Dem Dorf fehlt ein Treffpunkt. Ein Ort, wo man sich hinsetzen und bei einem Kafi und einem Stück frischen Kuchen austauschen kann. Wo Jung und Alt sich begegnen. Auf diese Einsicht kamen die Biberisterin Brigitte Winz und die Lüsslingerin Simone Iseli. Die beiden Frauen haben bereits gemeinsam in Lüsslingen-Nennigkofen das Muki-Turnen geleitet. Und irgendwann ist die Idee gereift, dass es schön wäre, ein Beizli zu eröffnen. «Wir sind beide nicht vom Fach», so Brigitte Winz, «aber die Idee reizte uns.»

Mit ihrem Plan richteten sich die Frauen an den Gemeinderat – und stiessen dabei vor allem bei einer Gemeinderätin auf offene Ohren: Doris Weyeneth gefiel die Idee. «Sie meldete sich umgehend bei uns und meinte, dass es schön wäre, wenn wir die Restauranträumlichkeiten in ihrem Kulturhof beleben könnten.»

Platz im Kulturhof

Der Kulturhof Weyeneth ist ein lebendiges Anwesen. Wo früher vor allem Kulinarisches im Vordergrund stand, vermischen sich nun Bed and Breakfast mit einem Ort für Sitzungen, Tagesschule mit Spielgruppe und Praxisräume mit Kursen vom Kulturhof. «Für uns war das Angebot von Doris Weyeneth absolut genial. Die Räumlichkeiten sind gegeben, das Inventar vorhanden. Wir mussten uns lediglich noch überlegen, wie wir das ‹Kafi etc.› führen und was wir anbieten möchten», erklären die beiden Familienfrauen. Beide haben Kinder im Teeniealter und geniessen somit neu gewonnene Freiheiten, möchten aber trotzdem so gut als möglich für ihre Familie da sein. Dass die beiden Frauen Familienmenschen sind, merkt man auch im «Kafi etc.». Eine Bücher- und eine Spielzeugkiste warten auf die Kinder, ein Wickeltisch gehört bereits zur Grundausstattung des «Kulturhof Weyeneth» und draussen lockt ein Spielplatz.

Hilfe ist angeboten

Vergangene Woche wurde nun das «Kafi etc.» eröffnet. Man trifft sich vormittags zu Gipfeli und Brötchen, nachmittags werden frisch gebackene Muffins, Wähen und ein glutenfreier Schokoladenkuchen angeboten. Im Moment backen die Frauen noch alles selber, aber sie haben bereits von Freundinnen und einigen Landfrauen das Angebot erhalten, dass sie gerne backen möchten. «Und darauf werden wir wohl in Zukunft gerne zurückgreifen», so Simone Iseli.

«Uns fehlt noch die nötige Routine», gestehen die beiden Frauen. Dies machen sie aber mit dem nötigen Herzblut wett. Das merken auch die Gäste, zurzeit noch meistens Bekannte aus dem privaten Umfeld, bald hoffentlich aber auch Auswärtige und Leute aus dem Dorf, denen bis jetzt ein Ort zum Ausspannen und Plaudern gefehlt hat. Die Getränkekarte ist extra klein gehalten, kann aber noch angepasst werden. So möchte zum Beispiel ein älterer Herr gerne wissen, welcher Weisswein im Angebot sei. «Keiner», gesteht Simone Iseli, holt aber sofort ein Blatt Papier und bittet den Herrn, seinen Lieblingswein aufzuschreiben. «Wir versuchen, auf die Wünsche der Gäste einzugehen. Sie sollen sich hier wohl fühlen.»