Kunst inspiriert und bewegt Seele wie Herz. Kunst hält jung. Das ist die Quintessenz des unermüdlich und unerschöpflich tätigen Kunstmalers und Eisenplastikers Framus F. Witschi, der bereits 1998 eine Jubiläumsausstellung im Schlösschen Vorder-Bleichenberg zu seinem 50-jährigen Schaffen präsentierte.

Es war ein Erlebnis in Paris in den 1950ern, das dem bis dahin eher naturalistisch malenden Framus Witschi die Richtung wies: «Suche den Weg der positiven Farben und Kompositionen.» Witschi erkannte für sich und seine Malerei die Wirkung und die Kraft der Farbe, die Harmonie und den Gleichklang der kompositorischen Gestaltung. «Ein Bild sollte nicht nur Form sein, sondern verborgenes Wohlbefinden erzeugen und ermitteln und ihn, den Künstler zu stetig neuen Erkenntnissen führen».

Doch es ist mehr in diesen vielschichtigen Bildern in Mischtechnik. All seine Erfahrungen und Erlebnisse kommen hier zum Ausdruck, ist doch jedes Bild auch ein Dialog mit seinem Inneren. Es ist denn auch dieser Mix aus Malerei, meist geometrischen Formen, den strukturierenden Materialien wie Textil, Papier, Karton, Sand, Holz, motivische Abdrücke. Die leuchtenden Acrylfarben, klangvollen Töne und Modulationen sowie eine gewisse Rhythmik der linearen Grundstruktur verleihen seinen Inhalten eine zeitlose Ausstrahlung. Seine Bilder haben keine Titel, sie sollen das Herz erfreuen – ebenso, wie die Malerei auch für den Künstler ein wichtiger meditativer Prozess ist.

Framus Witschi, ein Weitgereister, wurde 1926 in Burgdorf geboren. Erst absolvierte er eine kaufmännische Lehre und besuchte später verschiedene Kunstschulen wie die renommierte Malschule Max von Mühlenen in Aberdeen und Zürich. Danach lebte er in Paris.

Witschi ist auch ein erfahrener Eisenplastiker, der das gestalterische Handwerk gründlich erlernte: mit Holzbildhauerarbeiten in der Werkstatt seines Vaters. Auch modellierte er ausdrucksstark mit Ton, besuchte die Fachschule für Elektroschweisstechnik in Oerlikon und Autogenschweisskurse in Solothurn. Das Eisen wurde sein Material für das skulpturale Schaffen. Insbesondere die Farbe des Rostes, der Rost auch als Einheit von Vergangenem und Gegenwärtigem haben es ihm bis heute angetan. Doch nie hat Framus Witschi zwischen der Malerei und der Eisenbildhauerei getrennt, die Malerei ist immer in Verbindung mit der Eisenplastik geblieben. Und so wundert es nicht, wenn in den eher geometrischen Strukturen seiner Bilder die eleganten Schwingungen der Eisenplastiken auftauchen wie sinnbildartige Notationen.

In seinen hier gezeigten Kleinplastiken lebt Framus Witschi, er wohnt und arbeitet seit 2010 in Vogorno TI, eine fantasievolle Kreativität aus. Man entdeckt Figurinen, Flügelwesen, barock Bewegtes oder originell Konstruiertes. Man spürt die Freude, die Neugier, aus den unterschiedlichen Mitteln, aus strengen und verspielten, geometrischen und verschnörkelten Elementen neue Sinnbilder zu erschaffen, die dezent auf seine malerischen Kompositionen verweisen. Eine Kreativität übrigens, die einst auch zu seinem Vornamen Framus führte. Bei seiner Aufnahme in die GSAMBA wurde nicht mehr toleriert, dass zwei Künstler denselben Namen trugen. Er, als Jüngerer und noch Unbekannterer, musste sich was einfallen lassen – sozusagen über Nacht, die Tabakpfeife im Atelier schmauchend, kreierte er Framus aus «Frame» für Bilden, Bauen, Ordnung, Verbinden, dem Linearen und der männlichen lateinischen Endung «mus» – passend zu seiner künstlerischen Linie.

Ausstellung bis 13. März. Mi/Do 16–19 Uhr, Sa/So 14–18 Uhr. Matinee-Konzert: Sonntag, 28. Februar, 11 Uhr, Marlis Walter, Klavier.

Framus Witschi ist während der Öffnungszeiten anwesend und signiert das kürzlich von ihm erschienene Buch.