Die Mehrzweckhalle war festlich geschmückt, obwohl – Grund zum Feiern gab es eigentlich nicht. Der Männerchor lud nämlich unter dem Motto «Ein klingendes Finale» zum letzten Konzert ein. Genau nach 110 Jahren muss sich der Verein an der kommenden Generalversammlung auflösen, der Nachwuchs fehlt. «Hebung und Bildung des Männergesangs und Pflege des gesellschaftlichen Lebens, fern von jeder politischen und konfessionellen Tendenz», besagten die Statuten den Zweck des Vereins, sorgfältig von Hand niedergeschrieben.

Präsident Thomas Studer zeigte sich überwältigt vom Grossaufmarsch von rund 230 Personen. Den ersten Teil bestritt der Abschied nehmende Chor gemeinsam mit dem Männerchor «Drei Höfe» (Dirigentin Hanni Boner). Anita Wenger, Dirigentin des Männerchors Lohn-Ammannsegg, führte durch den Abend und liess mit den ausgewählten Liedern in die Freuden und Leiden eines Männerchors blicken. Mit Herzblut sangen die beiden Chöre mit «Freundschaft», «Grüss mir die Reben», «Pilzgauer Wallfahrt, «Aus der Traube in die Tonne» über Kameradschaft, Reisen, Wein, schöne Mädchen. Sie rieten in «Carpe Diem», das Leben zu lieben.

Hommage an den Frauenchor

Ein singendes Dankeschön für die jahrelange Freundschaft mit dem Frauenchor kam von den Sängern im Lied «Mein Mädchen». Der Frauenchor selber, unter der Leitung von Regina Rast, bereicherte den Abend wohlklingend mit melodiösem Gesang. Im eigens für den Männerchor abgeänderten Lied «Mala moja» schworen die Frauen, die Männer nie zu vergessen.

Hubel-Meteorologe Ruedi Luterbacher hob theatralisch wichtige Stationen des Männerchors hervor und informierte als Nachrichtensprecher der Depeschenagentur Lohn-Ammannsegg über tiefgreifende Ereignisse und Schlagzeilen. So wurden im Gründungsjahr in Lohn die ersten zehn Strassenlaternen erstellt und die Feuerwehr erhielt ihre erste Uniform. Er informierte mit dem Jahr 1947, dass der Männerchor immer wieder erfolgreich Theater spielte. Über die mehrtägige Sängerreise im Jahr 1962 zitierte er aus dem Programm: «Was nachts unternommen wird, machen wir beim Nachtessen ab. Lichterlöschen ist je nach Veranlagung und Portemonnaie.» Der Männerchor organisierte aber auch erfolgreich mehrere Sängertage und nahm an vielen Gesangsanlässen teil.

«Sängerfründe Lohnegg»

Der noch aus 15 Sängern bestehende Chor bestritt den zweiten Teil in gewohnter Frische mit den Liedern «Beim Kronenwirt», «Freud und Leid», «Der Zapfenstreich» und «Auf Wiedersehn». Eine Abschiedsüberraschung präsentierte der Frauenchor mit dem textlich angepassten Lied «Weisse Rosen aus Athen». Die weisse Rose für jeden Sänger fehlte dabei nicht. Das Singen ganz aufgeben bringen aber etliche Sänger nicht übers Herz. Sie werden sich laut Walter Ulrich in der losen Gruppe «Sängerfreunde Lohnegg» finden und alle zwei Wochen unter der Leitung von Franz Böhler dem Gesang und der Geselligkeit frönen.