Mit Humor betrachtet gelang Gemeindepräsident Hans-Peter Berger in seinem Rückkommensantrag nach der Budget-Lesung ein Überzeugungstrick. Denn die aus FDP und SVP bestehende «bürgerliche» Mehrheit hatte sich zuvor verabredet, die durch die Verwaltung beantragte und von der SP unterstützte Anhebung der Teuerungszulage auf 1,95 Prozent argumentativ «abzuschmettern».

Diesem Entscheid ging eine längere Aussprache voraus. «Jetzt wäre wirklich der Zeitpunkt gekommen, um Wertschätzung gegenüber dem Personal zu zeigen», sagte Gemeindeverwalter Kurt Kohl. Denn im Vergleich zu Kantonsangestellten und damit auch gegenüber allen Lehrkräften, die gemäss Beschluss des Regierungsrates zum kommenden Jahresbeginn mit einer um 1 Prozent erhöhten Vergütung rechnen können, liege man in Langendorf schon seit 2012 (bei einem Index von 116,6 Prozent) im Rückstand. Damals erhöhte der Kanton die Zulage, bei der Langendorf wegen seiner seinerzeitigen finanziellen Lage nicht mitzog.

Zu viel fürs Verwaltungspersonal

Ratsmitglied Daniel Hürlimann betonte, dass die Orientierung am Kanton grundsätzlich ja richtig sei, doch die alleinige Ausrichtung auf diese Vorgabe, Indexstände und Jahresteuerung genüge nicht. «Denn wir sind hier in Langendorf eine eigenständige Firma.» Sukkurs erhielt er von den übrigen FDP- und SVP-Gemeinderäten, die zahlreiche, in den letzten Jahren eingeführte Verbesserungen für die Mitarbeitenden aufzählten und eine Erhöhung in diesem Mass als zu hoch empfanden.

Gemeindepräsident Hans-Peter Berger entkräftete unter anderem das für eine «Verbesserung» herangezogene Beispiel «Veränderte Schalteröffnungszeiten in der Verwaltung» als vor allem für die Bevölkerung eingeführte Dienstleistung. Von bürgerlicher Seite kam dann der Gegenvorschlag, statt der beantragten Zulage von 1,95 Prozent nur 0,5 Prozent zu gewähren. Mit ihrer Mehrheit von 5:4 Stimmen setzte sie dies im ersten Durchgang durch.

Aber 150 Franken für die Räte

Aber dann: Nach Abschluss der ausführlichen Betrachtung und Diskussion des Budget-Entwurfs, in den Gedanken zur Ausgestaltung der kommenden Jahresarbeit einflossen, stellte der Gemeindepräsident einen Rückkommensantrag. Zuvor nämlich hatten sich die Gemeinderäte für ihre zunehmenden digitalen Arbeiten für Gemeindebelange plus Ausrüstung zu Hause einen Infrastrukturbeitrag von jährlich 150 Franken zugesprochen. Berger konnte das Gremium nun aber überzeugen, dass eine Teuerungszulage von 1 Prozent wenigstens eine Gleichbehandlung von Gemeindepersonal und den auf Gemeindeebene angestellten Lehrkräften ermögliche. Mit 5:4 stimmte der Gemeinderat schliesslich dem Antrag auf Erhöhung der Teuerungszulage auf 1 Prozent zu.

Budget in der ersten Lesung

Natürlich enthält die frühe erste Lesung des Budgets noch einige Unbekannte, zumal bisher die Steuerveranlagungen nur zu 50 Prozent ausgewertet sind. Doch die grossen Linien liegen vor, zumal sich die Ausgaben im Rahmen der Vorjahre bewegen. Mehr Schulklassen lassen beispielsweise die Bildungskosten etwas ansteigen.

Als realistisch sieht Gemeindeverwalter Kurt Kohl einen Aufwand in Höhe von 19,1 Mio. gegenüber einem Ertrag von 19,5 Mio. bei Fiskaleinnahmen von 12,4 Mio. Franken an. Gegenüber der Investitionsrechnung von 2018 im Umfang von 18 Mio. schrumpfen hier die Ausgaben voraussichtlich auf 849'000 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad steigt 2019 auf 157,35 Prozent. Zur Budget-Lesung gehörten auch die überprüften Vereinsbeiträge, die Langendorf in ihrer jeweiligen Höhe an die Jugendarbeit knüpft. Sprecher wie Ivan Flury ärgerten sich in ihren Voten über «Unstimmigkeiten», die offenbar historisch und auch politisch gewachsen seien. Bei zwei Enthaltungen winkte die Ratsmehrheit jedoch den Vorschlag durch.

Die Leistungsvereinbarung mit der INVA mobil mit Zahlung von 5000 Franken jährlich für die nächsten 4 Jahre unterstützte der Rat im Grundsatz, beauftragte jedoch den Gemeindepräsidenten zur Abklärung der Tarife.