Siedlungsbau

Kritik an geplanter Überbauung mitten in Aeschi

Auf der Dorfmatte in Aeschi ist die Überbauung ausgesteckt.

Auf der Dorfmatte in Aeschi ist die Überbauung ausgesteckt.

Auf einer Matte im Dorfzentrum von Aeschi plant ein Investor drei Mehrfamilienhäuser. Die hohen Gebäude haben die Anstösser dazu motiviert, ihren Unmut öffentlich zu machen.

In Aeschi sollen mitten im Dorf drei Mehrfamilienhäuser in den Himmel wachsen. Das stört etliche Anstösser und hat sie motiviert, einen nachdenklich gehaltenen Leserbrief zu schreiben. «Die Dörfer müssen dafür besorgt sein, dass sie ihre Wohnqualität erhalten können», schreiben sie beispielsweise. Dazu brauche es neue, zukunftsorientierte Lösungen. Auf das Bauvorhaben auf der Dorfmatte trifft das offenbar ihrer Ansicht nach nicht zu.

«Die alten Reglemente genügen heute nicht mehr»

Die geplante Überbauung Alpenblick besteht aus drei Mehrfamilienhäusern auf dem leicht abfallenden Gelände der Dorfmatte. Jedes Gebäude beinhaltet sechs grössere Wohnungen. Der Blick in Richtung Süden geht, wie der Name sagt, in Richtung Alpen. Geplant sind von der Doralex Immobilien AG aus Aeschi (in Gründung) zwölf Meter hohe Satteldachhäuser. Das Baugelände liegt in der Kernzone. Dort sind laut Zonenplanreglement aus dem Jahr 2004 Satteldächer vorgeschrieben. Gebaut werden darf zweigeschossig. Laut Baugesuch wird das Dach ausgebaut und enthält zwei Duplexwohnungen. «Der Besitzer will die Wohnungen verkaufen», weiss Architekt Michael Lüthi .

Die Landanstösser zweifeln nicht an der Rechtmässigkeit des Bauvorhabens. «Aber», schreiben sie, «wenn die letzten Bauzonen in den Dörfern überbaut werden, sind alle gefordert, Bauherrschaften, Architekten und auch die Gemeinde.» Reglemente, die vor 20 Jahren ihre Berechtigung hatten, würden heute nicht mehr genügen.

Höhe der Bauten ist der Hauptkritikpunkt

«Wenn die Behörden gewusst hätten, was man mit diesen Reglementen alles bauen kann, hätten sie vielleicht gehandelt», sagt ein Anstösser, der gerade seinen Garten pflegt. Als Beispiel nennt er die Firsthöhe von zwölf Metern. «Mit Flachdächer wären die Häuser nur neun Meter hoch», meint er. Auch im Leserbrief wird darauf Bezug genommen: «Mitten im Dorf soll eine Überbauung entstehen, die im wahrsten Sinne des Wortes alles in den Schatten stellt. Die Mehrfamilienhäuser nehmen mit ihren Firsthöhen nicht nur den Nachbarliegenschaften die Sonne, sondern teilweise auch den neuen.» Und eine Anstösserin ärgert sich und sagt: «Die Städter wollen doch aufs Land, um hier das Ländliche zu geniessen und nicht, um hier in städtischen Wohnsiedlungen zu leben.»

Einsprachen zum Bauvorhaben

Der Brief der Anstösser ging auch an den Gemeinderat von Aeschi, der an der letzten Sitzung davon Kenntnis genommen hat, wie Gemeindepräsident Stefan Berger erklärt. «Die Baukommission muss ein Baugesuch publizieren, aber entschieden hat sie noch nicht. Wir haben die juristischen Möglichkeiten aufgezeigt. Aktuell kann man Einsprache zum Baugesuch erheben.» Die Forderungen der Anstösser in Bezug auf modernes Bauen beurteilt er skeptisch. «Ich bin mir nicht sicher, ob alle beispielsweise Flachdächer in der Kernzone akzeptieren würden. Es gibt umliegende Gemeinden, die nicht einmal Flachdächer in den Zonen W1 oder W2 erlauben.» Andererseits sei die Gemeinde mit der Ortsplanungsrevision beschäftigt, die wiederum Auswirkungen auf den Zonenplan haben könnte. «Aber das heisst nicht, dass die Änderungen den Anstössern genehm sein werden», gibt er sich vorsichtig. Mit der Weisung, die Bauzonen in den Gemeinden nicht mehr zu vergrössern, habe der Souverän sich für verdichtetes Bauen ausgesprochen.

Gestern ist die Einsprachefrist zum Baugesuch abgelaufen. Laut Baukommissionspräsident Markus Schärer sind Einsprachen eingetroffen. Nach einer Prüfung durch die Baukommission muss das Bauvorhaben, wie dies im Zonenreglement für die Kernzone/Erhaltung vorgesehen ist, der Kantonalen Denkmalpflege zur Stellungnahme unterbreitet werden.

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