Beinahe 58 000 Franken sind zusammengekommen, die den Neustart der Kleinproduzenten-Messe «Authentica» möglich machen. Das sind 3000 Franken mehr als das Sammelziel. 186 Personen haben diese Summe in einem Sammelprojekt im Internet gespendet. Als Gegenwert gibt es Gutscheine, Eintritte und Handwerkprodukte von Kleinproduzenten der «Authentica». Der Neustart der Messe wird am kommenden Auffahrtswochenende im Schloss Waldegg stattfinden.

Mit dem Finanzpolster im Rücken kann der Verein Authentica für Schweizer Kleinproduzenten, der die Spezialitätenmesse seit 2012 organisiert, die Strukturen anpassen, wie Projektleiterin Sarah Christ erklärt.

Marke «Authentica» kaufen

Dazu gehört beispielsweise der Erwerb der Marke «Authentica» von der Kleinproduzentenplattform GmbH, die 2014 unter anderem von Urs Bucher mitgegründet wurde und die gemeinsam mit dem Verein für Schweizer Kleinproduzenten die «Authentica» im Kapuzinerkloster in Solothurn organisierte. 2017 kam es zur Trennung und zum Umbruch. Urs Bucher verfolgt seither sein eigenes Projekt mit «Natürlich im Chloschter». Der Verein Authentica mit Sitz in Solothurn übernahm damals zehn der 24 Stammanteile, Sarah Christ als Vorsitzende der Geschäftsführung ebenfalls deren zwei.

Künftig soll die Marke «Authentica» dem Verein gehören. Zum Neustart gehören weiter der Aufbau einer Vereins-Internetseite sowie die Begleichung von noch offenen Rechnungen der letzten Messe 2017, erklärt Christ. Der Verein für Schweizer Kleinproduzenten, geführt von einem vierköpfigen Vereinsvorstand, hat den Auftrag für die Durchführung der «Authentica» an die Zukunftsatelier AG von Sarah Koch gegeben. Die AG wird auch den Verein operativ führen. Damit wechselt der Sitz des Vereins an den Standort der Zukunftsatelier AG in Biel. «Die Nähe macht Sinn», sagt Sarah Christ. Sie wird künftig in der Organisation der «Authentica» von Mitarbeitern der Zukunftsatelier AG entlastet und will sich auf die Projektleitung und die Kommunikation konzentrieren.

Probejahr

Trotz erfolgreichem Sammelprojekt sagt Sarah Christ: «Für uns ist 2019 ein Probejahr.» Wenn die Messe der Kleinproduzenten gut laufe, werde sie auch weitergeführt. Sie rechnet mit 60 bis 70 Ständen am neuen Austragungsort im Schloss Waldegg. Dieser Standort eigne sich sehr gut, ist sie überzeugt. Die Messe Authentica soll deshalb auch künftig dort einen festen Platz haben. Aber die «Authentica» im Waldegg ist nicht die einzige. Sarah Christ und ihr Team werden 2019 auch im Kapuzinerkloster in Appenzell eine «Authentica» durchführen.

Terminkollisionen

Ursprünglich drohte gar eine Terminkollision in der Region Solothurn mit Urs Buchers «Natürlich im Chloschter». Bucher wird aber in diesem Jahr seine Messe im Kapuzinerkloster Solothurn nicht wie geplant vor dem Auffahrtswochenende durchführen, sondern am 5. und 6. Oktober – am gleichen Wochenende, an dem in Appenzell die «Authentica» stattfindet.

Christ empfindet dies aber nicht als Terminkollision. Es gebe genügend Kleinproduzenten in der Schweiz, die ihr Handwerk den Menschen nahe bringen wollen. Zwei solche Messen an einem Wochenende in verschiedenen Regionen vertrage es gut, erklärt Sarah Christ.