Bellach

Klares Wasser im Weiher: Der Erfolg ist sichtbar

Seit 2004 wird an der Verbesserung der Wasserqualität des Bellacher Weihers gearbeitet. Der Weiher ist nun in einem viel besseren Zustand als zuvor. Das Wasser ist klar und der Weiher ist weniger von Pflanzen überwuchert. Das Projekt wird noch sicher bis 2019 von Wissenschaftlern begleitet.

2001 kauften Laura und Thomas Stöckli das «Weiherhaus», zu dem der Bellacher Weiher mit dazugehört. Seither versuchen die beiden, die Verlandung des Weihers zu verhindern. Seit 2004 verwenden sie Plocher-Produkte für die Verbesserung der Wasserqualität. Seit 2010 läuft zudem ein Sanierungsprojekt, in das alle 18 Landwirte rund um den See einbezogen sind. Die Landwirte bewirtschaften rund 160 Hektaren Land im Einzugsgebiet des Bellacher Weihers. Um die Überdüngung zu stoppen, die auch zur Verlandung und zur Verschlammung des Gewässers führt, erhalten die Bauern seither drei verschiedene Spezialprodukte, die sie der Gülle und dem Hofmist zugeben und auch auf dem Boden ausbringen. Diese Produkte wurden während eines fünfjährigen Versuches von der Einwohnergemeinde Bellach bezahlt. Das Projekt wird von einem Umweltnaturwissenschafter begleitet, der eine Erfolgskontrolle führt.

Auch der Wallierhof Riedholz begleitet den Versuch.

Eine erste Zwischenbilanz im Jahr 2013 zeigte auf, dass das Sanierungsprojekt wirkt. Dies war auf dem Weiher selbst sichtbar, weil er weitaus weniger mit Pflanzen überwachsen war als bisher und die Verlandung gestoppt werden konnte. Eine Befragung der Landwirte zeigte zudem, dass auch diese Erfolge feststellen konnten.

Wissenschaftliche Begleitung

Im Jahr 2015 wurde beschlossen, das Projekt weiterzuführen. Zusätzlich wurde entschieden, dass das Pilotprojekt für die Sanierung des Bellacher Weihers wissenschaftlich begleitet wird. Dies auch mit Blick auf andere Gewässer in der Schweiz, die mit ähnlichen Sanierungsproblemen konfrontiert sind. Insgesamt 165 000 Franken sollen dafür bis ins Jahr 2019 aufgewendet werden.

Hauptthema ist die Untersuchung der Wirkung des Plocher-Bodenaktivators durch die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen. Dazu werden in der Umgebung des Weihers drei Felder eingerichtet, auf welchen die landwirtschaftlichen Auswirkungen exakt untersucht werden. Es handelt sich dabei um Felder, welche bisher noch nicht mit dem Produkt in Kontakt gekommen sind. Damit sollen zentrale Fragen wie die Auswirkung des Produkts auf die Bodenbeschaffenheit, den Nährstoffhaushalt und den landwirtschaftlichen Ertrag beantwortet werden können.

An der wissenschaftlichen Begleitung beteiligt sich zudem auch das Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen IUNR der ZHAW Wädenswil. Im Rahmen einer Bachelorarbeit erfolgte eine biologische Gewässerbeurteilung des Ist-Zustandes des Bellacher Weihers anhand einer Analyse des Makrozoobenthos (von Auge erkennbare wirbellose Wassertiere) und der Makrophyten (Wasserpflanzen, die mit dem blossen Auge erkennbar sind). Als Drittes soll eine vertiefte Beurteilung der Wasserqualität im Jahresverlauf weiteren Aufschluss zum chemisch-physikalischen Ist-Zustand des Weihers geben.

Finanziert werden diese wissenschaftlichen Begleitarbeiten zu einem grossen Teil (24 000 Franken pro Jahr für die Dauer von 5 Jahren) aus dem Alpiq Naturmade Star Fonds. Dazu kommen Beiträge der Gemeinden Selzach (total 25 000 Franken) und Lommiswil (10 000 Franken). Weitere 10 000 Franken zahlt die Gemeinde Bellach. Letztere finanziert zudem weiterhin das Landwirtschaftsprogramm mit rund 20 000 Franken jährlich für die Plocher-Produkte, damit diese gratis an die Landwirte im Einzugsgebiet des Weihers abgegeben werden können. So hoffen alle Beteiligten, dass dieses wertvolle Naturschutz- und Naherholungsgebiet auch für zukünftige Generationen erhalten werden kann.

www.bellacherweiher.ch

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