Hans-Ruedi Wüthrich musste sich unfreiwillig wiederholen. Der Präsident des Anzeigerverbandes Bucheggberg-Wasseramt wies an der Delegiertenversammlung auf den Inseratemarkt hin, der anhaltend unter Druck sei. Das Volumen im Geschäftsjahr 2015 ging erneut zurück. «Es ist ein Kampf um jedes einzelne Inserat.» Wüthrich kritisierte aggressive Rabatte von Konkurrenten, die den «guten Seelen» von den Inseratediensten des Verbandes das Leben schwer machten. Um die Inserateverkäufer zu unterstützen, werden sie dieses Jahr erneut geschult.

Dank tieferen Einkaufspreisen für Zeitungspapier konnte dennoch ein gutes Resultat erzielt werden. Weiterhin steht der Verband mit einem Vermögen von einer Million Franken auf gesunden Beinen. Der Gewinn bei einem Umsatz von rund 1,5 Millionen Franken betrug letztes Jahr 159 000 Franken. «Es war ein befriedigendes 2015», sagte Wüthrich am Freitagabend zu den 43 Delegierten im Restaurant Tscheppach’s.

Fast der gesamte Gewinn fliesst in die Kultur. Maria Wüthrich hob die Rolle des Anzeigers als Kulturvermittler und Vereinssponsor hervor. So sind die Konzertfahrten, unter anderem ins KKL Luzern, sehr beliebt und binden die Leserinnen und Leser an das Produkt. 230 Vereine wurden vergangenes Jahr finanziell unterstützt; 183 aus dem Wasseramt, 47 aus dem Bucheggberg. 78 000 Franken flossen in die Vereine.

Über 2 Millionen wurden in den vergangenen 15 Jahren in die Kulturförderung investiert. «Wir bewundern die Kultur, Malerei, Architektur oder Literatur. Das gehört zum Menschsein», rief Wüthrich in Erinnerung. Deshalb unterstütze der Anzeigerverband Kunst- und Kulturprojekte mit einem Fonds. 45 Projekte wurden mit 110 000 Franken unterstützt. «Damit das weiterhin so bleibt, müssen wir Einnahmen generieren.» So bleibe der Anzeiger nicht nur ein gutes Werbemittel, sondern auch ein Kulturvermittler.

Beat Stähli neu im Vorstand

Neu in den Vorstand gewählt wurde Beat Stähli aus Messen. Der ehemalige Posthalter ist heute im Management der Briefzustellung tätig und will mithelfen, dass bei der Verteilung des Anzeigers weiterhin alles rund laufe. «Ich glaube fest an die Zukunft der Druck-Erzeugnisse. Das ist meine Motivation mitzuarbeiten.» Stähli ersetzt den zurücktretenden Marcel Stuber, der seit Ende 1970er-Jahre beim Anzeiger dabei war. «Mit ihm verlieren wir ein engagiertes Mitglied und einen lieb gewonnenen Freund», ehrte ihn Hans-Ruedi Wüthrich.

Als Amuse-Bouche für das Ohr gab der Singkreis Wasseramt eine Kostprobe – bevor im Gasthof, der kürzlich in der SRF-Sendung Mini Beiz, Dini Beiz antrat, mit dem Nachtessen für viele der wohl wichtigste Teil der Versammlung begann. (crs)