Zuchwil
Krankenkassenprämien und Steuern: Der finanzielle Druck auf Familien hat zugenommen

Die Familien-, Mütter- und Väterberatung für Wasseramt und Bucheggberg hatte vergangenes Jahr 246 effektive Neuaufnahmen. Mit Sorge wird betrachtet, dass immer mehr Alleinerziehende von wirtschaftlicher Not betroffen sind.

Rahel Meier
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Immer mehr Alleinerziehende sind von der Not betroffen.

Immer mehr Alleinerziehende sind von der Not betroffen.

Keystone

Die Familienberatung Bucheggberg-Wasseramt hatte 2017 viel zu tun. «Die Lebenssituationen unserer Klienten sind auch in diesem Jahr nicht rosiger geworden, der Druck aufs Budget hat sich eher noch verstärkt», schreiben die Verantwortlichen im Jahresbericht. Am stärksten würden die Familien durch Krankenkassenprämien und Steuern belastet. Immer noch häufig unbekannt seien die Familienergänzungsleistungen, die vielen die Anmeldung auf der Sozialhilfe ersparen würden. Als Negativtrend bemerken die Beraterinnen, dass sich der Spardruck auch bei Institutionen, die Fondsgesuche entgegennehmen, bemerkbar mache. Immerhin habe man noch 23'686 Franken für Notsituationen erhalten.

Von den 256 Neuanmeldungen auf der Familienberatung ergaben sich 246 effektive Neuaufnahmen. Übers Jahr wurden 466 Dossiers geführt. Abgeschlossen wurden bis Ende 2017 295 Dossiers. Die Statistik zeigt, dass die meisten Klienten aus den grossen Gemeinden Zuchwil, Biberist, Derendingen und Gerlafingen kommen.

Pilotprojekt übernommen

Beschäftigt war die Familienberatung mit dem neuen Unterhaltsrecht, das seit dem 1. Januar 2017 in Kraft ist. Weil die Sozialregionen keine zeitlichen Ressourcen für dieses Thema haben, wurde entschieden, dass die Familienberatung sich der Ausarbeitung eines Unterhaltsvertrages im Sinne eines Pilotprojektes annehmen solle. Dazu wurde eine von Juristen entwickelte Software gekauft. Diese erschien den Beraterinnen aber als zu strikte und so zeigte sich immer wieder, dass die sozialarbeiterische Logik konträr zur juristischen steht.

Im Team der Familienberatung gab es per 1. Januar 2018 eine personelle Veränderung. Judith Osterberger hat nach 3,5 Jahren gekündigt und wurde durch Franziska Binz ersetzt.
In der Mütter- und Väterberatung wurden 2017 927 Familien begleitet (4126 Einsätze). Dabei sind Hausbesuche ebenso mitgezählt, wie telefonische Beratungen oder das Beantworten von Mails.

Die Jahresberichte 2017, die Rechnung 2017 und das Budget für 2019 wurden genehmigt.

Vermehrt Sozialhilfe für Kinder

Mit Sorge betrachtet auch Vreni Müller (Präsidentin Zweckverband Wasseramt), dass immer mehr Alleinerziehende von wirtschaftlicher Not betroffen sind, wie sie im Jahresbericht schreibt. Mittlerweise werde jedes dritte Kind mit Sozialhilfeleistungen unterstützt. Ob das neue Unterhaltsrecht diesem Trend entgegenwirke, sei noch nicht absehbar. «Unsere Beraterinnen garantieren Unterstützung, um die immer komplexeren familiären Problemstellungen zu analysieren und zusammen mit den hilfesuchenden Personen nach geeigneten Lösungen zu suchen», so Müller. Das Ziel sei es immer, die Selbstständigkeit zu fördern und man biete Hilfe zur Selbsthilfe.

Operativ ab 2020?

Nicole Stuber (Präsidentin Verein Bucheggberg) beschäftigt sich in ihrem Rückblick vor allem mit der anstehenden Fusion, deren Umsetzung nicht ganz so einfach ist, weil das Wasseramt als Zweckverband und der Bucheggberg als Verein organisiert sind. Im vergangenen Jahr hat man aber wieder einen grossen Schritt in die gemeinsame Zukunft getan. Sowohl die Wasserämter, als auch die Bucheggberger Gemeinden stehen einem Zusammenschluss grundsätzlich positiv gegenüber. Damit können Doppelspurigkeiten vermieden werden.

Die Arbeiten sind in der Zwischenzeit soweit vorgeschritten, dass klar ist, dass beide Institutionen aufgelöst und danach ein neuer Zweckverband gegründet werden soll. Dieser soll «Familien, Mütter- und Väterberatung im Wasseramt und Bucheggberg» heissen. Der Zweckverband soll per 1. Januar 2020 gegründet werden. Die Gemeinden werden im Frühling 2019 informiert und dokumentiert. So könnte das Geschäft im Juni an den Gemeindeversammlungen traktandiert werden.

Denn zuständig für die Auflösung des Zweckverbandes ist die Gemeindeversammlung. Das Gleiche gilt für den Beitritt zum neuen Zweckverband. Vorgängig werden die Statuten des neuen Zweckverbandes erarbeitet und die verschiedenen Verträge angepasst und erneuert. Der neue Zweckverband will sich zudem neue Strukturen geben und Inhalte den neuen Gegebenheiten anpassen.

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