Kriegstetten
Kündigung zurückgezogen: Dank den neuen Statuten ist die Gemeinde jetzt mit mehr Gewicht im Schulverband

Die Gemeindeversammlung liess sich von den neuen Statuten des Schulverbandes überzeugen und zog die Kündigung zurück.

Gundi Klemm
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Die Gemeindeverwaltung in Kriegstetten.

Die Gemeindeverwaltung in Kriegstetten.

Rahel Meier

«Es war nicht unser Ziel, den Schulverband Hoek aufzulösen, als wir im Juni 2016 wegen der unausgewogenen Vereinbarung austraten», gab Gemeindepräsident Simon Wiedmer einen Überblick über die seither erfolgte Erneuerung. Eine aus den Partnergemeinden Halten, Oekingen und Kriegstetten besetzte Arbeitsgruppe legte die Basis zu einer Neuorientierung mit neuen Statuten, Strukturen und einer Gleichberechtigung der Gemeinden im Einfluss auf die Ausgaben. Der wichtige Kreisschulrat wurde von 9 auf 6 Mitglieder verkleinert, je 2 pro Gemeinde. Die Delegiertenversammlung (DV), anstelle der früheren, zufällig zusammengesetzten Schulgemeindeversammlung, besteht aus 7 Vertretern aus Kriegstetten und je 5 aus Halten sowie Oekingen. Als wichtige Klammer präsidiert eine Person die DV und den Kreisschulrat. Verankert ist das Antragsrecht aus jedem der drei Gemeinderäte.
Die operative Führung der Hoek, aufgeteilt auf drei Standorte, liegt in den Händen der Schulleitung. Die Kosten für die Schule werden nach Einwohnerzahl auf die drei Partner verteilt. Die 41-köpfige Gemeindeversammlung befürwortete die neuen Statuten und genehmigte formell den Rückzug der Kündigung einstimmig.

Neues Fahrzeug für Feuerwehr

Auch die Feuerwehr wird als partnerschaftliche Körperschaft der drei Gemeinden betrieben. Wie Vizekommandant Christoph Lüthi ausführte, ist das 26 Jahre alte Feuerwehr-Transportfahrzeug nicht mehr tauglich. Vor allen Dingen können damit, die für Einsätze praktischen Rollcontainer, nicht transportiert werden. Deshalb stimmte die Versammlung einhellig dem Gesamtkredit von 120 000 Franken für ein neues Fahrzeug zu. Die von der Gebäudeversicherung mit 35 Prozent subventionierte Anschaffung teilt sich kostenmässig auf alle drei Gemeinden auf. Auf Kriegstetten entfällt ein Nettobetrag von 36 500 Franken.
Baupräsident Peter Siegenthaler erläuterte die Totalsanierung für die Grundmattstrasse. Allerdings sollen die Bauarbeiten für das neue kath. Kirchgemeindehaus erst abgewartet werden. Grossmehrheitlich unterstützte die Versammlung das Kostendach dafür im Umfang von 340 000 Franken.

«Sind ein Dorf zum Wohnen»

Bei der Vorstellung des später einstimmig genehmigten Budgets, war festzustellen, dass über die Jahre der Steueranteil der juristischen Personen deutlich zurückgegangen ist. «Dafür haben die Steuerbeträge der natürlichen Personen in unserem ‹Wohndorf› so zugenommen, dass nach zwei positiven Rechnungsabschlüssen und der Steuererhöhung der Turnaround geschafft ist», bekräftigte Roger Schneider, Ressortleiter Finanzen. Er kommentierte Ausgabenerhöhungen in etlichen Funktionsbereichen im Vergleich zum Vorjahr, konnte aber mitteilen, dass bei einem Gesamtaufwand von 5,5 Mio. ein Ertragsüberschuss in der Erfolgsrechnung von 78'500 Franken bleibt. Investiert wird für netto 460'000 Franken. Um die gute Lage zu sichern, bleibt der Steuerfuss auf 124 Prozent.

Die erste Gemeindeversammlung der neuen Legislatur hatte Simon Wiedmer mit einem Zitat des Kriegstetter Afrika-Kenners Hans Knöpfli eröffnet: «Der Häuptling regiert auf Einladung des Volkes». Dass er und der neue Gemeinderat (Edith Kunz, Ruth Studer, Rémy Wyssmann, Roger Schneider) dies bisher sinnvoll genutzt haben, bewies die mit Applaus der Versammlung bekräftigte Danksagung von Bürgergemeindepräsident Johann Lüthi: «Mit eurem Einsatz ist der politische Sturm in unserer Gemeinde abgeflaut. Wir können zum Glück wieder miteinander reden.»

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