Fusion Top 2
Kurt Fluri: «Ich konnte mich mit diesem Projekt identifizieren»

Zuchwil und Solothurn bleiben autonome Gemeinden und werden nicht fusionieren. Die beiden Gemeindepräsidenten Kurt Fluri und Stefan Hug sind über das Ergebnis zwar enttäuscht, aber auch überzeugt, dass das Thema damit nicht vom Tisch ist.

Urs Byland
Drucken
Teilen
Kurt Fluri ist enttäuscht.

Kurt Fluri ist enttäuscht.

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

Das Ende eines Fusionsprojekt ist brutal. Aus, fertig, Schluss, basta. Da kann nicht noch lang über irgendwelche Auswirkungen debattiert werden. Das Volk hat entschieden, und der Profipolitiker weiss, wie er es zu nehmen hat. «Das ist so zu Kenntnis zu nehmen», beschreibt es Solothurns Stadtpräsident kurz und trocken.

Klar, reisst das Verdikt an der Urne keine riesigen Wunden, aber es ist eine Niederlage. Sowohl für Fluri als auch für Zuchwils Gemeindepräsident Stefan Hug. Da tröstet es wenig, wenn Hug an der Pressekonferenz erklärt, «wir haben uns geoutet für ein Projekt mit vielen Visionen und viel Zukunftspotenzial, das nun gestoppt wurde».

Einige Brosamen gibt es trotzdem von den Fusions-Kämpfern, die die Pressekonferenz zukunftsgerichtet im Grenzgebiet im Pavillon des Hybridwerkes der Regio Energie Solothurn bei der Zuchwiler Fussgängerbrücke abhielten. Die 445 100 Franken, welche das Fusionsprojekt in den letzten 5 Jahre kostete, sollen nicht vergebens ausgegeben werden. «Wir werden die Unterlagen sauber archivieren. Vielleicht wird es wieder Gelegenheit geben, das Thema aufzunehmen», sagt Fluri.

Aber nicht nur das Archiv soll profitieren. Bereits angekündigt und gestern wiederholt, wird auf Ende März eine Sitzung angekündigt, an der über die beiden Freibäder in Solothurn und Zuchwil diskutiert werden soll. Sowieso: die künftige Zusammenarbeit wird in dieser trüben Stunde anhand von vielen Themen sowohl von Fluri als auch von Hug beschworen.

Keine Notlage, keine Argumente

«Ich gebe neidlos zu, dass vielleicht die gegnerischen Argumente in diesem Fall verlockender waren», startet Stefan Hug seine Rede zur Niederlage. Er habe den Eindruck, dass das Thema einer Fusion «nicht falsch am Platz gewesen sei». Er sei überrascht vom Zuchwiler Resultat und begründet das Nein damit, dass die Einwohnerinnen und Einwohner möglicherweise befürchteten, zum minderen Stadtteil von Solothurn zu werden.

Neben den Steuern hätten auch die noch zu bewältigenden Lasten wie die Entsorgung des Stadtmists oder Investitionen ins Sportzentrum mitgespielt. Er sei überzeugt, dass beide Projekte mit einer Fusion eleganter gemeistert hätten werden können. Und Hug sagt auch: «Vielleicht hätten wir nach den Gemeindeversammlungen einen Marschhalt machen müssen und uns fragen sollen, was eine Fusion für die noch zwei verbleibenden Gemeinden bedeutet.»

Kurt Fluri bedauert die fehlenden Argumente, «wenn eine Sache angestrebt wird, die nicht zwingend nötig ist». Er glaubt zudem, das die Solothurner das Risiko scheuten, mit der Industrie von Zuchwil ein weniger stabiles Steuersubstrat zu erhalten. Und er ist sich im Klaren darüber, dass der Steuersatz und Zuchwils Schulden ein Thema beim Fusionsentscheid waren.

Projektleiter Stephan Käppeli nennt die fehlende Notlage als Grund für das Fusions-Nein. Er sei überzeugt, dass es in der Schweiz solche Fusionen im städtischen Raum brauche.

Aktuelle Nachrichten