Am Donnerstagabend diskutierte der Gemeinderat einen Antrag der AG Tagesstrukturen, mit dem vorschlagen wurde, einen Nachtragskredit von 28'000 Franken als Starthilfe zugunsten der Kindertagesstätte (Kita) Zwergenwelt zu sprechen. Der Betrag sei ein Durchschnittswert und basiere auf der Annahme, dass sechs Krippenplätze von Recherswiler Kindern besetzt würden, deren Eltern ein durchschnittliches Einkommen von 60'000 Franken ausweisen. Die ganze Organisation der Kita sei von einer Privatperson aufgebaut worden und die Gemeinde habe bisher keinen Franken investieren müssen. Die Kita Zwergenwelt eröffnet am 1. September in Recherswil (wir berichteten).

Parallel dazu ist die Arbeitsgruppe (AG) Tagesstrukturen dabei ein Reglement für familienergänzende Tagesstrukturen auszuarbeiten. Dieses sieht vor, dass ab 1. Januar 2020 Eltern, die ein Kind in einer Kita betreuen lassen, einen Antrag für Subventionen stellen können. «Damit die Kita erfolgreich starten kann, sollten schon von Anfang an subventionierte Tarife angeboten werden», erklärte Irene Rüfenacht (Ressort Soziales). Der Einfachheit halber solle der Betrag für die ersten vier Betriebsmonate direkt an die Kita ausbezahlt werden. «Ab Januar sollten dann wie vorgesehen die Eltern unterstützt werden.»
«Wenn die Gemeinde selbst eine Kita aufbauen müsste, dann wäre dies teuer geworden», erklärte Jan Flückiger, der auch in der AG vertreten war. «Der Betrag von 28'000 Franken ist hoch, aber für mich ist er gerechtfertigt.» Zudem müsste die Kita das Geld dazu nützen, Recherswiler Eltern bereits jetzt den Sozialtarif zu verrechnen.

Zinsloses Darlehen wäre sympathischer

Gemeindepräsident Hardy Jäggi und Peter Christen konnten sich nicht mit diesem Betrag anfreunden. «Ein zinsloses Darlehen würden wir jederzeit sprechen», meinten sie unisono. Es sei sicher ein Standortvorteil für eine Gemeinde, wenn es eine Kita gebe, aber es sei trotz allem ein privater Betrieb, den man subventionieren würde. Und Christian Erzer fragte sich, wieso ein Gewerbebetrieb, der nach Recherswil zügelt, nicht auch Unterstützung erhält. Weiter fragten sich die Gemeinderäte, ob es nicht Sinn machen würde, die Recherswiler Eltern rückwirkend mit einem Betrag zu unterstützen. «Dieses Geld geht indirekt ja auch an die Kita.»

Um die Diskussion zu beenden, fasste sich Christian Erzer ein Herz und stellte einen Gegenantrag: Die Kita soll 12'000 Franken à fonds perdu erhalten, verbunden mit der Verpflichtung, in den ersten sechs Betriebsmonaten sechs Plätze für Recherswiler Kinder zu reservieren. Zusätzlich beschloss der Gemeinderat Recherswiler Eltern, die ihre Kinder in die Kita Zwergenwelt bringen, bereits von September bis Dezember zu subventionieren. Schon in der nächsten Sitzung möchte der Gemeinderat das Reglement diskutieren, das dann ab 1. Januar gelten soll.

Der Gemeinderat musste zudem zur Kenntnis nehmen, dass ein weiterer Nachtragskredit für die Sanierung des Schulhauses nötig wird: 200'000 Franken für den Einbau einer Lüftung. «Wie kann man das in der Planung vergessen?», fragte sich Peter Gehrig. Mit 3 Ja-Stimmen, einem Nein, und 3 Enthaltungen wurde beschlossen, den Nachtragskredit vor die nächste Gemeindeversammlung zu bringen.