Lüterkofen
Knuspriges Brot nach dem Rezept des Urgrossvaters

In der Bäckerei-Konditorei Ingold finden eine Geschäftsübergabe und ein Umbau statt. Anfang Jahr hat der jetzige Inhaber das Geschäft in vierter Generation von seinen Eltern übernommen.

Agnes Portmann-Leupi
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Peter Ingold hat das 109 Jahre alte Geschäft seinem Sohn Christian übergeben.

Peter Ingold hat das 109 Jahre alte Geschäft seinem Sohn Christian übergeben.

Agnes Portmann-Leupi

Lust auf Süsses hat bekanntlich verschiedene Ursachen. Beim Betreten der Bäckerei-Konditorei Ingold ist der Auslöser aber ganz klar das Angebot hinter der Theke. Nussgipfel, Cremeschnitten, Kleingebäck, Pralinés oder etwa Spezialitäten aus Schokolade lachen die Kunden an. Die alte Beschriftung an der Hausmauer «Bäckerei und Konditorei, Lebensmittel, Mercerie» macht auf den 109-jährigen Dorfladen aufmerksam.

Anfang Jahr hat Christian Ingold das Geschäft in vierter Generation von seinen Eltern Verena und Peter Ingold übernommen. Dass er in die Fussstapfen seines Vaters treten will, war für ihn früh klar. Er absolvierte die Lehre zum Konditor-Confiseur und die Zusatzlehre zum Bäcker. In diversen Saisonstellen in Zermatt, Gstaad und im Engadin sammelte er zusätzliche Erfahrungen.

Öffnungszeiten

52 Wochen im Jahr, Mo bis Fr, 6.15 bis 12.15 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr. Sa 6.15 bis 15 Uhr.

Ausbaupläne liegen vor

Sein Urgrossvater Alfred Ingold erbaute die Bäckerei im Jahr 1906. Ab 1950 führten Grossvater Jakob – vorerst zusammen mit Grossonkel Alfred junior und nachher alleine – das Geschäft weiter. 35 Jahre war es anschliessend im Besitze von Christian Ingolds Eltern. Sie bauten um und investierten in Backstube und Laden. Nach der Schliessung der Dorfkäserei vor 15 Jahren erweiterten sie das Sortiment mit Käse im Offenverkauf sowie Milch und weiteren Milchprodukten. Auch wurde die Parkplatzsituation verbessert. Erneut liegen nun Ausbaupläne vor. «Garage und Unterstand werden abgerissen und für die Confiserie ein begehbarer Kühl- und Tiefkühlraum sowie zusätzlicher Arbeitsraum geschaffen», informiert der Geschäftsmann. 13 Mitarbeitende in Voll- und Teilzeitpensen arbeiten in der Bäckerei Ingold. Dazu gehören, trotz Geschäftsübergabe, die Eltern sowie die beiden Schwestern. Stets finden in der Bäckerei Ingold auch zwei Lernende einen Ausbildungsplatz.

Mehr als nur eine Bäckerei
«Das Brot stellen wir nach alter Tradition her», erzählt Christian Ingold. Rund acht bis zehn Stunden vergehen vom Herstellen respektive «Gären»- lassen des Vorteigs – mit Mehl aus der Mühle Landshut – bis zum knusprigen Brot. «Nur so erhält das Brot den guten Geschmack und bleibt lange feucht und frisch», sagt der Fachmann. Das gute Gelingen hänge auch von der idealen Temperatur und Feuchtigkeit des Teigs ab.

Regionale Produkte wie Kaffee und Essig, Solothurner Teigwaren, «Burewurst», Eingemachtes, Konfitüre und Honig gehören mittlerweile ebenfalls zum Sortiment. Viele Bucheggberger decken sich zudem im Vorbeifahren mit Sandwichs, gemischten Salaten, «Birchermüesli» und Kaffee zum Mitnehmen fürs Znüni und die Mittagspause ein. Beliefert werden auch Restaurants und Altersheime. Nicht umsonst also ist der Laden während 52 Wochen im Jahr und an sechs Wochentagen bereits ab 6.15 Uhr geöffnet. «Aber auch die Dorfbevölkerung und die Vereine unterstützen uns», lobt Christian Ingold.

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