Zuchwil

«Keine solide Anleitung für Bigamisten»: Theaterstück spielt in Zuchwil

Die Zuchwiler Theatergruppe Rampeliecht führt «Liebi macht erfinderisch» auf.

Eigentlich hatte Bigamist Hugo Meier (Daniel Schönberg) ein prächtiges Leben. Er verfügte über zwei Wohnungen und kehrte regelmässig heim zu seinen zwei Ehefrauen. Mit seinem Beruf als Taxichauffeur liess sich dieses Hin- und her zwischen Wollishofen und Adliswil gut verbinden, und seine beiden Eheliebsten Monika (Esther Wiederkehr) und Brigitte (Irene Schluep) schöpften auch keinerlei Verdacht auf eine Nebenbuhlerin. Denn Hugo hatte sein Leben bewundernswert mit einer detaillierten Agenda-Buchführung im Griff. Plötzlich gerät das komplizierte Kartenhaus ins Wanken. Hugo greift nämlich ein, als er bei einer nächtlichen Fahrt Zeuge eines Überfalls wird. Er wird kräftig verdroschen. Die Polizei bringt ihn ins Spital.

Seine unterschiedlichen Adressenangaben sorgen für Verwirrung, die von den beiden Polizisten (Thomas Schluep und Peter Wiederkehr) bei Nachforschungen entwirrt werden soll.
Hugo trägt aber zusätzlich durch absurd-irre Geschichten dazu bei, dass man von zwei Personen gleichen Namens ausgeht. Sein Nachbar Oskar Stöckli (Urban von Arx), dem sich Hugo in seiner Not offenbart, deckt ihn und spinnt mit an einem fast undurchdringlichen Lügengeflecht. Als wahrer Held wird Hugo mit Foto der Reporterin (Daniel Imbach) im «Blick» gefeiert. Um sein Doppelspiel nicht aufdecken zu müssen, verspeist er kurzerhand den gedruckten Artikel. Aber mehr und mehr kommt ans Licht. Auch absurde Winkelzüge angeblich mit einer schwulen Beziehung zu Oskar, die geheim gehalten werden muss, bringen die kleine Welt, in der auch noch ein homoerotischer Modedesigner (Martin Güggi) auftaucht, völlig aus den Fugen.

Jörg Schneider übersetzte das Stück in Mundart

Geschrieben vom Engländer Ray Cooney, wurde die Komödie 1982 in London gespielt, eroberte 1983 Deutschland und wurde, von Jörg Schneider in Mundart übersetzt, hierzulande ein wahrer Kassenschlager.

Für die Theatergruppe Rampeliecht hat es «Böbu» Müller in Szene gesetzt, der schon zur Gründergeneration der Gruppe im Jahr 1982 zählte. Geschaffen hat er eine unterhaltsame Bühnenversion, die alle Talente der Mitspielenden zur Geltung kommen lässt. Der geschwätzige Oskar etwa steht Hugo in seiner sprachlich-mimischen Glanzrolle nicht nach. Auch die übrigen Mitwirkenden verkörpern ihre Rollen so glaub- und ernsthaft, dass man im Publikum ganz hingerissen dem mit wilden Ideen angereicherten Spiel folgt. Mit einem clever gemachten Bühnenbild und der Mithilfe hinter den Kulissen von Susanne Pfeiffer, Monica Horisberger, Johanna Ley, Brigitte Buser, Peter Elsener und Manuela Heimann, vertreibt das Stück sicher jeden November-Blues.

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