von 4 361 Franken. Das Vermögen des Vereins beträgt 37 382 Franken. Arni hatte zum letzten Mal als Kassierin fungiert, sie gab ihr Amt nach zwölf Jahren an Vorstandsmitglied Susanne Kocher ab.

Beeindruckender Optimismus

Der zweite Teil der Hauptversammlung war für den Gast Alois – «Wisi» – Zgraggen vorgesehen. Der Landwirt aus Erstfeld hat 2002 bei einem Arbeitsunfall beide Arme verloren. Seine offen erzählte Geschichte bewegte die Anwesenden. Zgraggen schilderte, wie ihm seine Ehefrau nach dem Unfall unentwegt zur Seite stand, obwohl sie zu dieser Zeit mit dem zweiten Kind schwanger war. «Das kann nur eine Frau», meinte Zgraggen und wandte sich an die Landfrauen: «In gewissen Momenten könnt ihr viel mehr als wir Männer.»

Referent Alois „Wisi“ Zgraggen

Referent Alois „Wisi“ Zgraggen

Zgraggens unermüdlicher Tatendrang beeindruckte: der Landwirt bewirtschaftet auch ohne Arme nach wie vor den eigenen Hof. Diese Arbeit sei für ihn ein Stück Lebensqualität. Wisi Zgraggen gab dem Publikum eine wichtige Erkenntnis mit auf den Weg: «Erst wenn ich nicht mehr versuche, ein Problem zu lösen, habe ich verloren.» Zum Schluss zeigte sich der Urner begeistert von der hiesigen Umgebung: «Ich habe in der Schweiz noch nie so viele schöne Dörfli gesehen.»