In Messen waren vergangene Woche sechs Kinder mit Lea Kamber, Berner Biologin und Käferspezialistin, und Paul Storchenegger, Präsident des «Natur- und Vogelschutzvereins Bucheggberg», unterwegs im Wald, um den Spuren des Tierreiches zu folgen. Im Fokus waren Käfer.

Noch bevor der Fussmarsch zum Wald beginnt, stellt Kamber den Kindern den sogenannten Kescher vor. Mit dem sackartigen Netz streifen die Kinder über den Waldrand, in der Hoffnung, etwas einzufangen. Und tatsächlich: Stachelblattkäfer, Soldatenkäfer, Spinnen, Fliegen, Wespen, ja sogar Schmetterlinge und vieles mehr lässt sich dort drin finden. Im Wald angekommen, verteilt die Käferspezialistin den Kindern Plastiktiere und fordert sie auf, herauszufinden, welche Tiere miteinander verwandt sein könnten. Die Kinder lernen schnell, Amphibien und Vögel von Insekten zu unterscheiden.

Nach dem theoretischen Einstieg machen sich die Kinder nun auf die Suche nach Lebewesen. In Plastikbehältern sollen sie Kleinstlebewesen einsammeln. «Und de ischs jo so: mir Biologe si Gaguforscher.» Die Kinder lachen, doch Kamber führt weiter aus: «Doch, suechet au chli im Gagu oder i morschem Houz. Det wärdet dr sicher fündig.»

Das Gefundene wird im Plenum angeschaut. Die Biologin kann vor allem über die Käfer viel sagen. Manchmal fällt ihr der deutsche Name des Tierchens nicht ein und sie sagt; «Ich kann immer nur den lateinischen Namen, das ist eine Berufskrankheit.» Eine besondere Attraktion ist der Saftkugler, der aus seiner getarnten Kugelform plötzlich aufgeht und umherläuft. Auch wird eine Kröte gefunden, die von den Kindern ohne Hemmungen umhergegeben wird.

Einfache Forschung

Während des Zvieri fordert Kamber die Kinder auf, in ihrer Freizeit auch Käferforschung zu betreiben. «Erstens sind Käfer in einer Vielzahl vorhanden in der Schweiz und zweitens sind sie ungefährlich», so die Biologin.

Es sei eine Zeiterscheinung, dass die Menschen die Artenkenntnis verloren haben. Forderungen und Geld für den Artenschutz seien vorhanden, aber an Artenkennern, welche diese Projekte verwirklichen könnten, mangle es. Daher fordert die Biologin die Kinder am Schluss auch auf, sich bei ihr zu melden, wenn sie besondere Käfer gefunden haben, denn diese Informationen seien immer sehr hilfreich für die wenigen Forscher in diesem Bereich.