Intensiv wurde im Gemeinderat diskutiert – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die zwei Journalisten und der Einwohner, der sich für die Ortsplanung interessierte, mussten draussen bleiben. «Damit wir freier reden können», so Gemeindepräsident Herbert Schluep. Hintergrund war die im Vorfeld umstrittene Verteilung der Ressorts auf die Gemeinderäte. Der neu in den Gemeinderat gewählte Ramon Mullis von der Liste Neue Freiheit, ein Mitglied der Kirschblütengemeinschaft, beanspruchte das Schlüsselressort Bau. Davon wollten die etablierten Kräfte nichts wissen.

Am Ende der halbstündigen Diskussion offenbar auch Mullis selber nicht mehr. Die Ressortverteilung war einstimmig und sieht für die kommenden Jahre wie folgt aus: Herbert Schluep, Präsidiales; Tobias Bucher, Bauwesen, Roland Liechti, Bildung; Rolf Iseli, Umwelt; Franziska Kopp, Soziales; Brigitte Rohrbach, Betriebe; Ramon Mullis, Kultur. Das Vizegemeindepräsidium bleibt weiterhin bei Rolf Iseli.

Gescheitert ist vorerst auch der Versuch der Neuen Freiheit, in die Baukommission einzuziehen. Ersatzgemeinderat Dario Principi bewarb sich für den Posten. «Die Kandidatur wurde zu spät eingegeben», informierte Schluep. Die anderen Parteien hätten ihre Anwärter bereits gemeldet. Doch der Altersdurchschnitt in der siebenköpfigen Baukommission sei hoch. «Es werden Vakanzen kommen.» Schluep stellte in Aussicht, dass die Neue Freiheit dann ein Mitglied vorschlagen könne.

Inseli-Konzept zurückgezogen

Zurückgezogen hat der Gemeinderat das «Verkehrskonzept Antener». Dieses Parkierungskonzept wurde nötig, weil die Bauernfamilie auf dem Aareinseli Anlässe durchführt. Vorgesehen war ein Parkplatz nahe der Autobahn. Weil ein Gerichtsurteil aber dem Ausbau der Gastronomie, der bereits bestehenden Obstplantage und der Mutterkuhhaltung einen Riegel schob, steht die Zukunft der Inseli-Familie in den Sternen. «Deshalb wird das Parkierungskonzept hinfällig», so Schluep. Der Gemeinderat hob das Konzept wieder auf – einstimmig. Weil die Aarewiti in Lüsslingen-Nennigkofen aber gerade im Sommer viele Sonnen- und Aarebadende anzieht, braucht es trotzdem eine Erschliessung. Statt via Bahnhofstrasse Nennigkofen führt diese durch das Industriequartier Lüsslingen.