Ein gesteuerter Kreisel mit Bypass: Damit soll der Verkehrsstau rund um den Kreuzplatz in Derendingen künftig vermieden werden. Was heisst das genau? Kurz gesagt: Anstelle der heutigen Kreuzung soll ein einspuriger Kreisel mit einem Durchmesser von 28 Metern gebaut werden.

In den Spitzenzeiten, in denen stündlich rund 2400 Fahrzeuge die Kreuzung passieren, wird der Verkehr aber trotzdem mittels Ampel dosiert, damit einerseits das Durchkommen in alle Himmelsrichtungen gewährleistet ist, und andererseits der Bus priorisiert werden kann. Der Bypass ermöglicht es allen, die von Solothurn her in die Hauptstrasse in Derendingen einbiegen wollen, schneller voranzukommen und entlastet den Kreisel damit gleichzeitig von rund 20 Prozent aller Fahrzeuge.

Dass der Kreisel überhaupt gebaut werden kann, ist nur möglich, weil drei Häuser abgerissen werden. Das Restaurant Kreuzplatz, die «Bierhalle» und das daran angebaute Gebäude müssen weichen. Die Liegenschaften gehören allesamt dem Kanton und die Bewilligung für den Abriss liegt vor.

Der Plan für den Kreiselbau am Kreuzplatz

Der Plan für den Kreiselbau am Kreuzplatz

Massnahmen greifen

Bereits 2016 und 2017 wurden der Autobahnanschluss in Zuchwil, der McDonalds-Kreisel und die Luzernstrasse bis hin zur Gemeindegrenze Derendingen umgestaltet. Diese Massnahmen haben den gewünschten Erfolg erzielt, sind sich Stefan Gantenbein (Leiter Verkehrsplanung, Amt für Verkehr und Tiefbau) und Peter Portmann (Projektmanagement Strassenbau Kreis I, Amt für Tiefbau) einig. Das Projekt für den Kreuzplatz schliesst nun daran an und schlägt den Bogen auch zur Hauptstrasse in Derendingen, die nächstes Jahr umgestaltet werden soll.

Was ändert konkret?

Von Zuchwil her wird der Verkehr ab Kreisel McDonalds in Richtung Derendingen neu zweispurig geführt. Eine Spur führt nach Luterbach und Subingen, die andere, via Bypass, in die Hauptstrasse Derendingen. Auf dieser Fahrbahnseite wird die Bushaltestelle neu als Fahrbahnhaltestelle ausgestaltet. «Damit haben die Fahrgäste mehr Platz zum Aussteigen. Zudem muss der Verkehr hinter dem Bus anhalten, sodass die Fahrzeuge in den anderen drei Kreiseleinfahrten für einen Moment eine bessere Durchfahrt haben», erklärt Stefan Gantenbein. Die Bushaltestelle auf der Gegenseite beim Hochhaus wird im heutigen Zustand belassen.

Der Fussgängerstreifen auf Höhe der Tankstelle wird künftig wegfallen. Die Strasse kann wie heute schon, beim Hochhaus mittels Fussgängerstreifen und Lichtsignalanlage gequert werden. «Wir würden zudem zusätzlich gerne bei der Emmenbrücke eine Treppe hinunter an den Fussweg entlang der Emme bauen», meint Peter Portmann.

Mit der Umgestaltung der Hauptstrasse sollen auf Höhe der Migros zwei neue Bushaltestellen, ebenfalls als Fahrbahnhaltestellen, erstellt werden. Dies erleichtert dem Bus die Kreiseldurchfahrt.

Langsamverkehr neu führen

«Ein Kreisel mit Bypass ist für Velofahrer grundsätzlich nicht einfach zu fahren», meint Stefan Gantenbein. Man bietet dem Langsamverkehr deshalb Ausweichrouten. Wer von Solothurn in Richtung Subingen, oder umgekehrt, fahren möchte, kann die Veloroute 802 benützen. Damit wird der Kreuzplatz umfahren. Diesen Weg können auch alle nehmen, die in Richtung Kriegstetten unterwegs sind.

Neu soll zudem eine Langsamverkehrsroute realisiert werden, die die Velofahrer aus Richtung Luterbach kurz nach dem Bahnübergang in den Bocciaweg und von dort aus in die Untere Emmengasse führt. Die Einfahrt der Unteren Emmengasse in die Luzernstrasse soll dementsprechend für alle Verkehrsteilnehmer verbessert werden. «Dieses Teilprojekt ist zurzeit in der Vernehmlassung bei allen beteiligten Parteien», so Peter Portmann.

Grundsätzlich kann der Kreuzplatz aber auch weiterhin mit dem Velo durchfahren werden. Ausser auf der Bahnhofstrasse werden überall Velostreifen markiert. «Dort haben wir zu wenig Platz. Darum möchten wir den neuen Veloweg möglichst schon vorgängig bauen.»

Kleiner Wermutstropfen

Die Tankstelle beim Kreuzplatz kann künftig nur noch von Solothurn her angefahren werden. Auch die Wegfahrt wird nur noch in Richtung Subingen oder Kriegstetten möglich sein. «Das ist sicher nicht ganz glücklich», ist sich Stefan Gantenbein bewusst. «Aber eine bessere Lösung gibt es an dieser Stelle nicht.» Immerhin sei ein Richtungswechsel via Kreisel relativ einfach möglich.

Noch unklar ist, was in städtebaulicher Hinsicht mit dem Platz geschieht, der durch den Abbruch der drei Liegenschaften entsteht. Ein Teil wird benötigt, um den Kreisel zu bauen. «Hier sind wir in intensiven Diskussionen mit dem Amt für Raumplanung und den Gemeindebehörden», so Gantenbein.

Und was ist mit dem Autobahnanschluss, der in Derendingen immer wieder gefordert wird? Der scheint im Moment vom Tisch. Der Kanton Solothurn hat das Projekt ins Agglomerationsprogramm aufgenommen. Die Idee kam aber beim Bund nicht gut an. Stefan Gantenbein ist allerdings nach wie vor der Überzeugung, dass der Kreuzplatz damit entlastet würde.

«Beste Variante»

Gemeindepräsident Kuno Tschumi ist «einfach froh», dass es beim Kreuzplatz vorwärtsgeht. «Wir haben das Gefühl, dass die Situation mit dieser Projektidee wirklich gelöst werden kann», erklärt Tschumi auf Anfrage. Die Berechnungen würden aufzeigen, dass die Variante Kreisel, gemeinsam mit dem Verkehrsleitsystem mit den Ampeln, den Verkehr so dosieren, dass künftig weniger Stausituationen entstehen sollten. «Für uns ist das die beste aller Varianten», meint auch Bauverwalter Roger Spichiger. Es seien sehr viele Projektideen geprüft worden. Dank dem, dass drei Liegenschaft abgerissen werden, sei nun auch der Platz vorhanden, um den Kreisel zu bauen.