Abgelegen vom Dorfzentrum an der Rüttenenstrasse 11 in Langendorf floriert die «Dorfchäsi» von Nadine Racine und ihrem Team. Die «Chäsi Längedorf» übernahm Racine am ersten Juli 2017 als Geschäftsführerin. Zuvor wurde sie von ihren Eltern, Rita und Urs Hirsbrunner, aufgebaut und zuletzt während 18 Jahren von Rita Hirsbrunner geführt. Wie Racine auf den Käse kam, liegt somit auf der Hand.

Sie ist mit dem Geschäft rund um den Käse aufgewachsen. Ihre Eltern führten schon während ihrer Kindheit das «Milchhaus Oberdorf» und eröffneten dann 1992 die «Chäsi Längedorf», an deren Standort früher eine Bäckerei war. Racine arbeitete vor der Übernahme bereits fünf Jahre im Geschäft und wandelte die Einzelfirma nach der Übernahme vor einem Jahr in eine GmbH um. Das Geschäft führt sie aktuell mit fünf Teilzeitmitarbeiterinnen.

Wichtig für das Bestehen der Dorfchäsi ist die Treue zum Kerngeschäft mit dem Käse selbst. Nebenprodukte wie Teigwaren, Süssgetränke oder einige Weine sind zwar zu haben, würden aber das Überleben des Geschäftes nie sichern. Solche Nebenprodukte seien für sie teilweise teurer im Ankauf, als sie von Grossisten verkauft würden, führt Racine aus. Sie habe viel mehr das Kerngeschäft mit Käse noch verstärkt und auf 125 Sorten ausgebaut.

Auf eigene Innovation gesetzt

Der eigentliche Durchbruch über die Dorfgrenze hinaus gelang ihnen vor fünf Jahren mit eigenen Fondue Fix Fertigmischungen. «Zehn bis 15 Sorten führen wir im Winter im Angebot», so Racine. Zwei Mitarbeiterinnen seien manchmal nur mit der Herstellung der Mischungen beschäftigt. Allein im letzten Herbst seien 1,5 Tonnen Käse von drei Sorten nur zu Fondue verarbeitet worden, führt Racine weiter aus.

Ebenso beliebt sei das breite Angebot beim Raclettekäse, von dem während der Wintersaison auch bis zu 25 Sorten vorhanden seien. Diese Vielfalt hat sich über die Dorfgrenze hinaus herumgesprochen. Die Leute kämen aus einem geografisch weiten Umkreis, so Racine; «sogar vo äne a der Aare», ergänzt sie. Sie lobt aber auch die treue Kundschaft aus Langendorf. Immer noch kaufen Viele das Brot in der Bäckerei, das Fleisch in der Metzgerei und den Käse in der Chäsi.

Neben der Kundschaft im Geschäft haben auch Feste und Firmenanlässe an Bedeutung gewonnen. Fondueanlässe gab es schon für 50 bis 70 Personen. Das Zubehör kann zur Verfügung gestellt werden.

Die Chefin wählt selbst aus

Die Auswahl der Produkte trifft Racine selbst. Am liebsten sind ihr Lieferanten, die mit dem Käsesortiment im Kühlwagen vorfahren und sie kann dann auswählen. Dabei kauft sie auch Käse ein, den sie noch weiter pflegt und reifen lässt, bevor er auf dem Punkt eines optimalen Reifegrades in die Vitrine kommt. Dies sei auch etwas, was nicht mehr üblich sei im Verkauf, meint Racine. Und sowieso nur im Offenverkauf möglich.

Und diese Vitrine mit ihrer grossen Auswahl sticht auch der Kundschaft positiv in das Auge, wie zum Beispiel der Kundin Marianne Brunner aus Langendorf. Die Vitrine sei ein optisches Highlight, so Brunner. Zudem schätze sie das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Sauberkeit. «Die Wünsche werden erfüllt und es wird einem nichts zum Kauf aufgeschwatzt», führt Brunner weiter aus. Der persönliche Kontakt, die Beratung und sich Zeit geben für die Kundschaft ist neben Fondue und Raclettekäse das Erfolgsrezept von Racine. Und wer sie ein wenig beobachtet in «ihrer Chäsi» spürt das Herzblut, mit welchem Racine bei der Sache ist.