Lohn-Ammannsegg
Königliche Visite im Wasseramt-West

Zum dritten Mal besuchten heuer Sternsinger in Lohn-Ammannsegg die Gottesdienste und Haushalte.

Bea Kaufmann
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Sternträgerin Ramona Beer und die Könige aus dem Morgenland: Chiara Sasso, Elena Beer und Tim Weber (v.l.).

Sternträgerin Ramona Beer und die Könige aus dem Morgenland: Chiara Sasso, Elena Beer und Tim Weber (v.l.).

Bea Kaufmann

Morgen Dienstag dürften die süssen und mit Plastikfigur gespickten Königskuchen in vielen Haushalten Hochkonjunktur feiern. Je nach familiärem Ritual wird der königliche Glückspilz hochgelobt oder gar für einen Tag von den haushaltlichen Pflichten befreit.

Doch auch die Könige, auf die das sogenannte Epiphanie-Fest zurückgeht, sind dieser Tage in manchem Ort anzutreffen. In edlen Gewändern ziehen hier die drei Weisen aus dem Morgenland von Haus zu Haus und verkünden die Botschaft, dass Jesus, der Retter der Welt, in Betlehem geboren wurde.

In Lohn-Ammannsegg wurde die Tradition der Sternsinger erst jüngst wieder neu belebt. Unter der Leitung von Katechetin Fränzi Jäggi sowie Elisabeth Weber sind im westlichen Wasseramt sowie in Gächliwil seit 2013 Kinder als Könige unterwegs.

Könige und Pfarrer auf Reisen

Auch wenn bezüglich Caspar, Melchior und Balthasar häufig von Weisen und nicht von Königen die Rede ist, so galt für die vier Lohner Sternsinger am Wochenende dennoch: «Adel verpflichtet». So waren die drei Könige Tim Weber, Chiara Sasso und Elena Beer sowie Sternträgerin Ramona Beer viel unterwegs und reisten zwischen Gächliwil, Biberist und Lohn-Ammannsegg umher, um in insgesamt vier Gottesdiensten ihre Botschaft zu verkünden. Am Samstagabend standen zudem Hausbesuche in Lohn an. «Wir haben da dasselbe gesagt wie im Gottesdienst und dann den Segensspruch oberhalb der Türe angebracht», erzählen die Sternsinger.

Wer sich fragt, wofür die Buchstaben C, M und B im Segensspruch «20*C+M+B*15» stehen, erhält keine eindeutige Antwort. Sie können für die Worte «Christus mansionem benedicat» (Jesus segne dieses Haus) oder die Namen der drei Weisen stehen. Die Wirkung bleibt aber so oder so dieselbe: Die Zeichen sollen dem entsprechenden Haushalt ein frohes, gesegnetes neues Jahr bringen.

Hochbetrieb auch für den Pfarrer

Am Wochenende waren aber nicht nur die Könige unterwegs. Pfarrer Branko Palic reiste mit ihnen und segnete in den Gottesdiensten Aufkleber und Kreide, damit diese ihre Wirkung an den Häusern entfalten können. So konnten die Kirchenbesucher auch selbst tätig werden und den Segensspruch eigenhändig über ihrer Haustür anbringen, indem sie nach dem Gottesdienst Kreide oder Aufkleber erwarben.

Musikalische Unterstützung erhielt Palic in Lohn vom Kirchenchor. Dass die Sternsinger ihrem Namen nicht ganz gerecht wurden und nicht selbst sangen, tat dem Gottesdienst folglich keinen Abbruch. Im Zentrum des Epiphanie-Gottesdienstes stand das Matthäus-Evangelium, welches die Geschichte der drei Weisen erzählt.

Hier wird allerdings von «Sterndeutern» gesprochen, welche einem hellen Stern folgten. Dank diesem fanden sie den «König der Juden» und brachten ihm als Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe mit. Diese Sterndeuter, so Palic in seiner Predigt, sehe er als Symbol für alle Menschen, die «auf dem Weg zu Christus sind. Christus, der als Licht in unsere dunkle Welt gekommen ist.»

Gesucht: Könige und Haushalte

Katechetin Fränzi Jäggi zeigte sich gestern nach dem Gottesdienst in der katholischen Kirche zufrieden mit dem Projekt Sternsinger. Während sich die königlichen Würdenträger standesgemäss mit Dreikönigskuchen stärkten – sie waren auf der Durchreise und mussten noch weiter nach Biberist – fasste Jäggi die Hausbesuche vom Samstagabend zusammen: «Wir waren insgesamt in vier Haushalten. Es dürften schon noch einige mehr sein, auch mehr Kinder.» Aber das ganze Projekt stehe erst am Anfang und sie hoffe, dass es sich im Laufe der Zeit vergrössere.

Wie auch andernorts sammelten die Lohner Sternsinger für das Projekt «Kinder helfen Kindern» des katholischen Missionswerks Missio, welches das Sternsingen in der ganzen Schweiz koordiniert. Dabei handelt es sich um einen Fonds, der gezielt mit von Sternsängern gesammelten Spenden gespeist wird. Die Projekte, in die das Geld fliesst, unterstützen Kinder in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika.

Die Lohner Sternsinger beteiligten sich heuer erst zum zweiten Mal an diesem Projekt, im ersten Jahr haben die drei Könige ausschliesslich die Gottesdienste bereichert. Dass die Kinder nun auch Hausbesuche machen, erfreut manchen sichtlich. So nützte eine Kirchenbesucherin nach dem Gottesdienst die Gelegenheit, um den Königen noch einmal herzlich für deren Besuch zu danken.