Die Geschäfte laufen gut an diesem Morgen. Selbst halb Halten und Oekingen besucht den Lebensmittelhändler mitten in Kriegstetten. Hier durften sie am vergangenen Wochenende natürlich nicht wählen, und die meisten wollen auch nichts sagen zur Abwahl des Kriegstetter Gemeindepräsidenten aus dem Gemeinderat. «Ich hätte ihn nicht gewählt», sagt dann doch ein Oekinger. Und andere finden: «Geschieht ihm recht.» Die meisten Auswärtigen können sich ein Lachen nicht verkneifen ob der Geschichten, die Kriegstetten schreibt.

Die Dorfbevölkerung ist an diesem Morgen zurückhaltend, andere würden sagen: betroffen. Mit Ausnahme von Tina Gerber. Sie ist die Frau von einem der Gemeinderäte, die während der Legislatur demissionierten. «Juhui», strahlt sie. «Als Gemeindepräsident ist Küng nicht tragbar und schadet der Gemeinde mehr, als er ihr nützt mit seiner Art und seinen Ideen.»

Ein älterer Herr will nichts sagen. Nach langem Zögern erklärt er aber: «Er ist selber schuld.» Die Hälfte der Zeit sei er nicht in Kriegstetten anwesend. «So ist es nun das Beste.» Eine junge Frau ist zufrieden: «Ein gutes Resultat für die anderen Gruppierungen, die an der Wahl teilnahmen.» Die Abwahl sei nötig, «weil er zu wenig für Kriegstetten macht».

Eine ältere Frau, die am Gartenhag mit dem Nachbarn schwatzt, erklärt, sie habe Küng nicht gewählt, weil ihr die SVP unsympathisch ist. Inzwischen ist bald Mittagszeit. Wer einkauft, ist in Eile, und in den Quartieren ist niemand mehr draussen. Kriegstetten kocht – das Mittagessen. (uby)