Rüttenen

Knapp 6 Millionen sind tragbar für die Sanierung des Schulhauses

Die Sanierung ist ein «Generationenprojekt».

Die Sanierung ist ein «Generationenprojekt».

Die Finanzkommission von Rüttenen stimmt der Investition von 5,9 Mio. Franken ins Schulhaus Widlisbach zu.

Das Schulhaus Widlisbach ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Renovierung. Deshalb hatte der Gemeinderat eine Begleitkommission unter Leitung von Jürg Allemann eingesetzt. Gemeinsam mit dem Architekten-Team Branger hatte sich der Gemeinderat im August über das Sanierungsprojekt informiert und es als gelungen bezeichnet. Um aber Sicherheit zur Tragbarkeit der auf 5,9 Mio. Franken errechneten Sanierungskosten zu erhalten, beauftragte der Rat die Finanzkommission zur gründlichen Überprüfung.

Gemeindepräsident Gilbert Studer betonte in der Sitzung des Gemeinderates nochmals, dass dieses Sanierungsvorhaben als «Generationenprojekt» für Rüttenen sinnvoll und angemessen sei. Über die Ergebnisse der Überprüfung durch die Finanzkommission (Fiko) orientierte deren Präsident Markus Boss. Vor allem interessierte die Gemeinderatsmitglieder die Auswirkung auf Finanzhaushalt und Vermögenslage. Dazu hatte die Fiko den Finanzplan schon in Fortschreibung der aktuellen Situation bis 2028 ausgedehnt und verschiedenste Szenarien durchgerechnet. Klar ist, dass die gesamte Investition fürs Schulhaus Widlisbach durch Kredite finanziert werden muss.

Die Prognose zeigt, dass von 2018 bis 2022 mit einer kleineren, negativen Erfolgsrechnungsbilanz zu rechnen sei. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung würde – zumindest in den Jahren 2019/20 – auf über 4000 Franken ansteigen, was im Gemeindevergleich einer mittleren Verschuldung entspricht. Danach sinke die Verschuldung wieder deutlich. «Doch wenn unsere Rahmenbedingungen so bleiben und der Steuerertrag jährlich um rund zwei Prozent steigt, können wir gemäss Stand heute auf eine Steuererhöhung verzichten», hielt Boss fest.

Seit beinahe einem Jahrzehnt liegt der Rüttener Steuerfuss bei 112 Prozent. Ivan Ruetsch erkundigte sich, was denn eigentlich gegen eine moderate Erhöhung spreche. Einvernehmlich betonten Gemeinde- und Fikopräsident: «Wir sind gegen eine Erhöhung auf Vorrat, denn wir wollen gegenüber unserer Nachbarschaft attraktiv bleiben.» Bei gravierender Änderung der Finanzlage sei eine Steuererhöhung aber durchaus möglich, befand der Rat. Augenblicklich sei das Geld für Fremdfinanzierungen – Boss zufolge – «günstig wie nie», und davon könnte die Gemeinde durchaus profitieren. 1 Steuerprozent ergibt in Rüttenen laut FIKO 42'000 Franken jährlich.

Der Gemeinderat verabschiedete das Projekt Sanierung Schulhaus Widlisbach einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember. Ergänzend zu diesem Geschäft teilte der Gemeindepräsident mit, dass die örtliche Bürgergemeinde eine Projektbeteiligung angeboten habe. «Es wäre sehr zu begrüssen, wenn die Erneuerung des Schulvorplatzes auf diese Weise möglich würde.» Schon bald soll der Bürgergemeinde dazu ein Vorprojekt vorgestellt werden.

Freiwilliges Tempo 30

Offenbar wünschen sich etliche Rüttener Einwohnerinnen und Einwohner Geschwindigkeitsreduktionen vor allem in der Kernzone Süd. Doch die von der speziellen Arbeitsgruppe Tempo 30 angedachten Markierungen am Boden mit der Signalisation «Freiwillig 30» sind laut Aussage kantonaler Fachleute nicht erlaubt. Früher bereits durchgeführte Messungen zeigen zudem, dass die überwiegende Mehrheit der Verkehrsteilnehmer nicht zu schnell fährt.

Auch polizeiliche Überprüfungen bestätigen mehrheitlich dieses Bild. Um dennoch einem allgemeinen Wunsch zu entsprechen, entschied sich der Rat einstimmig für einen Nachkredit, um ein Messgerät für 2797 Franken zu kaufen und es mit einer Datenaufzeichnung für 432 Franken auszurüsten – für den Fall, dass das Datenmaterial selbst ausgewertet werden kann.

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