Gemeindeversammlung
Kriegstetten hat Investitionsbedarf: 13 Mio. für gemeindeeigene Gebäude nötig

Rund 13 Millionen Franken sollen in Kriegstetten in die gemeindeeigenen Gebäude investiert werden. An der Gemeindeversammlung wird aber erst einmal nur über einen Planungskredit abgestimmt. Dieser betrifft die in die Jahre gekommene Turnhalle.

Rahel Meier
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Die 50 Jahre alte Turnhalle soll umgenutzt werden.

Die 50 Jahre alte Turnhalle soll umgenutzt werden.

Hanspeter Bärtschi

«In den letzten Jahrzehnten wurde in Kriegstetten beim Unterhalt der Liegenschaften gespart», erklärt Gemeindepräsident Simon Wiedmer. Der Gemeinderat habe deshalb den Investitionsbedarf für die gemeindeeigenen Gebäude abgeklärt. Das Fazit: Rund 13 Mio. Franken müssen insgesamt investiert werden. Die gute Nachricht: Der Finanzplan zeigt laut Wiedmer auf, dass die Gemeinde dies stemmen kann, ohne dass die Steuern erhöht werden müssen.

Der Gemeinderat hat den Bericht zur Liegenschafts- und Schulraumplanung genehmigt. In einem ersten Projekt soll eine Doppelturnhalle erstellt und die heutige Turnhalle zu einem Mehrzweckraum umgebaut werden. Dies ist zugleich auch der grösste Brocken, was die Investitionen angeht. Wiedmer rechnet mit rund acht Mio. Franken.

In der zweiten Tranche soll das Schulhaus saniert werden. Als Letztes geht es um den Um- oder Neubau der Gemeindeverwaltung. An der Gemeindeversammlung am 10. Dezember geht es vorerst nur um den Planungskredit für den Neubau Sporthalle/Umbau Mehrzweckraum von 110'000 Franken.

Heutige Infrastruktur ist ungenügend

Die heutige Turnhalle wurde vor rund 50 Jahren erstellt und steht noch weitestgehend in ihrem Originalzustand da. Aufgrund ihrer Masse ist die Halle nur bedingt für den Schul- und Vereinssport geeignet. Eine Erweiterung der heutigen Halle macht laut Wiedmer nur wenig Sinn. Eine Umfrage bei den Vereinen, bei den beiden Nachbargemeinden Halten und Oekingen, bei der Bürger- und der Kirchgemeinde und bei Focus Jugend hat ergeben, dass eine neue Doppelturnhalle die beste Option für Kriegstetten wäre. «Die Bevölkerung ist in den letzten Jahren stetig gewachsen und damit auch die Anzahl der Schüler», so Wiedmer.

Pro Woche können im heutigen Zustand maximal 28 Turn- oder Sportlektionen stattfinden. Der regionale Schulsport komme dabei bereits an seine Grenzen. Focus Jugend werde zudem auf das rund Eineinhalbfache von heute erweitert und würde nach dem Ausbau schon alleine eine Turnhalle komplett belegen. Auch abends ist die heutige Halle durch die Vereine ausgelastet und es müssten immer wieder Anfragen negativ beantwortet werden.

«Wir stellen fest, dass sich im Vereinssport Verschiebungen ergeben haben. Reine Hallensportarten wie Unihockey oder Futsal werden immer populärer. Auch diesem Aspekt könnte man mit einer Doppelhalle Rechnung tragen.» Zudem könnten in einer neuen Turnhalle Wettkämpfe ausgetragen werden, was heute nicht möglich ist.

Umnutzung der Turnhalle wird favorisiert

Die Bedarfsermittlung habe weiter ergeben, dass die Schule die Turnhalle auch ausserhalb der Unterrichtszeiten für Schulanlässe, Musikschulkonzerte oder Elterninformationsanlässe nützt. Auch dort werde die Infrastruktur bemängelt – nicht nur von der Schule, sondern auch von den Vereinen.

Der Geräteraum sei heute viel zu klein, die Musikanlage an einem ungünstigen Ort platziert, die Bühneninfrastruktur sei ungenügend und Tische und Stühle ungünstig gelagert. Da eine Aula fehle, gebe es zudem Situationen in denen die Halle anderweitig genützt und damit der Turn- und Sportunterricht tangiert werde.

In der Umfrage habe sich gezeigt, dass die Umnutzung der heutigen Halle in einen Mehrzweckraum mit Bühne und entsprechender Infrastruktur als Mehrwert empfunden werde. «Die Vereine können ihre Anlässe so einfacher durchführen und es könnten auch neue Anlässe und Angebote Patz finden», meint Wiedmer.

Halle soll zentral zu stehen kommen

Der Standort für die neue Turnhalle ist im Übrigen auch bereits evaluiert worden. Vorgesehen ist das Zivilschutzareal. Es liegt direkt neben dem Schulhaus und auch nur fünf Gehminuten von Focus Jugend entfernt. Auch für die Vereinsmitglieder wäre die Halle mitten im Zentrum des Dorfes gut erreichbar. Neubau und Umbau könnten laut Wiedmer aber frühestens Ende 2023 bezogen werden. Die Gemeinde möchte einen Honorarwettbewerb durchführen, um ein optimales Projekt ausführen zu können.

Hinweis

Gemeindeversammlung Kriegstetten, 10. Dezember, 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle.