«Joie de vivre», «Frühling», «Im Blütenrausch», «Blumenreigen», «Aus dem Vollen schöpfen», «Zur Ruhe kommen». Die wunderbaren Räume im Schlösschen Vorder-Bleichenberg tragen für einmal andere Namen. Diese harmonieren mit den Landschaftsbildern, Stillleben und Porträts aus der Sammlung der Moos-Flury-Stiftung. Es sind Werke von bekannten Schweizer Künstlern wie Cuno Amiet, Ernst Morgenthaler, Hans Berger, Hans Jauslin, Werner Miller.

Gemeindepräsident und Präsident der Moos-Flury-Stiftung, Martin Blaser, veranschaulichte die Geschichte des Schlösschens, die ins Jahr 1602 zurückgeht. Für dessen Wiederbelebung bildete die Schenkung der bedeutenden Kunstsammlung des Ehepaars Moos-Flury an die Gemeinde Biberist den springenden Punkt. Daraus ging das heutige Kultur- und Begegnungszentrum im Vorder-Bleichenberg hervor.

«Den Ausschlag, die Stiftungs-Bilder aus dem Keller zu holen, gaben die verwandtschaftlichen Beziehungen des Ehepaars Moos-Flury mit dem Komponisten Richard Flury, an dessen 50. Todestag auch im Schlösschen gedacht wird», erklärte Barbara Flury, Präsidentin des Vereins der Freunde des Schlösschens, an der Vernissage.

Freunde porträtierten Flury

«Richard Flury hatte viele Freunde aus der Kunstszene», informierte Ulrich Lips, Präsident der Richard-Flury-Stiftung. Daher seien zahlreiche Porträts und Zeichnungen etwa von Cuno Amiet, Max Kessler, Rolf Roth und Urban Zacharias Wick vorhanden. Eine Auswahl ist im Korridor des Obergeschosses im Schlösschen zu sehen. Dort beeindruckt ebenfalls eine Gipsbüste des Musikers, geschaffen vom Österreicher Richard Kauffungen. Lieblich wirkt das Aquarell eines Biedermeier-Blumensträusschens, mit welchem Cuno Amiet seinem Freund für «ein schönes, eigenartiges Fest in Ihrem eigenartig schönen Heimwesen» dankt.

Zwei Tafeln informieren über das Leben des Komponisten. Fotos zeigen den Buben Richard mit seiner Schwester Erika (Moos-Flury) auf dem Balkon des Elternhauses, dem Restaurant «Zur Emmenbrücke» in Biberist. «Einen weiteren Bezug zum Schlösschen bildet die dritte Oper ‹Casanova et l’Albertolli› von Richard Flury», sagte Ulrich Lips augenzwinkernd. Gerüchten nach soll sich nämlich Casanova – verliebt in Ludovika von Roll – im Schlösschen aufgehalten haben.

Zweite Vernissage im Schlösschen «Bilder und Blumen»: Fr , 17. März, 18 Uhr.