Christoph Bohren
«Die Lernenden spüren viel Druck»

Christoph Bohren bildet im «Sternen» in Kriegstetten seit vielen Jahren Lehrlinge aus.

Rahel Meier
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Im «Sternen» in Kriegstetten werden seit Jahrzehnten Lehrlinge ausgebildet. Normalerweise hat Besitzerfamilie Bohren sechs Lehrlinge gleichzeitig: Zwei im Service, zwei in der Küche und zwei im Bereich Hotelfach. «Im Moment sind es ausnahmsweise nur fünf Auszubildende», so Christoph Bohren. Im Sommer werde einer der Lehrlinge die Prüfung im Service ablegen. «Unser Alltag war zum Glück nicht ganz stillgelegt. Ich habe deshalb nicht Angst, dass unsere Leute den Abschluss nicht bestehen.» Schwierig sei die Situation, weil die Rahmenbedingungen für die Prüfungen wegen der Pandemie neu definiert und laufend angepasst werden müssen.

«Vor einem Jahr wussten wir nicht, ob überhaupt eine Prüfung durchgeführt werden kann. Dann kam plötzlich die Lockerung der Massnahmen.»

Die Prüfungen fanden dann aber nur vereinfacht statt. Die Berufsschule als Ganzes habe immer gut funktioniert. Auszubildende und Lehrlinge waren jederzeit informiert.

Sich selbständig organisieren

Christoph Bohren lobt seine Lehrlinge und deren Motivation zu arbeiten.

Christoph Bohren lobt seine Lehrlinge und deren Motivation zu arbeiten.

Hanspeter Bärtschi

Für die Auszubildenden im letzten Lehrjahr sei die Situation deshalb nicht ganz einfach. «Sie spüren einen grossen Druck und sind teilweise verunsichert», weiss Bohren. «Ruhe bewahren», heisse die Devise. «Die Verantwortlichen in der Berufsschule sind sich der Lage durchaus bewusst. Ihnen ist es nicht egal, wie es den Lehrlingen geht», so Bohren. Die Lehrlinge im «Sternen» wurden sowohl im ersten als auch im zweiten Lockdown stark ins Take-away eingebunden. «Sie mussten den Betrieb teilweise selbständig organisieren. Damit wurde auch die Zusammenarbeit untereinander gefördert.» Laut Bohren wurden die Lehrlinge in der Regel vier- bis fünfmal pro Woche zur Arbeit aufgeboten. «Sie haben nicht wie üblich gearbeitet und waren auch stundenmässig weniger anwesend. Aber sie waren regelmässig hier.»

Bohren macht den Auszubildenden zudem ein Kompliment: «Sie haben ihre Arbeit in dieser ganzen Zeit sehr gut gemacht.» Und weiter: «Unsere Lehrlinge kommen alle gerne zur Arbeit und sie sind sehr motiviert. Das ist nicht selbstverständlich.» Als Lehrmeister sei es ihm deshalb wichtig, dass die Motivation aufrechterhalten bleibe und sich alle im Betrieb auf das Positive konzentrieren.

Die Berufsbildnerin im «Sternen» übt regelmässig mit den Auszubildenden. «Zurzeit sind das vermehrt Trockenübungen. Theorie oder Rollenspiele.» Servietten falten oder Cocktails mixen. Es gebe immer etwas, das man zeigen oder repetieren könne. «Seit über einem halben Jahr hatten wir keine Bankette mehr. So konnten die Lernenden beispielsweise nicht an Abmachungsgesprächen dabei sein, etwas das normalerweise zur Ausbildung gehört.» Hoffnung macht Christoph Bohren die Öffnung der Restaurantterrassen. «An den Tagen, an denen wir Take-away anbieten, werden wir auch unseren Garten aufmachen.»