Unterramsern
Kritik an Spitex-Fusionsbegehren wird laut

Die Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten Bucheggberg ist sich einig: Die geplante Fusion von Spitex Aare-Nord und Spitex Bucheggberg verläuft überhastet.

Von Urs Byland
Merken
Drucken
Teilen
Die Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten finden die geplante Fusion der Spitex Aare-Nord und Spitex Bueggberg überhastet.

Die Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten finden die geplante Fusion der Spitex Aare-Nord und Spitex Bueggberg überhastet.

Das Unbehagen in der Runde der Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten aus dem Bucheggberg ist gross. Im Gemeindesaal in Unterramsern, dem Schalterraum der ehemaligen Post, war der Ärger über die angestrebte Fusion spürbar.

Überhastet sei das Bestreben, die Spitex Aare Nord mit der Spitex Bucheggberg zusammenzulegen. Bereits komme von verschiedenen Seiten das Begehren an die Gemeinderäte im Bucheggberg, die Fusion im Gemeinderat zu traktandieren. «Wir wollen das zuerst abklären und analysieren», so Marianne Meister (Messen).

Zudem bestünde ja ein Auftrag zuhanden der Raumplanungsorganisation Repla Espace Solothurn, die Bildung von grösseren Spitex-Organisationen abzuklären. Roger Siegenthaler (Lüterkofen-Ichertswil), Präsident der Repla bestätigt: «Wir werden mit den Spitex-Präsidenten zusammensitzen und Varianten diskutieren.»

Man werde also in den Gemeinderäten diese Fusion nicht unterstützen, sondern abwarten, bis von der Repla Resultate vorliegen, so das Fazit des Präsidenten der Gemeindepräsidenten-Vereinigung Herbert Schluep (Lüsslingen-Nennigkofen). Dass aber grössere Spitexorganisationen günstiger arbeiten können, war unbestritten.

Lohndiskussion angeregt

Der Bericht über die von dieser Zeitung erhobenen Löhne der Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten wurde in der Bucheggberger Runde begrüsst. Man wolle nicht jammern – aber feststellen: «Wir kennen das Milizsystem. Da ist es normal, dass man mehr Stunden aufwendet, als die Entlöhnung abdeckt», so Herbert Schluep.

Wichtig sei eine professionelle Verwaltung im Hintergrund, die es dem Gemeindepräsidenten ermöglicht, sich auf diese Aufgaben zu konzentrieren, für die er gewählt worden sei. «Analyse und Strategie, und vor allem entscheiden.» Marianne Meister kann die von Siegenthaler vertretene Meinung nachvollziehen, dass es schwierig sei, als Gemeindepräsident für sich selber einen höheren Lohn zu beantragen. «Es schickt sich nicht.»

Deshalb sei es umso wichtiger zum Amtsende hin, die Lohnsituation für die Nachfolge zu analysieren und allenfalls eine Anpassung zu fordern. Schluep weist zudem darauf hin, dass mit einer Erhöhung des Entgelts für das Gemeindepräsidium meist auch die Bezüge der übrigen Behörden angepasst werden, was schnell mal ins Geld gehen könne.

«Regionalisieren okay»

Auch die vielen Zivilschutzorganisationen sollen in grössere Organisationen aufgehen. Aktuell ist die Rede von einer Zivilschutzorganisation für mindestens 20 000 Personen. Bald könnte die Grenze aber bei 50 000 oder gar 100 000 Personen liegen. Auch hier ist die Repla daran, Varianten auszuarbeiten. «Die Experten sollen nun die Varianten prüfen, damit wir bis Ende Jahr vielleicht wissen, welche wir anstreben wollen», so Roger Siegenthaler.

In der Runde war man sich aber nicht restlos einig, in welche Richtung man fusionieren soll. «Lieber ein grosser als ein kleiner Wurf», sagten die einen. Andere wollten die Organisation möglichst klein halten, damit im Katastrophenfall die Nähe zur Bevölkerung gewahrt bleibt. «Regionalisieren ist okay, aber nicht kantonalisieren», sagten sie.

Oder: «Ich bin mir nicht sicher, dass grössere Organisationen besser arbeiten können, als wenn die Helfer in der Nähe sind», so Stefan Schluep (Vizegemeindepräsident Schnottwil). In der Diskussion stellte sich sodann heraus, dass in Bezug auf die Zivilschutzorganisation wenig Wissen vorhanden war. «Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass wir nie wirklich eine grosse Not hatten», so Vreni Meyer (Buchegg).