Kürbishof
Weniger Ertrag, mehr Aufwand – viel Zuversicht haben die Kürbisbauern aber trotzdem noch

Rosmarie und Urs Weyeneth haben nach einem schwierigen Sommer die Zukunft ihres Hofes aufgegleist.

Lucilia Mendes von Däniken
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Rosmarie und Urs Weyeneth auf dem Kürbisfeld neben ihrem Hof in Lüterkofen-Ichertswil.

Rosmarie und Urs Weyeneth auf dem Kürbisfeld neben ihrem Hof in Lüterkofen-Ichertswil.

Hanspeter Bärtschi

Stehen Rosmarie und Urs Weyeneth auf ihren Feldern, sieht man ihnen gar nicht an, dass die Lage in diesem Jahr auf ihrem Kürbishof eher schwierig ist: «Der Sommer war für unsere Kürbisse vernichtend.» Bei manchen Sorten – zum Beispiel beim beliebten türkischen Berghonig-Kürbis und einigen anderen Sorten – liegt der Ausfall bei fast 100 Prozent.

«Glück hatten wir hingegen bei den Halloween-Kürbissen. Und auch von den Sorten Oranger Knirps und Butternut haben wir genug für unsere Kunden im Angebot», so Urs Weyeneth. «Einer schaurig-schönen Halloween-Dekoration mit Kürbisfratzen liegt also nichts im Wege», ergänzt seine Frau.

Für die traditionellen Deko-Wagen auf dem Hof reichen die Kürbisse dieses Jahr hingegen wohl eher nicht aus. Denn was genussreif ist, wird laufend für den Verkauf bereitgestellt: «Die Kürbisreife ist zwei Wochen im Rückstand – und die genussreifen Kürbisse sind zum Teil nur ein Drittel so gross wie sonst üblich.» Und doch sieht die Kürbisauslage vor dem Hof einladend bunt und vielseitig aus.

Das Wetter als Unsicherheitsfaktor

Weyeneths führen ihren Kürbishof schon seit fast 30 Jahren. Rückblickend sei es bis jetzt wirklich immer gut gelaufen. Dass es in diesem Jahr nun nicht so rosig aussehe, mache zwar schon etwas Sorge, aber grundsätzlich sei man sich als Landwirt bewusst, dass das Wetter der grösste Unsicherheitsfaktor im laufenden Betrieb sei. Und zudem seien sie ja nicht die Einzigen, die von den Wetterkapriolen betroffen waren: «Viele unserer Berufskollegen, egal ob Gemüse-, Obst- oder Weizenbauern, mussten in diesem Jahr einstecken.»

Ende August konnte der Erlebnispark termingerecht eröffnet werden und bereits haben die ersten Besucher die verschiedenen Attraktionen besucht. Kinderlachen bei der Kugelbahn, Getuschel in den Labyrinthen, fröhliche Gesichter an den Tischen im Beizli. Da vergisst man denn auch gerne, dass der Aufwand für die Instandstellung der Anlagen für einmal etwas aufwendiger war.

Saison 2022 soll die letzte für Weyeneths sein

Seit 1992 betreiben Rosmarie und Urs Weyeneth nicht nur den Erlebnispark, sondern auf Voranmeldung bewirten sie in ihren Bauernhof-Räumlichkeiten und auf dem Areal gerne auch Gruppen. Corona habe zwar auch da arg mitgespielt, aber man habe so auch Zeit gehabt, die Zukunft des Betriebs aufzugleisen: «Klar, die aktuelle Situation mit dem mageren Kürbisertrag nagt schon etwas an uns. Trotzdem machen wir das, was wir machen, immer noch sehr gerne und mit viel Engagement.»

Und so ist der Entschluss, dass die Saison 2022 die letzte sein wird, nicht aus einem Frust entstanden, sondern von langer Hand geplant und einfach an der Zeit, finden Rosmarie und Urs Weyeneth. «Wir haben eine gute Lösung gefunden und sind überzeugt, dass das Angebot in unserem Sinne weitergeführt wird. Eine junge Familie mit viel Elan wird den Hof übernehmen.» Jetzt wollen sie noch diese und die nächste Saison mit viel Zuversicht anpacken. «Wir freuen uns auf schöne Begegnungen mit unseren Gästen und einen hoffentlich goldigen Herbst.»

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