Kriegstetten
Kündigung der Gemeindeschreiberin: «Das wird eine Challenge für uns»

An der Gemeinderatssitzung informierte die Gemeindeschreiberin über ihre Kündigung. Der Gemeindepräsident macht die «unangenehmen» Arbeitsplatz-Verhältnisse auf der Verwaltung für den Abgang verantwortlich.

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Manfred Küng ist nicht sehr erfreut über den Abgang von Gemeindeschreiberin Margrit Jaggi.

Manfred Küng ist nicht sehr erfreut über den Abgang von Gemeindeschreiberin Margrit Jaggi.

Hanspeter Bärtschi

An der Gemeinderatssitzung hat Gemeindeschreiberin Margrit Jaggi überraschend ihren Abschied von der Gemeindeverwaltung verkündet. «Das wird für uns eine Challenge», kommentiert Gemeindepräsident Manfred Küng den bevorstehenden Abgang. Ins Feld führt Kriegstettens Gemeindepräsident die Dotierung der Gemeindeverwaltung.

«Wir haben 1300 Einwohner und auf der Gemeindeverwaltung 160 Stellenprozente. Frau Jaggi wechselt in eine Gemeinde mit 1000 Einwohnern und 300 Stellenprozenten auf der Gemeindeverwaltung, zusätzlich zwei Lernenden.» In den letzten zwei Jahrzehnten sei in Kriegstetten die Verwaltung nicht ausgebaut worden, trotz wachsender Belastung.

Es gelte nun, einen Dominoeffekt auf der Verwaltung zu verhindern, so Küng. «Denn die Arbeitsplatzsituation ist nicht komfortabel und entspricht nicht den Sicherheitsanforderungen.» Sämtliche Vorstösse, diese Situation auf der Gemeindeverwaltung zu verbessern, seien in der Vergangenheit an den Gemeindeversammlungen abgeblockt worden.

Gemeindeschreiberin Margrit Jaggi begründet ihren Wechsel auch mit familiären Veränderungen. Zudem suche sie eine Stelle, in der sie mehr mitgestalten könne.

Repla-Kostenteiler abgelehnt

Der Gemeinderat lehnt den neuen Kostenteiler der Repla Espace Solothurn für die Beiträge der Regionsgemeinden an städtische und regionale Institutionen ab. «Wir wollen uns nicht langfristig binden. Wir werden situativ entscheiden, wem wir einen Beitrag sprechen wollen.»

Der Gemeinderat störe sich an der Mechanik des Vertrages, der über vier Jahre hätte abgeschlossen werden sollen. «Zudem wird die Stadt Solothurn mit dem neuen Finanzausgleich begünstigt und kann seine Steuern senken. Viele Landgemeinden müssen dagegen Steuern erhöhen», so der Gemeindepräsident.

Zunft-Antrag muss warten

Die Chräbszunft beantragte dem Gemeinderat eine bindende Vereinbarung in Sachen Gebühren. Als das Polizeireglement mit den Gebühren an der Gemeindeversammlung bearbeitet wurde, meldete sich ein Vertreter der Chräbszunft mit der Befürchtung, für die Chräbszunft würden die Gebühren zu hoch. «Ich habe geantwortet, mit dem jetzigen Gemeinderat bleiben die Gebühren im bisherigen Umfang», sagt Küng.

Der Zunft habe dieses Bekenntnis nicht genügt, worauf sie nun eine Vereinbarung anstrebt. In seiner närrischen Antwort erklärt Küng, dass man an der Gemeinderatssitzung materiell nicht auf den Antrag eingehen konnte, schliesslich habe man an Hilari den Gemeindeschlüssel der Zunft übergeben. Zudem war an der Sitzung nach Hilari und vor Fasnachtsbeginn, anders als üblich, kein Vertreter der Zunft anwesend, weshalb man nicht sicher war, ob der Gemeinderat beschlussfähig ist.

Erneut hat die Gemeinde eine Reinigungsfachfrau für die Reinigung des Schulhauses angestellt. Bei der letzten Ausschreibung kam es zum Eklat im Gemeinderat, weil nicht eine sich bewerbende Frau aus der Gemeinde berücksichtigt wurde.

Die beiden ausgewählten Frauen, Mutter und Tochter aus einer Nachbarsgemeinde, hätten dann aber bald die Arbeit aufgegeben. «Wir haben eine Frau als Temporärlösung gefunden», so Küng. Aus den 56 Bewerbungen auf die erneute Ausschreibung ist die sich ebenfalls bewerbende Frau, die temporär die Reinigung übernahm, ausgewählt worden. (uby)