Selzach

Kontroverse Diskussionen im Gemeinderat: Wie soll die Gemeindepräsidentin entlastet werden?

Gemeindepräsidentin Silvia Spycher.

Gemeindepräsidentin Silvia Spycher.

Der Gemeinderat Selzach diskutiert über eine Umstrukturierung der Verwaltung. Dabei geht es vor allem um die Entlastung der Gemeindepräsidentin. Eine zufriedenstellende Lösung konnte bislang noch nicht gefunden werden.

Die Selzacher Gemeindepräsidentin Silvia Spycher (FDP) ist mit ihrem Pensum von 50 Prozent permanent überlastet. Das Pensum zu erhöhen wäre eine bequeme Lösung. «Doch das wollen wir nicht», betonte Christoph Scholl (FDP). Vielmehr ist geplant, die ganze Verwaltungsorganisation zu überprüfen. Der Gemeinderat beschloss, sich durch die Firma Kontextplan beim Variantenentscheid begleiten zu lassen.

Er unterbreitete der Firma zwei Versionen zum Ausarbeiten. Einerseits, das heutige System mit Fachkommissionen zu optimieren. Anderseits die Schaffung einer Gemeinderatskommission. Diese könnte Aufgaben des Präsidiums übernehmen und so eine Entlastung desselben bewirken. Weiter beauftragte der Gemeinderat die Kontextplan, das Präsidium bei der Ausarbeitung eines Lösungsvorschlages zu unterstützen, wie die Verwaltung gestärkt werden könnte. Themen sind Neuregelung der Stellvertretungen, Aufstockung von Finanz- und Bauverwaltung und eventuell eine Erhöhung des Pensums des Gemeindepräsidiums.

Keinen Schritt vorwärts

Die Präsentation der Lösungen durch Miriam Albisetti und Matthias Reitze von Kontextplan konnte die Gemeinderäte jedoch nicht überzeugen. «Wir sind keinen Schritt vorwärts gekommen», war die vorherrschende Meinung im Gremium. Kurzentschlossen arbeitete Spycher mit Vizegemeindepräsident Thomas Studer (CVP) eine eigene Präsentation mit verschiedenen Möglichkeiten aus. Unter anderem die Verkleinerung des Rats und die Verankerung des Referentensystems. Mit ihrem Vorschlag überrumpelte sie die Gemeinderäte regelrecht.

Nach langem Hin und Her, welche Vor- und Nachteile ein Gemeinderat mit sieben oder elf Mitgliedern hätte, oder ob das bestehende Referentensystem oder eine Gemeinderatskommission besser wäre, zog Spycher ihren Antrag zurück. Der Rat kam auf den Antrag der FDP-Fraktion zurück. Diese forderte, die zwei Varianten Gemeinderat mit sieben Mitgliedern ohne Verwaltungs- und Gemeinderatskommission oder elf Gemeinderäte und eine fünfköpfige Gemeinderatskommission auszuarbeiten. Begleitet werden soll die Entscheidungsfindung durch Matthias Reitze von der Kontextplan, wofür ein Kredit von maximal 6000 Franken gesprochen werden soll.

Briefe auf der Gemeindeverwaltung abgeben

Die Post in Selzach ist defizitär, weshalb die Post AG deren Schliessung besiegelt hat. Als Ersatz kommt für die Post in erster Priorität eine Agenturlösung in Frage. Auf der Partnersuche hagelte es jedoch von verschiedenen Geschäften und von Coop nur Absagen. So bleibt nur die Option Gemeindeverwaltung oder ein Hausservice. Voraussetzung für eine Partnerschaft sind gute Öffnungszeiten, eine zentrale Lage und Synergien zu bestehenden Angeboten. Bedingungen, die auf der Gemeindeverwaltung vorhanden seien, wie Urs Krattiger von der Post AG bestätigte. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für eine Integration der Poststelle in der Gemeindeverwaltung aus. Dabei werden die Öffnungszeiten der Verwaltung ausgeweitet. So werden die Kunden und Kundinnen zusätzlich zu den bisherigen Schalterzeiten zweimal wöchentlich die Möglichkeit haben, bis abends um halb sieben ihre Postgeschäfte zu erledigen.

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